USA: Republikaner will Abtreibungsverbot auch bei Vergewaltigung

Der US-Wahlkampf um das Präsidentenamt wird langsam peinlich: Nicht nur, dass die konservative Partei der Republikaner eine Rolle Rückwärts gesellschaftspolitisch macht, indem sie nun wieder ein Abtreibungsverbot fordert. Nein: Sie möchten es auch noch für Vergewaltigungsopfer und für Fälle von Inzest festschreiben. Das sorgt momentan für großen Ärger in den USA und könnte die Republikaner die Präsidentschaftswahl am 6. November kosten.

Besonders negativ fällt derzeit der Republikaner Todd Akin auf. Er sagte sinngemäß, selbst Vergewaltigungsopfer sollten künftig nicht mehr abtreiben dürfen. Sinngemäß meinte er, eine Abtreibung im Falle einer Vergewaltigung sei gar nicht notwendig, da bei „wirklichen“ Vergewaltigungen der Körper das Kind sowieso abstoße.

Dahinter steht ein verschrobenes Weltbild von Leben, das unter keinen Umständen angetastet werden dürfe. Aberwitzig: Dieses erzkonservative „Lebens“-Leitbild, das seit über 20 Jahren besonders in den USA heiß diskutiert wird, wird ausgerechnet in den USA von den Republikanern und zahlreichen christlichen Betonköpfen teils radikal gefordert. Also in einem Land, das im gleichen Atemzug Hunderten Menschen die Todesspritze gibt und Tausende Menschen mit Drohnen weltweit ohne Gerichtsprozesse umbringt.

Allerdings steht Akin auch in seiner eigenen Partei etwas isoliert da. So empfahlen ihm die Parteioberen, auch der Präsidentschafts-Kandidat der Republikaner, Mitt Romney, auf dem anstehenden Republican National Convention in Tampa, Florida, nicht aufzutreten. Sie teilten seine religiösen Ansichten zu Abreibungsverboten in einem solch fanatischen Ausmaß nicht, hieß es.

Derweil tritt nun mal wieder die unvermeidliche Republikaner-Repräsentantin Sarah Palin aus Alaska auf die Bühne. Sie sagte, man müsse auch über eine weitere Partei nachdenken. Diese solle den erzkonservativen Republikanern ein Sammelbecken bieten – also beispielsweise auch dem radikalen Abtreibungs-Fanatiker Todd Akin.

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