Skip to main content
Sonntag, 19. Mai 2019

Syrien: Zweite UNO-Resolution verabschiedet – 300 Blauhelme im Anmarsch

Die zweite Syrien-Resolution steht kurz vor dem Abschluss und wurde bereits als Entwurf vom UNO-Sicherheitsrat beschlossen. Demnach sollen insgesamt 300 Blauhelme im Auftrag der UNO in Syrien helfen, den Frieden zu wahren. Sie sollen dazu beitragen, dass nachhaltig die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad und den militärisch agierenden regierungs-gegnerischen Söldnertruppen, aber auch einer militärisch ausgerüstete Oppositionsbewegung, unterbleiben. Damit soll das Leben von Zivilisten geschützt werden.

Bemerkenswert: Selbst Russland war mit dem Entwurf zur Resolution zufrieden. Das russische Reich hatte sich noch vor Wochen vehement dagegen gewehrt – gemeinsam mit China. So wird der russische Botschafter Witali Tschurkin mit den Worten zitiert, die Syrien-Resolution sei in den Reihen des UNO-Sicherheitsrats einstimmig gefallen.

Wie üblich, so auch in diesem Fall, schwadronierte die UNO-Vertreterin der USA, Susan Rice, davon, man warte nun „auf Anweisungen aus den Hauptstädten“. Rice gilt als aggressive Verfechterin von NATO-Angriffskriegen gegen Länder in Krisengebieten, die nicht auf eine Reihe mit den Vorstellungen des Westen zu bringen sind. Das war schon in Libyen so und ist auch im Iran und Syrien so.

Westen wird misstraut

Sie geht jedoch Hand in Hand mit einer neuen aggressiven EU-Politik, die ebenfalls tendenziell kriegerisch ausgerichtet ist, obendrein aber auch rigoros unliebsame Länder – wie Iran oder Syrien – durch Embargos wirtschaftlich in die Knie zwingen möchte.

Auch in der Syrien-Resolution geht die EU weiter, als beispielsweise Russland. So fordert die EU, die Blauhelme müssten Syrien in Hubschraubern oder anderen militärischen Flugmaschinen überfliegen dürfen. Doch den angeblich nur friedlichen Flugaktionen des Westens über Krisengebiete weiß die Welt spätestens seit dem Libyen-Massaker der NATO im Jahr 2011, zu misstrauen.

Auch damals hieß es, die UNO wolle keinen Krieg sondern würde nur mittels der NATO eine Flugverbotszone durchsetzen. Die Flugverbotszone artete dann in schrankenlose Massenbombardements des Westens gegen Getreue des Regierungschefs Muhammed al Gaddafi und dessen Ermordung aus. Am Ende standen mindestens geschätzte 50.000 Tote.
Bereits vergangene Woche hatte der UNO-Sicherheitsrat ein Mandat für die Entsendung von 30 Blauhelmen nach Syrien unterzeichnet. Schon damals war bekannt, dass die UNO-Truppe der Blauhelme auf bis zu 280 oder 300 in Syrien aufgestockt werden könnte.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Mittwoch, 15. Mai 2019

Zündeln

Iran-Krise um angebliche Drohnenangriffe und die Lügenkriege

Kommentar – Es ist immer das gleiche: Wenn eine Nation gegen eine andere mit kriegerischen Aggressionen auf Grund politischer Dissonanzen vorgehen möchte, beginnt als erstes der PR-Lügenkrieg. Damit möchte man die Öffentlichkeit auf seine Seite ziehen. Das war im Zweiten Weltkrieg so, als Polen und Großbritannien den deutschen Diktator Adolf Hitler bewusst über die Danzig-Frage 1939 monatelang provozierten. Und damit […]

Mittwoch, 01. Mai 2019

Interessengemeinschaft Schiessen Schweiz will am 19. Mai gegen Verschärfung des Waffenrechts entsprechend EU-Vorgaben stimmen

Auch wenn es in der EU zahlreiche Gegner von Waffen in privaten Händen gibt: In der Schweiz wollen am 19. Mai in einer Volksabstimmung zahlreiche Bürger nach wie vor für ihr Waffenrecht stimmen. Dabei gibt es aber hitzige Diskussionen ob das alte Waffenrecht erhalten bleiben soll oder ob es entsprechend des Schengener Euro-Abkommens überarbeitet, also verschärft werden soll. Die Anhänger […]

Freitag, 12. April 2019

Kamera im USB-Stick

Wikileaks US Botschaften Einkaufsliste anlässlich der Verhaftung von Julian Assange

Anlässlich der Verhaftung von Julian Assange, des „australischen politischen Aktivisten, investigativen Journalisten, ehemaligem Computerhackers, Programmierers und Sprechers der Enthüllungsplattform WikiLeaks“ (O-Ton Wikipedia Deutschland) publizieren wir hier die letzte Pressemeldung, welche Wikileaks im Dezember 2018 auf seiner deutschen Plattform publizierte. Assange hatte sieben lange Jahre seines Lebens geopfert, um für sein Projekt, die maximale Transparenz auf Regierungsebene über die Enthüllungsplattform Wikileaks […]

Sonntag, 07. April 2019

Deutsch Ostafrika

Ehemalige deutsche Kolonie Ruanda – 800.000 Menschen wurden 1994 ermordet

Es ist einer der schlimmsten Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent: Jener, den fanatische Hutu 1994 an rund 800.000 Menschen in Ruanda, einer ehemaligen deutschen Kolonie (Deutsch-Ostafrika) begangen haben sollen. Noch heute erinnert man sich beispielsweise in der Ortschaft Mabare an den April 1994. Es war der Beginn vor der langen Regenzeit. Die Berghänge, schreibt Al Jazeera auf seinem Onlineportal aljazeera.com, hätten […]

Montag, 25. März 2019

Israel lässt Ayman Nasser seit 30 Jahren regelmäßig im Gefängnis schmoren

Amnesty International berichtet, wonach am 10. März 2019 ein israelische Militärgericht in den besetzten palästinensischen Gebieten eine Haftverlängerung für den NGO-Mitarbeiter Ayman Nasser angeordnet habe. Die Haft gegen Ayman Nasser werde um lange weitere sechs Monate aufgestockt. Die Haft setzt eine lange Kette von vorherigen Verhaftungen des Menschenrechtlers in den vergangenen 25 Jahre fort. Amnesty moniert, dass der NGO-Mitarbeiter bereits […]

Donnerstag, 24. Januar 2019

Israel schickt Beduine Sayyah Abu Mdeighim al-Turi 10 Monate ins Gefängnis

In einer Urgent Action teilt Amnesty International (AI) mit, wonach am 25. Dezember 2018 Scheich Sayyah Abu Mdeighim al-Turi eine zehnmonatige Haftstrafe in Israel habe antreten müssen. Amnesty schreibt zu dem Gerichtsurteil, dieses sei auf Grund der Tatsache gefällt worden, da der Verurteilte seine Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit für ein Beduinendorf wahrgenommen habe. Sayyah Abu Mdeighim al-Turi büße seine Haftstrafe derzeit […]