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Mittwoch, 19. September 2018

Israel zu Günter Grass: Regierungschef Netanjahu sieht einzigen Skandal

young boy holding the Israeli flag

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat mal wieder zugelangt und kräftig ausgeteilt – gegen den deutschen Nobelpreisträger Günter Grass. Netanjahu sagte, die Frontal-Kritik von Grass gegen Israels Plan, den Iran kriegerisch anzugreifen, um das Land am Bau einer Atombombe zu hindern, sei ein Skandal.

Netanjahu stört an Grass Gedicht „Was gesagt werden muss“ besonders, dass die Israel-kritischen Äußerungen „nicht von einem Teenager einer Neonazi-Partei“ kämen, sondern von einem Literaturnobelpreisträger. Doch nicht nur das: Netanjahu spricht in seinem Interview mit der „Welt am Sonntag“ (von morgen) bedeutungsschwanger von einem „Zusammenbruch des moralischen Urteilsvermögens“.

Der israelische Regierungschef sieht sein Land in der Opferrolle Irans und nicht umgekehrt. Nicht Israel gefährde den Weltfrieden, sondern der Iran. Schließlich hätte der Iran mit der Auslöschung Israels gedroht. Daraus folgt: Netanjahu sieht sich nach wie vor im Recht, den souveränen Staat Iran kriegerisch zu attackieren.

Wie in den vergangen Jahren, bedient Netanjahu in seiner Verteidigung der israelischen Angriffspläne gegen den Iran, das Argument, dass jene, welche mit Grass Theorie sympathisierten, sich die Frage stellen müssten, ob „sie nicht auch zur Zeit des Holocaust mit den Verleumdungen gegen Juden übereingestimmt hätten“. Angesichts einer solch haarsträubenden These Netanjahus ist die Debatte endgültig auf dem Kindergartenniveau angelangt.



Kommentare (1)


Ruth 23. April 2012 um 11:09

Israel wird seine Probleme nie lösen- solange Kirche und Staat nicht getrennt werden.
Herr Netanjahu versucht jetzt alle Deutschen, mit Kritik an der Regierung Israel als Nazis abzustempeln- bedenklich!
Aus solchen verbohrten Ansichten heraus entstehen Krieg und Neid.
Außerdem sollte Herr Netanjahu, wenn er von seinem Landsleuten spricht nicht nur von Juden sprechen sondern endlich von der Bevölkerung Israels.

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