Skip to main content
Dienstag, 27. Oktober 2020

Saudi-Arabiens Diktatoren verhafteten Milliardär Prinz Alwaleed bin Talal heißt es

Wurde vom Regime in Saudi-Arabien verhaftet, heißt es: Der weltweit bekannte arabische Multimilliardär Alwaleed bin Talal .

Er gehört zu den reichsten Menschen der Welt und das seit Jahrzehnten. Nun berichten mehrere amerikanische  Medien wonach unter den 11 verhafteten Prinzen in Saudi-Arabien angeblich auch der Multimilliardär Al-Waleed bin Talal, bekannt als Alwaleed bin Talal, 62,  gehören soll, der auf arabisch الوليد بن طلال بن عبد العزيز آل سعود heißt. (1) Außerdem soll nach Angaben von Al Jazeera der Sohn des verstorbenen Ex-Königs von Saudi-Arabien, Prinz Miteb bin Abdullah, verhaftet worden sein. Er ist der ehemalige Chef des Sicherheitsapparates von Saudi-Arabien (Video).

Neben bin Talal und bin Abdullah seinen unter den Verhafteten neun weitere Prinzen, vier Minister und Dutzende ehemalige Minister, berichtet unter anderem das saudi-arabische Staatsfernsehen Al Arabiya, schreibt unter anderem die New York Times und auch wir berichteten bereits als eines der ersten deutschsprachigen Medien über die Verhaftungswellen

Die Verhaftung von Prinz Alwaleed dürfte weltweit Schockwellen auslösen. Zeigt es doch einmal mehr, wie überaus unberechenbar die Diktatoren von Saudi-Arabien sind, die sich gerne als Könige bezeichnen. De Fakto ist aber Saudi-Arabien ein Unrechtsstaat (Verweis: „Saudi-Arabien Strafen: Querschnittslähmung, Augen amputiert, Beine abgehackt“).

Prinz Alwaleed kontrolliert unter anderem die milliardenschwere Investmentfirma Kingdom Holding. Zudem besitzt er große Anteile an 21st Century Fox, der Citigroup, an Apple, Twitter,  der News Corporation von Rupert Murdoch (7%), an Planet Hollywood (20%), der Saudi Arabian Ancestry Paternal, sowie der Lebanese Ancestry Maternal. (2, 3)

Zudem soll der Prinz an Satellitenfernsehnetzen beteiligt sein, welche das Rückgrat des saudi-arabischen Staatsfunks darstellen.

Die Verhaftungen treibt Diktatoren-Sohn Kronprinz Mohammed bin Salman, 32, voran, der ein Lieblingssohn des saudischen Diktators Salman sein soll.

Das Vermögen von Alwaleed bin Talal wird laut Forbes auf über 17,2 Milliarden US-Dollar geschätzt. (4)

Kritiker bemängeln, dass die Behauptungen, die Verhafteten seien angeblich in Korruption verwickelt, vorgeschoben seien. Gegenüber Al Jazeera English, dem Fernsehsender von Katar, erklärte beispielsweise Luciano Zaccara, Professor an der Qatar University, er halte die Verhaftungswelle für gefährlich. Grund:

Er sehe keinen Zusammenhang mit Korruption, da die Korruptions-Kommission erst kürzlich gegründet worden sei und man solch massive Vorwürfe wie Korruption nicht in wenigen Tagen rechtsstaatlich untersuchen könne (Video).

Der gut informierte arabische Fernsehsender Al Jazeera berichtet zu den Vorgängen des Regimes in Saudi-Arabien das Folgende:

„Inzwischen gab der oberste Rat der Kleriker des Königreichs eine Erklärung heraus, die besagte, dass es eine islamische Pflicht sei, Korruption zu bekämpfen – im Wesentlichen religiöse Unterstützung für die Verhaftungen auf hoher Ebene, über die berichtet wird.

Die Regierung sagte, der Antikorruptionsausschuss habe das Recht, Haftbefehle zu erlassen, Reisebeschränkungen zu verhängen und Bankkonten einzufrieren. Sie kann auch Geldmittel verfolgen, den Transfer von Geldern oder die Liquidation von Vermögenswerten verhindern und andere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, bis Fälle an die Justiz überwiesen werden.“ (5)

Zudem schreibt Al Jazeera:

„Der königliche Orden sagte, dass das Komitee ‚aufgrund der Neigung einiger Menschen zu Missbrauch gegründet wurde, ihr persönliches Interesse über das öffentliche Interesse zu stellen und öffentliche Gelder zu stehlen‘.“ (5 f)

Zudem wird kolportiert, wonach saudische Staatsbürger seit langem die grassierende Korruption in der Regierung und die Verschwendung öffentlicher Gelder durch die Machthaber beklagten. Das beträfe dann auch direkt den herrschenden Diktator und sein Gefolge, das ihn auf den Posten brachte.

Prinz Miteb bin Abdullah, der verhaftete Chef der Nationalgarde, soll durch Prinz Khalid bin Ayyaf al-Muqrin ersetzt worden sein. (5ff)

Anmerkung

kriegsberichterstattung.com konnte die Meldungen von der Verhaftung von Prinz Alwaleed  sowie Prinz Miteb bin Abdullah nicht überprüfen. Wir gehen aber davon aus, dass die Berichte, darunter in der New York Times, zutreffend sind.

