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Donnerstag, 16. Januar 2020

USA angeblich besorgt über militärischen israelischen Schlag gegen Iran

Die US-amerikanische Regierung sei zunehmend besorgt, sollte Israel tatsächlich in den nächsten Monaten den Iran angreifen. Das wird zumindest aus dem Umfeld von U.S.-Militärkreisen an die Öffentlichkeit gestreut. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu deutete militärische Planungen gegen den Iran schon mehrmals an. Der israelischen Regierung sind die Atomanlagen Irans ein Dorn im Auge. Auch wenn der Iran stets darauf hinweist, er baue an keiner Atomanlage zur Herstellung einer Atombombe, befürchtet Israel eben genau dieses.

Derzeit sieht es nicht so aus, als sei die iranische Regierung um Präsident Mahmud Ahmadinedschad bereit, in dieser schwierigen Frage einzulenken und sein Atomprogramm einzustellen – zumal Iran seine eigene innere Sicherheit durch den Westen seit Jahren nachhaltig bedroht sieht

Die U.S.-Regierung befürchtet, dass wenn Israel gegen den Iran losschlage, sei sie „gezwungen“, in diesen Konflikt einzugreifen und diesen Regionalkonflikt mit dem Leben Hunderter eigener Soldaten zu bezahlen. Andere teilen jedoch diese vom „Central Command“ in Tampa im US-Bundesstaat Florida verbreitete Interpretation nicht. Kritiker beobachten eher, dass U.S.-Präsident Barack Obama seit bald einem Jahr offensiv auf einen Krieg mit dem Iran hinarbeitet. Von „Hineinziehen“ könne demnach keine Rede sein, sondern von aktiver Kriegs-Forcierung.

Schon einmal, im Jahr 1981, hatte Israel Atomanlagen bombardiert und zerstört – und zwar den Atomreaktor Osirak im Irak. Ganz so einfach wie im Irak dürfte es jedoch im Iran nicht getan sein. Iranische Atomanlagen sind dezentral, teils in den Bergen, teils unterirdisch. Dass Israel bereit ist, bis zum Äußersten zu gehen, zeigt sich daran, dass Israel schon mehrere iranische Wissenschaftler auf offener Straße mittels Auto-Bombenanschlägen hat umbringen lassen.

Wolle Israel „erfolgreich“ sein, müsste das Land mindestens ein Duzend Top-Atomziele eliminieren, heißt es in den amerikanischen Planungsspielen. Betroffen seien die Urananreicherungsanlagen in Natans, aber auch in Fordo. Als weiteres Ziel wird der Reaktor in Arak genannt und die Urananlage „Yellow Cake“ in Isfahan.

Sollte die Atommacht Israel tatsächlich den letztlich souveränen Staat Iran angreifen, wird damit kalkuliert, dass sie mindestens 120 Kampfjets der Marke F-15- und F-16 benötige, um eine Strecke von 1600 Kilometern zurücklegen zu können. Der Weg würde sie über arabisches, irakisches, türkisches und jordanisches Staatsgebiet führen. Hierfür wären aber wohl auch, berichtet das Hamburger Abendblatt, „riskante Auftankungen in der Luft“ nötig. Auf der anderen Seite haben die Briten und Franzosen im massakerhaften NATO-Krieg in Libyen im Jahr 2011 gezeigt, dass es für den Westen kein Problem ist, Kampfflugzeuge in der Luft aufzutanken.

Rüsten USA Israel mit noch größeren Bomben auf?

Ein weiteres Problem: Bislang verfügt wohl Israel nur über von den USA bereit gestellte GBU-28-Bomben. Sie seien aber nur dafür geeignet, Bunker bis zu einer Beton-Dicke von sieben Metern zu durchschlagen. Doch wird vermutet, dass die iranische Urananreicherungsfabrik in Fordo wesentlich besser gesichert sei. Diese Anlage wird 80 bis 90 Meter unter dem Fels vermutet. Das sei, vermutet das Hamburger Abendblatt, selbst „für die 14 Tonnen schwere US-Superwaffe ‚Massive Ordnance Penetrator (MOP)`oder GBU-57, die angeblich bis zu 60 Meter Fels durchschlagen können soll“ zu tief.

Derzeit arbeiteten die „USA unter Hochdruck an einer noch stärkeren Bomben-Version“. Doch auch das würde es noch zu lösen gelten: So verfüge Israel derzeit „weder über diese Waffen noch über Flugzeuge, die sie tragen könnten“. Hierfür seien, führt das Hamburger Abendblatt aus, „die amerikanischen Typen B-52 und B-2“ notwendig.

Derzeit vermuten Militärexperten, dass ein israelischer Angriff auf den Iran das Land um ein Jahr in seiner Atom-Entwicklung zurückwerfen könnte, ein U.S.-amerikanischer vielleicht um zwei Jahre.

Dreh und Angelpunkt der Frage rund um so einen Luftschlag bleibt aber: Mit welchem Recht dürfen andere Länder militärisch andere angreifen? Letztlich ist der Iran ein souveräner Staat. Vor einem Angriff auf den Iran warnte auch der Krisengebiets-Experte Jürgen Todenhöfer in einem Beitrag auf Phoenix. Seine Einschätzung: „Das wäre die schlimmste Krise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Das könnte zu einem Weltkrieg ausarten“.



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