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Dienstag, 15. Oktober 2019

Syrische Opposition über Massaker – lügt sie mal wieder oder spricht sie die Wahrheit?

Erst kürzlich legte die UNO ihren Bericht zur Sicherheitslage in Syrien vor: Sie dokumentierte darin detailliert, welche Bluttaten sie der syrischen Regierung zu Lasten legte und welche der syrischen Opposition. Denn auch die Opposition, die sich großspurig selbst als Nationaler Übergangsrat tituliert, ist kräftig dabei, mit Bomben und Raketen andere Menschen zu ermorden.

Doch nach Lesart des bislang wenig seriös agierenden „Nationalen Übergangsrats von Syrien“ bedeuten Massaker immer nur die Massaker der Regierung an der Zivilbevölkerung, nicht aber, wenn die Opposition im Namen des selbst ernannten „Nationalen Übergangsrats“ Hunderte Soldaten und Staatsdiener ermordet. Nach ihrer Lesart sei das kein Massaker.

Es war ja fast schon klar, dass, nachdem die syrische Opposition sich vor wenigen Tagen auch von der UNO vorhalten lassen musste, dass sie Hunderte Syrier entgegen des Völkerrechts ermordet und umgebracht hatte, dass sie auf den Tag wartet, an dem das syrische Regime wieder Menschen umbringt.

So wie jetzt: Bei einem Regierungsangriff auf die syrische Stadt Hula seien bis zu 90 Menschen umgekommen, wird behauptet, darunter seien auch viele Kinder. Die Opposition, die aber auch in der Vergangenheit so manches Mal dreiste Lügen verbreitet hat, spricht von 25 toten Kindern.

Offizielle Bestätigungen gibt es nicht. Derzeit versuchen die Kriegsbeobachter der UNO im Rahmen der Kriegsberichterstattung selbst Licht ins Dunkel zu bringen und sind wohl in Hula unterwegs, um zu untersuchen, ob die von der Opposition angegebene Anzahl von 90 bis 125 Toten tatsächliche zutreffe. Untersucht werden soll aber auch, ob die Toten tatsächlich zweifelsfrei auf eine militärische Operation der Regierungstruppen oder nicht doch der syrischen Opposition, also des „Nationalen Übergangsrats“, oder gar von Al Quaida zurückzuführen seien.

Seit Monaten sperrt sich der selbst ernannte „Nationale Übergangsrat“ gegen alles: Gegen freie Wahlen, gegen eines vom syrischen Volk gewählten Parlaments, ja gegen eine Regierungsbeteiligung, sollte sie in den freien Parlamentswahlen gewinnen. Deshalb war sie erst gar nicht zur Wahl angetreten.

Sie träumt nur von einem: Von einem Mord am syrischen Diktator Baschar Hafiz al-Assad (arabisch ‏ بشار حافظ الأسد ‎) – ganz nach dem Vorbild des durch das westliche Kriegsbündnis NATO ermöglichten Mordes am libyschen Staatschef Muhammed al Gaddafi.

Deshalb nutzt der selbst ernannte „Syrische Nationalrat“ die Kriegspropaganda anlässlich des bislang nicht einmal ansatzweise bestätigten „Massakers“ in der Stadt Hula, um mal wieder den UNO-Sicherheitsrat aufzufordern, in Syrien mit Massenbomben ihr selbst zum Sieg zu verhelfen.

Peinlichkeit am Rande: Die deutschen Medien, wie zum Beispiel Klassik Radio, übernehmen einmal mehr ungeprüft die Meldungen des „Nationalen Übergangsrats“ und verbreiten dessen Massaker-Behauptungen noch nicht einmal in der Konjunktur-Form. So sagte das deutschlandweit ausgestrahlte Klassik Radio in seiner Nachrichtensendung am Samstag um 16 Uhr, von den rund 100 Toten seien geschätzte 50 Kinder. Dass diese Zahlen bislang nicht verifizierbar sind – das ging in der Berichterstattung von Klassik Radio so gut wie unter. Deshalb gibt es für Klassik Radio Nachrichten von kriegsberichterstattung.com die lila Nelke für unseriösen und peinlichen Journalismus.

update, 4.6.2012, 19:47: Klassik Radio legt Wert darauf, dass die richtige Radiomeldung den folgenden unten noch einmal widergegebenen Wortlaut gehabt habe und sieht sich durch unsere Darstellung zu Unrecht kritisiert. Allerdings können wir auch dieser Meldung nicht entnehmen, dass hier die nötige kritische journalistische Distanz vorhanden ist, die guter Qualitätsjournalismus haben sollte. Besonders kritikwürdig finden wir, dass in den Klassik Radio-Nachrichten (aber nicht nur dort!) die Täter in den Reihen der syrischen Regierung vermeintlich seien, obwohl schon am Sonntag der Nachrichtensendung sich die Hinweise mehrten, dass eben nicht die Regierungstruppen die hauptverantwortlichen Täter des Massakers waren, sondern Söldner der Opposition und terroristische Gruppierungen. Dennoch hier der Wortlaut der Klassik Radio Meldung, welche uns Klassik Radio – ein Sender den wir ansonsten sehr schätzen – freundlicherweise noch einmal zur Verfügung gestellt hat. Die Leser können sich dann ihr eigenes Urteil bilden:

In Syrien verdichten sich die Anzeichen, dass regimetreue Truppen in der Provinz Homs ein verheerendes Massaker angerichtet haben. Nach Angaben der Opposition wurden in der Stadt Hula mehr als 100 Menschen getötet. Die Hälfte der Opfer seien Kinder gewesen. Inzwischen ist eine Abordnung der UN-Beobachtermission am Schauplatz des Geschehens eingetroffen. Über den Hergang des mutmaßlichen Massakers sickern nur bruchstückhafte Informationen durch. Angeblich starben die Menschen zunächst beim Artilleriebeschuss der Stadt, später seien Freischärler von Haus zu Haus gegangen, um die Einwohner zu töten.“

update, 26.5.2012, 20:26 Uhr: Mittlerweile hat die UNO den Tod von 32 Kindern bestätigt. Allerdings: Ob die in Leichentücher eingehüllten „Körper“ tatsächlich Tote sind oder nicht doch Strohpuppen oder ähnliches, lässt sich nicht verifizieren. Auffallend ist, dass die Leichentücher, die der Presse vorgeführt wurden, alllesamt klinisch sauber sind. Nach islamischen Recht dürften Leichen aus solchen Tüchtern nicht ausgerollt werden, deshalb ist auch für die UNO eine Kontrolle letztlich sehr schwierig. In der Vergangenheit wurden immer wieder auch in Leinentücher eingewickelte Strohpuppen als Leichen der Presse vorgeführt, berichten Kriegsberichterstatter.



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