Einzelnachweise

(1) Saudi Arabia Arrests 11 Princes, Including Billionaire Alwaleed bin Talal, in New York Times.

(2) Prinz al-Walid ibn Talal Al Saud (arabisch الوليد بن طلال بن عبد العزيز آل سعود, in Wikipedia.

(3) AKA Alwaleed Bin Talal Bin Abdulaziz Al Saud, in: nndb.com.

(4) Prince Alwaleed Bin Talal Alsaud, in: Forbes.

(5, 5f, 5ff) Saudi Arabia’s King Salman removes prince who headed National Guard; other princes arrested, in: al.com vom 05.11.2017. Abgerufen am 05.11.2017.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Sonntag, 18. Oktober 2020

Covid 19

Wir sind an der Seite der Corona Shutdown Gegner – Freiheit größer als das Virus

Kommentar – Die Schweizer sind nicht gerade für Rambazamba bekannt. Viele leben in ihrem lokalen Wohlstand. Die Altersvorsorge klappt mit dem Dreisäulenprinzip besser als in Deutschland und vielen anderen EU-Staaten. Das Arbeitslosengeld ist in der Schweiz erheblich höher – maximal 400 Franken brutto pro Tag und bis zu maximal 21,7 Arbeitstage-Geldern pro Monat. Doch ein drohender zweiter Lockdown wegen Corona […]

Donnerstag, 15. Oktober 2020

Streit

Chaos Computer Club Zürich (CCCZH) wirft dubioser „Wald statt Asphalt“-Webseite waldstattasphalt.blackblogs.org falsche CCCZH Impressums-Angabe vor

Ein Vertreter des Chaos Computer Club Zürich (CCCZH) weist falsche Impressums-Angaben der „Wald statt Asphalt“-Webseite waldstattasphalt.blackblogs.org zurück. In einer Mail an uns schreibt ein Clubvertreter: Für waldstattasphalt.blackblogs.org sei der CCCZH als Ganzes nicht verantwortlich. Impressumsangaben, die das bis vor kurzem behaupteten seien falsch. Laut watson.ch sei „Wald statt Asphalt“ eine „neue Protestwelle“ von Extinction Rebellion. Eine Protest-Organisation, die aus zahlreichen […]

Dienstag, 13. Oktober 2020

"Menschliche Tiere"-Aktion

Autobahn A3: Umweltaktivisten-Terror um „Wald statt Asphalt“ verursacht fast tödlichen Unfall

Kommentar – Unter dem angeblichen Einsatz für die Umwelt besetzen sogenannte Umweltaktivisten in Europa Parlamente, Banken, blockieren illegal Straßen und jetzt haben linksradikale selbsternannte „Umweltaktivisten“ in Deutschland auch noch fast ein Menschenleben auf dem Gewissen. Zumindest schaut es derzeit nach Medienberichten danach aus. So hatten Anarchisten, die glauben, für sie gelte offensichtlich das Recht nicht, sich irrerweise von einer Autobahnbrücke […]

Donnerstag, 24. September 2020

Diktaturen

Bahrain lässt Jugendliche nach acht Jahren Haft frei

Auch wenn viele einen Friedensvertrag zwischen Israel und Bahrain feiern, eingetütet durch U.S.-Präsident Donald Trump, so bleibt doch festzuhalten: Bahrain ist ein diktatorisches Regime. Das zeigt sich einmal mehr an einer Meldung von Amnesty International Deutschland (AI). So teilte Amnesty mit: Am 23 Mai 2020 sei Ebrahim Ahmed Radi al-Moqudad (15 Jahre bei der Festnahme im Jahr 2012; heute also […]

Samstag, 01. August 2020

Anti-Korruptions Demonstrationen

Amnesty International fordert Palästinensische Aktivisten müssen von Behörden in Ramallah freigelassen werden.

Am 19. Juli 2020 nahmen die im Westjordanland stationierten palästinensischen Streitkräfte in der Stadt Ramallah 19 Aktivisten fest, die friedlich gegen die Korruption im Land protestierten. Dies teilte nun Amnesty International Deutschland mit und schreibt: „Während drei von ihnen wieder freigelassen wurden, wurden 16 angeklagt, zehn von ihnen befinden sich weiterhin in Haft“. Alle zehn Palästinenser sind aus Protest gegen […]

Montag, 29. Juni 2020

Türkei

Corona machts möglich: Urlaub für 32 Euro im 5 Sterne Hotel

Zahlreiche Reise-Start-Ups stehen wegen der Corona-Krise mit dem Rücken zur Wand, vielen droht der Ruin – auch unter den großen Reiseanbietern. Nach wie vor sehr günstig ist die Türkei. Doch das hat seine Schattenseiten. Denn Millionen Bürger aus Europa meiden seit Jahren die Türkei als Tourismusgebiet, da willkürliche Verhaftungen drohen. Vor allem wenn jemand in Social Media seine Sympathien mit […]

Du kannst das Setzen nicht funktionaler Cookies hiermit unterbinden. Hier klicken um dich auszutragen.
Translate »