Skip to main content
Donnerstag, 22. August 2019

Ägypten: Botschaft von Saudi-Arabien geschlossen, Botschafter abgerufen

Saudi-Arabien hat nun seine Botschaft in Kairo in Ägypten geschlossen. Dem vorausgegangen waren diplomatische Schlagabtausche zwischen Kairo und Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens. Konkret geht es um einen in Saudi-Arabien inhaftierten Menschenrechtler.

Hunderte Ägypter hatten die vergangenen Tage massiv gegen das saudische Regime in Riad demonstriert und die Freilassung des inhaftierten Menschenrechtlers gefordert. Bei dem festgenommenen Menschenrechtler handelt es sich um den ägyptischen Anwalt Ahmed el Gesawi. Nach Angaben der Saudis habe der Anwalt versucht, Antidepressiva, also Medikamente zur Behandlung gegen Angstzustände, nach Saudi-Arabien illegal zu schmuggeln. Die Ägypter sagen hingegen, die Verhaftung sei nur deshalb erfolgt, da der Anwalt aus Sicht von Saudi-Arabien den saudischen König Abdullah beleidigt habe.

Derzeit versucht sich der Militärrat von Ägypten um Schadensbegrenzung mit seinem arabischen Nachbarn. Man sei, ließ der berühmte Feldmarschall Hussein Tantawi wissen, mit Saudi-Arabien in engem diplomatischem Austausch, um die Krise baldmöglichst beilegen zu können.

Beobachter halten jedoch die Schließung der saudischen Botschaft in Kairo für mehr als nur diplomatisches Geplänkel um die Inhaftierung eines Anwalts. Vielmehr offenbart dies tiefe Risse in den Beziehungen der einst verbündeten arabischen Staaten. Unter dem gestürzten ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak waren die Beziehungen zwischen Ägypten und Saudi-Arabien sehr gut. Seitdem sich aber Saudi-Arabien immer stärker als politische und militante Großmacht in Szene setzt und massiv in die Angelegenheiten anderer arabischer Staaten einmischt – von Tunesien über Libyen bis hin nach Syrien – verschlechtern sich zusehends die Beziehungen beider Länder.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 26. April 2019

Trauer

Asylsuchende aus Pakistan und Afghanistan werden in Sri Lanka wegen Terroranschlägen von verzweifelten Christen bedroht

Kommentar – Nach den Terroranschlägen von Sri Lanka, denen am höchsten Fest der Christen, dem Ostersonntag, rund 250 bis 300 Menschen zum Opfer fielen, kommen weitere Details ans Tageslicht. Alleine in der christlichen Kirche St. Sebastians in der Katuwapitiya Straße im sri-lankischen Städtchen Negombo[i] sollen 93 betende Christen von den Terroristen massakriert worden sein. Unter den in der alten Kirche […]

Sonntag, 07. April 2019

Deutsch Ostafrika

Ehemalige deutsche Kolonie Ruanda – 800.000 Menschen wurden 1994 ermordet

Es ist einer der schlimmsten Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent: Jener, den fanatische Hutu 1994 an rund 800.000 Menschen in Ruanda, einer ehemaligen deutschen Kolonie (Deutsch-Ostafrika) begangen haben sollen. Noch heute erinnert man sich beispielsweise in der Ortschaft Mabare an den April 1994. Es war der Beginn vor der langen Regenzeit. Die Berghänge, schreibt Al Jazeera auf seinem Onlineportal aljazeera.com, hätten […]

Montag, 25. März 2019

Israel lässt Ayman Nasser seit 30 Jahren regelmäßig im Gefängnis schmoren

Amnesty International berichtet, wonach am 10. März 2019 ein israelische Militärgericht in den besetzten palästinensischen Gebieten eine Haftverlängerung für den NGO-Mitarbeiter Ayman Nasser angeordnet habe. Die Haft gegen Ayman Nasser werde um lange weitere sechs Monate aufgestockt. Die Haft setzt eine lange Kette von vorherigen Verhaftungen des Menschenrechtlers in den vergangenen 25 Jahre fort. Amnesty moniert, dass der NGO-Mitarbeiter bereits […]

Mittwoch, 16. Januar 2019

Prozess, Alfamir Castillo

Schüsse auf Aktivistin in Kolumbien wegen Armee-Mordvorwürfen

Am 11. Januar 2019 hätten zwei Unbekannte in der Gemeinde Pradera im Süden von Kolumbien auf das Auto der Aktivistin Alfamir Castillo geschossen. Der Täter habe von einem Motorrad aus geschossen. Das berichtet nun Amnesty International Deutschland. Das Anschlags-Opfer sei in Begleitung ihres Mannes und zweier LeibwächterInnen gewesen, welche von der „Behörde für Schutzmaßnahmen“, der „Unidad Nacional de Protección“ gestellt […]

Sonntag, 08. Juli 2018

Palästina, Israel

Hamas und Abas-Regierung sollen auf friedliche Demonstranten eingedroschen haben

Bereits Ende Juni veröffentlichte die deutsche Amnesty International-Sektion in Köln einen Bericht über ein angeblich massives Vorgehen bis hin zu Misshandlungen gegen Palästinenser. Dieses Mal aber nicht durch israelisches Militär, sondern unter anderem durch die palästinensische Hamas-Partei selber. Der Bericht stützt sich auf eine englischsprachige Version (1; vgl. zudem Fußnotenverweis 2). Das pazifistische Portal kriegsberichterstattung.com kann den AI-Bericht nicht verifizieren. […]

Mittwoch, 13. Juni 2018

Nasa Embera Chamí

Indigene Gemeinschaft in Kolumbien mit Waffen bedroht und vertrieben

AI, Kolumbien – Mehr als 200 Angehörige der indigenen Gemeinschaft Nasa Embera Chamí aus dem Reservat La Delfina im Westen Kolumbiens seien, teilt Amnesty International in einer Urgent Action mit, aus ihren Wohnorten vertrieben worden. Zuvor sei am 8. Juni 2018 ein Anschlag auf einen Bewohner der Gemeinde verübt worden. Dies zeige einmal mehr, dass die Menschen dort dringend mehr […]