Skip to main content
Montag, 14. Oktober 2019

Palästinensische Menschenrechtsorganisation +++ 13 Tote und 1031 Verletzte durch Israel am Karfreitag

Der palästinensische Fotograf Khaled Wadiya zeigt auf Facebook Bilder der Demonstration vom Karfreitag (Quelle: https://de-de.facebook.com/khaled.s.w2/)

Die palästinensische Menschenrechtsorganisation PCHR, auf Englisch „Palestinian Center for Human rights“, teilte am Freitagabend in einer Presserklärung mit: „Am blutigsten Tag nach der Offensive des Jahres 2014“ habe die israelische Armee im Rahmen militärischer Operationen im östlichen Gaza-Streifen 13 palästinensische Zivilisten getötet und 1.031 Menschen verletzt. Unter den Verletzten seien 218 Kinder und 34 Frauen. [1]

Namentlich konnte die PCHR bislang folgende Opfer nennen:

Jihad Zuhair Abu Jamous (30) aus Khan Younis sei vom israelischen Militär im östlichen Khuza’ah in Khan Younis mit einer Kugel in den Kopf getroffen worden.

Abdel Qadar Mardi Soliman al-Hawajri (42) aus al-Nussairat sei im östlichen al-Bureij vom isrealischen Militär mit einer Kugel in den Bauch getroffen worden.

Naji ‚Abdullah Shehdah Abu Hujeir (25) aus al-Bureij sei im Osten von al-Bureij mit einer Kugel in den Bauch getroffen.

Zudem sei Bader Fayeq Ibrahim al-Sabbagh (19) aus dem nördlichen Gazastreifen im östlichen Jabalia von der israelischen Armee mit einer Kugel in den Kopf getroffen worden.

Die palästinensische Menschenrechtsorganisation schreibt weiter, wonach „die riesige Zahl von Opfern“ beweise, „dass die israelischen Streitkräfte weitere Verbrechen und exzessive Gewalt gegen palästinensische Zivilisten“ begingen würden. Zudem zeige es einmal mehr, dass Israel offizielle politische Entscheidungen missachte.

Das PCHR betone, dass die Organisatoren der Karfreitag-Demonstrationen im Gaza friedliche Absichten gehabt hätten. So hätten sie lediglich:

  • Palästinensische Flaggen und UNO-Flaggen gehievt.
  • Zudem hätten sie die Umsetzung der Resolution 194 der Vereinten Nationen gefordert.

Israel habe aber schon vor Beginn der Karfreitag-Demonstrationen im Gazastreifen (Gaza Strip) an die Palästinenser „Drohbriefe“ verschickt, „um die Organisatoren und den Gazastreifen einzuschüchtern“.

Letztlich habe Israel schon im Vorfeld den Einsatz „von Scharfschützen“ („snipers“) und „Hunde-Sniffer-Einheiten“ („dog sniffer units“) entlang der Grenzen zu Gaza“ rechtfertigen wollen.

Zudem habe ein Armee-Sprecher auf der israelischen Facebook-Seite erklärt, wonach man, sollte man es für nötig halten:

Im Zentrum des Gazastreifens gegen diejenigen vorgehen werde, welche „hinter diesen gewalttätigen Protesten“ steckten und Verbrechen begingen, beziehungsweise Attentate begingen, also „extra-judicial killings“, beziehungsweise „assassinations“.

Die PCHR teilte ferner mit, man verurteile die „neuen Verbrechen der israelischen Streitkräfte“ am Karfreitag.

Zudem sehe man „die Gewalt auf Seiten der israelischen Armee“ auch als „Ergebnis des Schweigens der internationalen Gemeinschaft zu den Verbrechen der israelischen Streitkräfte“.

Das PCHR weise ferner darauf hin, wonach die israelische Armee gezielt und explizit die Konfrontation mit „Hunderttausenden“ Demonstranten auf einer friedlichen Demonstration gesucht habe.

Das PCHR warne davor, dass, „solange Israel weiterhin die Rechte der Palästinenser im Gazastreifen leugne“ und ihnen ihre Rechte gemäß den relevanten UN-Resolutionen verweigere, es weiterhin Demonstrationen gebe werde.

„Einhaltung des Vierten Genfer Abkommens von 1949“

Man hoffe und erwarte deshalb, dass die UNO und sonstigen internationalen Organisationen den Palästinensern in den besetzten Gebieten internationalen Schutz gewährleisteten.

Das PCHR wiederholte zudem seine Aufforderung an die „Hohen Vertragsparteien des Vierten Genfer Abkommens von 1949“, „ihren Verpflichtungen aus Artikel 1 nachzukommen“.

Dazu gehöre „die Einhaltung des Übereinkommens unter allen Umständen“ endlich „zu respektieren und zu gewährleisten“.

Israel solle der Kriegsverbrechen angeklagt werden, fordert PCHR

Es gehöre auch dazu, die „Verpflichtungen gemäß Artikel 146 zur Verfolgung von Personen, die schwere Verstöße gegen die Vierte Genfer Konvention begangen haben“ einzuhalten.

