Skip to main content
Sonntag, 25. Oktober 2020

Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi bekommt Regierungsamt

Bagan, Myanmar: Thambula Pagoda in Sunrise Light

Das asiatische Land Burma, auch Birma oder Myanmar genannt, steht vor einem grundlegenden politischen Wandel: So teilte die Regierung mit, die im November 2010 aus einem 15-jährigen Hausarrest entlassene oppositionelle Politikerin Aung San Suu Kyi, 65, werde offiziell als Kandidatin ihrer Partei National League for Democracy (NLD; Nationale Liga für Demokratie) zur nächsten Parlamentswahl im April 2013 zugelassen.
Das gilt als politischer Donnerhall auf dem Marsch hin zu mehr Demokratie in dem seit 50 Jahren von einer Militärjunta regierten bitterarmen Land. Doch nicht nur das: Die Regierung gestehe der Politikerin, welche 1991 den Friedensnobelpreis gewann, sogar ein „angemessenes“ Regierungsamt zu, sollte sie dieses wünschen. So sagte ein Berater des birmanesischen Präsidenten  Thein Sein, es bestehe „die Möglichkeit, dass sie in die Regierung berufen wird“. Voraussetzung sei jedoch, dass sie auf der im April 2013 anberaumten Parlamentswahl in Burma mit ihrer jahrzehntelang  verbotenen und verfolgten Partei National League for Democracy ein Mandat erreiche.

Die burmanesische Militärjunta steht stark in der Kritik, da sie sich einer demokratischen Öffnung seit Jahrzehnten widersetzt. Zudem ging sie 50 Jahre massiv gegen Oppositionelle oder Minderheiten brutal vor um ihre Macht zu sichern und auszubauen. In Burma gab es zuletzt im Jahr 1990 offizielle und freie Wahlen. Schon damals gewann zwar Suu Kyi’s Partei, eine Machtübernahme untersagte jedoch die Militärjunta.
Sieg gilt als sicher
Jede Partei, die an der Parlamentswahl teilnimmt, muss mindestens drei der 48 Parlamentsplätze für sich gewinnen, um ins Parlament einziehen zu können. Sollten die Wahlen tatsächlich nächstes Jahr durchgeführt werden, geht Suu Kyi’s Partei von einer absoluten Mehrheit im Parlament von Burma aus. Seit 2010 versucht die Militärregierung das verkrustete System vorsichtig zu reformieren. In diesem Zusammenhang übergab der Militärrat bereits wesentliche Machtbereiche an die offiziell regierende Zivilregierung. Deren Präsident Thein Sein war früher selbst General.

Dass sich Burma nun langsam ändert, ist vor allem der bittergroßen Armut im Land zuzuschreiben und erheblichem außenpolitischem Druck – besonders der U.S.-Regierung. kriegsberichterstattung.com-Experten vermuten, dass die U.S.-Regierung insgeheim Milliarden an Dollar dem burmanesischem Militärrat sowie der Zivilregierung zugesagt hat, sollte das Land sich demokratisch öffnen. Gleichzeitig schlägt die U.S.-Regierung damit zwei Fliegen mit einer Klappe: Denn Burma ist engster Vertrauter des U.S.-Erzfeindes Nord-Korea.
Viele Attraktionen für Touristen
Burma hat alle Voraussetzungen, um neben Thailand eines der wichtigsten Touristenziele in Asien zu werden. Weltberühmt ist die einmalig schöne historische Tempelanlage von Bagan. Hier stehen tausende historischer Tempel. Ein Touristenmagnet ist auch der Inle-See. Im See sind mehrere Dörfer erbaut, deren Holzhäuser auf Pfählen erbaut wurden. Eine weitere Attraktivität sit das Höhlensystem Shwe U Min Pagode in Pindaya im U Min Hügel, welches mehr als 8000 Buddha-Statuen beherbergt. Seit Dezember 2005 ist Pyinmana  neue Hauptstadt Burmas oder Myanmars.
Foto: © istockphoto/Alan Tobey



