Skip to main content
Sonntag, 17. Februar 2019

Israel zu Günter Grass: Regierungschef Netanjahu sieht einzigen Skandal

young boy holding the Israeli flag

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat mal wieder zugelangt und kräftig ausgeteilt – gegen den deutschen Nobelpreisträger Günter Grass. Netanjahu sagte, die Frontal-Kritik von Grass gegen Israels Plan, den Iran kriegerisch anzugreifen, um das Land am Bau einer Atombombe zu hindern, sei ein Skandal.

Netanjahu stört an Grass Gedicht „Was gesagt werden muss“ besonders, dass die Israel-kritischen Äußerungen „nicht von einem Teenager einer Neonazi-Partei“ kämen, sondern von einem Literaturnobelpreisträger. Doch nicht nur das: Netanjahu spricht in seinem Interview mit der „Welt am Sonntag“ (von morgen) bedeutungsschwanger von einem „Zusammenbruch des moralischen Urteilsvermögens“.

Der israelische Regierungschef sieht sein Land in der Opferrolle Irans und nicht umgekehrt. Nicht Israel gefährde den Weltfrieden, sondern der Iran. Schließlich hätte der Iran mit der Auslöschung Israels gedroht. Daraus folgt: Netanjahu sieht sich nach wie vor im Recht, den souveränen Staat Iran kriegerisch zu attackieren.

Wie in den vergangen Jahren, bedient Netanjahu in seiner Verteidigung der israelischen Angriffspläne gegen den Iran, das Argument, dass jene, welche mit Grass Theorie sympathisierten, sich die Frage stellen müssten, ob „sie nicht auch zur Zeit des Holocaust mit den Verleumdungen gegen Juden übereingestimmt hätten“. Angesichts einer solch haarsträubenden These Netanjahus ist die Debatte endgültig auf dem Kindergartenniveau angelangt.



Kommentare (1)


Ruth 23. April 2012 um 11:09

Israel wird seine Probleme nie lösen- solange Kirche und Staat nicht getrennt werden.
Herr Netanjahu versucht jetzt alle Deutschen, mit Kritik an der Regierung Israel als Nazis abzustempeln- bedenklich!
Aus solchen verbohrten Ansichten heraus entstehen Krieg und Neid.
Außerdem sollte Herr Netanjahu, wenn er von seinem Landsleuten spricht nicht nur von Juden sprechen sondern endlich von der Bevölkerung Israels.

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Donnerstag, 24. Januar 2019

Israel schickt Beduine Sayyah Abu Mdeighim al-Turi 10 Monate ins Gefängnis

In einer Urgent Action teilt Amnesty International (AI) mit, wonach am 25. Dezember 2018 Scheich Sayyah Abu Mdeighim al-Turi eine zehnmonatige Haftstrafe in Israel habe antreten müssen. Amnesty schreibt zu dem Gerichtsurteil, dieses sei auf Grund der Tatsache gefällt worden, da der Verurteilte seine Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit für ein Beduinendorf wahrgenommen habe. Sayyah Abu Mdeighim al-Turi büße seine Haftstrafe derzeit […]

Mittwoch, 16. Januar 2019

Prozess, Alfamir Castillo

Schüsse auf Aktivistin in Kolumbien wegen Armee-Mordvorwürfen

Am 11. Januar 2019 hätten zwei Unbekannte in der Gemeinde Pradera im Süden von Kolumbien auf das Auto der Aktivistin Alfamir Castillo geschossen. Der Täter habe von einem Motorrad aus geschossen. Das berichtet nun Amnesty International Deutschland. Das Anschlags-Opfer sei in Begleitung ihres Mannes und zweier LeibwächterInnen gewesen, welche von der „Behörde für Schutzmaßnahmen“, der „Unidad Nacional de Protección“ gestellt […]

Samstag, 08. Dezember 2018

Wegen Land

Kolumbien – Menschenrechtsverteidiger Enrique Cabezas mit Mord bedroht

Amnesty International teilt in einer Urgent Action mit, wonach Enrique Cabezas, der Leiter der „Kollektivs Afro-Kolumbianischer Gemeinschaften“ in Curvaradó im Departamento Chocó im Westen Kolumbiens bedroht werde. Auch Morddrohungen stünden im Raum. Grund: Er setze sich für die Landrechte einiger kolumbianischen Gemeinden ein. Zudem kämpfe er für das Recht der dort lebenden Menschen sich aus einem seit Jahren bestehenden bewaffneten […]

Freitag, 23. November 2018

Schurkenstaat Saudi-Arabien soll weitere Kritiker ermordet haben – und zwar Prinzen

Die Khashoggi-Affäre zeigt, wie erbarmungslos das saudische Schurken-Regime seine Kritiker verfolgt und mordet. Selbst Dissidenten aus der Königs- und Diktatorenfamilie leben auf gefährlichem Fuß. So seien zwischen 2015 bis 2017 drei saudi-arabische Prinzen bis heute spurlos verschwunden, berichtete bereits vor Monaten BBC. Das heißt nichts anderes, als: Die drei Prinzen wurden wahrscheinlich auf Veranlassung des Regimes ermordet. Grund: Auch diese […]

Mittwoch, 21. November 2018

UAE

Matthew Hedges – Großbritannien droht Abu Dhabi „ernsthafte Konsequenzen“ wegen lebenslanger Haft für Briten an

Die Verstimmungen zwischen dem Westen und der arabischen Halbinsel nimmt weiter dramatische Ausmaße an. Jetzt drohte die britische Regierung den Diktatoren der Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) „ernsthafte diplomatische Konsequenzen“ für die Inhaftierung eines jungen Briten an. Dies teilte der britische Außenminister mit. Auf Antrag von Abdu Dhabi war der junge britische Doktorand Matthew Hedges am Flughafen von Dubai im Mai […]

Samstag, 20. Oktober 2018

Saud

Regime des Mord-Königs von Saudi-Arabien nicht mehr satisfaktionsfähig nach seinem dreckigen Khashoggi-Mord

Kommentar – Ich glaube es war ein Autor der britischen linksliberalen Tageszeitung „Guardian“, der sich an folgende Szenen erinnerte und sie dieser Tage kundtat: Schon einmal habe eine brutale arabische Diktatur geglaubt, den Westen an der Nase durch die internationale Manage ziehen zu können und der Lächerlichkeit preis zu geben. Es sei Anfang der 1990er Jahre gewesen. Das Land, in […]