Letztlich, so die palästinensische Menschenrechtsorganisation PCHR, müssten „die schwerwiegenden Verstöße durch Israel als Kriegsverbrechen nach Artikel 147 des Übereinkommens und des Protokolls“ gewertet werden.

Im Zentrum müsse dabei das „Genfer Abkommen über die Gewährleistung des Rechts der palästinensischen Zivilbevölkerung auf Schutz in den besetzten Gebieten“ stehen.

Einzelnachweise

(1) On Bloodiest Day After 2014 Offensive and within Land Day Activities, Number of Killed Persons Amounts to 13 Civilians and Number of Wounded Increases to 1,031, including 218 Children and 34 Women, Pressemitteilung und Artikel der The Palestinian Centre for Human Rights (PCHR) vom 30. März 2018. Abgerufen am 31. März 2018.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 11. Oktober 2019

Menschenrechte

Kasachstan lässt Serikzhan Bilasham frei: Er darf China aber nicht mehr kritisieren

Egal ob in entlegensten Ortschaften in Afrika oder eben im russischen Nachbarland Kasachstan: China ist überall und macht überall Geschäfte. Das hat nun auch Serikzhan Bilasham zu spüren gekommen. Er war verhaftet worden, da er öffentlich zu laut in Kasachstan die mangelnden Menschenrechte in China anprangerte. Fünf lange Monate hielt man den Menschenrechtler per «Hausarrest» in einem anonymen Haus im […]

Samstag, 28. September 2019

US-Politik pervers

Joe Bidens Sohn kassierte 45.000 Euro monatlich in Ukraine und Trump soll Amtsenthoben werden

Welcher Normalsterbliche schafft es in seinem Leben auf einen Monatslohn von rund 45.000 Euro, was umgerechnet 540.000 Euro in einem Jahr wäre? So viel Geld wird oft nicht einmal an deutsche Geschäftsführer bezahlt. Die Chefs von Unternehmen mit über 2000 Mitarbeitern bekommen hierzulande häufig Gehälter zwischen 300.000 und 350.000 Euro im Jahr – maximal. Doch ausgerechnet der Sohn des demokratischen […]

Freitag, 06. September 2019

Vertreiber

Diktator Robert Mugabe, Schlächter der Weißen, ist in Simbabwe mit 95 gestorben

Simbabwes Diktator, Robert Mugabe, ist tot. Er starb mit 95 Jahren in seinem Heimatland. Er galt für viele Schwarze als Ikone des Freiheitskampfes. So war er einer von Hunderttausenden, die vor allem in den 1970er Jahren für die Unabhängigkeit Simbabwes von der brutalen Kolonialmacht Großbritannien kämpften. Erst 1980 konnte das Ziel erreicht werden und Simbabwe erlangte seine Unabhängigkeit. Simbabwe liegt […]

Donnerstag, 15. August 2019

Verweigerung?

Kramp-Karrenbauer scheint Nationalhymne nicht beim Großen Zapfenstreich gesungen zu haben

Beim Großen Zapfenstreich angesichts der Verabschiedung von Ursula von der Leyen als Bundesverteidigungsministerin hatte man den Eindruck als ob Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), genannt AKK, in Berlin das Singen der Nationalhymne (Deutschlandhymne, Deutschlandlied) verweigerte. Die CDU-Vorsitzende AKK stand gegen 22.15 Uhr stumm, etwas um den Mund zuckend, neben von der Leyen, die mit den Soldaten des Großen Zapfenstreichs die Deutschlandhymne sang. […]

Samstag, 03. August 2019

Peking

Chinas Ex Premier Li Peng mit 91 gestorben – er ließ 1989 den Aufstand auf dem Tian’anmen-Platz niederschlagen

Er war über viele Jahre das Gesicht Chinas in der Welt: Premierminister Li Peng. Jetzt starb er auf Grund einer Krankheit mit 91 Jahren in Peking. Das schreibt die auch an deutschen Flughäfen kostenlos ausliegende englischsprachige China Daily Tageszeitung. Li Peng sei bereits am 22. Juli 2019 um 11.11 Uhr verstorben. Er sei, heißt es in klassischer kommunistisch sozialistischer Staatssprache, […]

Freitag, 05. Juli 2019

Öltanker

Großbritanniens Piraterie in Gibraltar gegen Iran und Syrien ist völkerrechtlich krimineller Akt

Kommentar – Großbritannien hat in einem Akt internationaler Piraterie auf Bitte der rechtspopulistischen Regierung der USA einen Öltanker militärisch aufgerieben und festgehalten. Der Öltanker hatte in der Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer vorstoßen wollte. Angeblich gehöre der Öltanker zum Iran, der Öl nach Syrien habe transportieren wollen. Sowohl das Mittelmeer als auch die Straße von Gibraltar sind öffentlich zugängliche Gewässer, […]