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Montag, 29. Juni 2020

Türkei

Corona machts möglich: Urlaub für 32 Euro im 5 Sterne Hotel

Zahlreiche Reise-Start-Ups stehen wegen der Corona-Krise mit dem Rücken zur Wand, vielen droht der Ruin – auch unter den großen Reiseanbietern. Nach wie vor sehr günstig ist die Türkei. Doch das hat seine Schattenseiten. Denn Millionen Bürger aus Europa meiden seit Jahren die Türkei als Tourismusgebiet, da willkürliche Verhaftungen drohen. Vor allem wenn jemand in Social Media seine Sympathien mit […]

Samstag, 14. März 2020

Grenzgänger & Sonstige

Wie irre ist Jens Spahn? Er will halbe Millionen Deutsche in Schweiz in Quarantäne schicken

Kommentar: Wie irre ist Jens Spahn? Bislang ist Deutschlands Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) in der Corona-Krise nicht durch allzu viele sinnvolle Aktionen aufgefallen. An den Flughäfen gibt es kein kostenloses Desinfektionsmittel, auch keine Infostände. Selbst Argentinien hat das. Nicht so in Deutschland: Hier durfte die Lufthansa noch bis Mitte Februar 2020 Tausende Menschen von China nach Deutschland fliegen und zurück. Einflugsperren […]

Freitag, 06. September 2019

Vertreiber

Diktator Robert Mugabe, Schlächter der Weißen, ist in Simbabwe mit 95 gestorben

Simbabwes Diktator, Robert Mugabe, ist tot. Er starb mit 95 Jahren in seinem Heimatland. Er galt für viele Schwarze als Ikone des Freiheitskampfes. So war er einer von Hunderttausenden, die vor allem in den 1970er Jahren für die Unabhängigkeit Simbabwes von der brutalen Kolonialmacht Großbritannien kämpften. Erst 1980 konnte das Ziel erreicht werden und Simbabwe erlangte seine Unabhängigkeit. Simbabwe liegt […]

Freitag, 26. April 2019

Trauer

Asylsuchende aus Pakistan und Afghanistan werden in Sri Lanka wegen Terroranschlägen von verzweifelten Christen bedroht

Kommentar – Nach den Terroranschlägen von Sri Lanka, denen am höchsten Fest der Christen, dem Ostersonntag, rund 250 bis 300 Menschen zum Opfer fielen, kommen weitere Details ans Tageslicht. Alleine in der christlichen Kirche St. Sebastians in der Katuwapitiya Straße im sri-lankischen Städtchen Negombo[i] sollen 93 betende Christen von den Terroristen massakriert worden sein. Unter den in der alten Kirche […]

Sonntag, 07. April 2019

Deutsch Ostafrika

Ehemalige deutsche Kolonie Ruanda – 800.000 Menschen wurden 1994 ermordet

Es ist einer der schlimmsten Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent: Jener, den fanatische Hutu 1994 an rund 800.000 Menschen in Ruanda, einer ehemaligen deutschen Kolonie (Deutsch-Ostafrika) begangen haben sollen. Noch heute erinnert man sich beispielsweise in der Ortschaft Mabare an den April 1994. Es war der Beginn vor der langen Regenzeit. Die Berghänge, schreibt Al Jazeera auf seinem Onlineportal aljazeera.com, hätten […]

Montag, 25. März 2019

Israel lässt Ayman Nasser seit 30 Jahren regelmäßig im Gefängnis schmoren

Amnesty International berichtet, wonach am 10. März 2019 ein israelische Militärgericht in den besetzten palästinensischen Gebieten eine Haftverlängerung für den NGO-Mitarbeiter Ayman Nasser angeordnet habe. Die Haft gegen Ayman Nasser werde um lange weitere sechs Monate aufgestockt. Die Haft setzt eine lange Kette von vorherigen Verhaftungen des Menschenrechtlers in den vergangenen 25 Jahre fort. Amnesty moniert, dass der NGO-Mitarbeiter bereits […]

Du kannst das Setzen nicht funktionaler Cookies hiermit unterbinden. Hier klicken um dich auszutragen.
Translate »