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Mittwoch, 25. November 2020

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Iran-Krise um angebliche Drohnenangriffe und die Lügenkriege

Bild: pixabay free
Gefährliche Krise um den Iran.

Kommentar – Es ist immer das gleiche: Wenn eine Nation gegen eine andere mit kriegerischen Aggressionen auf Grund politischer Dissonanzen vorgehen möchte, beginnt als erstes der PR-Lügenkrieg. Damit möchte man die Öffentlichkeit auf seine Seite ziehen.

Das war im Zweiten Weltkrieg so, als Polen und Großbritannien den deutschen Diktator Adolf Hitler bewusst über die Danzig-Frage 1939 monatelang provozierten. Und damit durchaus einen Krieg, einen möglichen weiteren Weltkrieg, nicht nur riskierten, sondern auch machtstrategisch ins Kalkül zogen. Das scheinen die USA im Schulterschluss mit der mörderischen Diktatur Saudi-Arabien auch jetzt anzupeilen: Provokation als Rechtfertigung für einen Krieg.

Das Danzig Problem lohnt sich angesichts der aktuellen Krise näher anzuschauen: Obwohl Danzig seit 1308 überwiegend zu Deutschland gehörte, hatte man nach dem von Deutschland und Österreich verlorenen Ersten Weltkrieg die deutsch-preußische Stadt Danzig von Deutschland abgespalten und als angeblich „neutrales Gebiet“ deklariert. De Fakto regierte aber ab 1920 Polen in Danzig und nicht mehr das Deutsche Reich. Und das, obwohl bis dahin in Danzig Zehntausende Deutsche seit Jahrhunderten lebten.

Mit der politischen Machtzuschanzung von Danzig an Polen, wollten vor allem Großbritannien und Frankreich nach dem Ersten Weltkrieg das Deutsche Reich  geopolitisch schwächen.

  • Denn Großbritannien wollte auf dem europäischen Kontinent keine hegemoniale Macht außer sich selbst dulden.
  • Und Frankreich wollte lieber ein starkes Großbritannien neben sich haben, als ein starkes Deutsches Reich, in das der französische Diktator Napoleon Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgreich kriegerisch eingedrungen war und damit das Heilige Römische Reich Deutscher Nation nach Jahrhunderten zerstörte.

Doch Danzig war auch bis in die 1940er Jahre für Deutschland strategisch wichtig. In etwa so, wie es die Krim über Jahrhunderte für Russland war. Ehe die Krim in einem letztlich illegalen Staatsakt in den 1950er Jahren durch einen machtbesessenen russischen Politiker (Nikita Chruschtschow) an die Ukraine verschenkt wurde. An die Ukraine, da der schenkende Politiker dort selbst geboren worden war.

2014 fiel die Krim nach rund 60 Jahren wieder an Russland. Dem war eine umstrittene Volksabstimmung auf der Krim vorausgegangen. Sie sollte klären, ob die Bewohner der Krim, überwiegend Russen, lieber weiterhin zur Urkaine gehören wollten, oder nicht lieber wieder zu Russland.

Während Russland davon spricht, die Volksabstimmung sei legal gewesen, haben sich viele im Westen auf die Seite der ukrainischen Regierung geschlagen und von einer illegalen Annektion gesprochen.

Fakt ist: Die Krim ermöglicht Russland einen wichtigen militärischen Zugang zum Schwarzen Meer.  Ein Zugang, der seit der umstrittenen „Schenkung“ der Krim an die Ukraine in den 1950er Jahren massiv erschwert worden war.

Den Danzig-Stachel hatte Deutschland bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nie verwunden.

Wikipedia Großbritannien führt zum Danzig Thema aus:

„Der polnische Korridor (Deutsch: Polnischer Korridor, Polnisch: Pomorze, korytarz polski), auch bekannt als der Danziger Korridor oder Korridor zum Meer.., war ein Gebiet in der Region von Pomerelia (Provinz Pommern, Ost-Pommern, früher Teil vom deutschen West-Preußen), die die vorgesehene Zweite Republik Polen (1920-1939) mit Zugang zur Ostsee ausstattete, so dass der Großteil der Teilung Deutschland (Weimarer Republik) aus der Provinz Ostpreußen vollzogen wurde. Die Freie Stadt Danzig (heute die polnische Stadt Danzig)  war sowohl von Polen als auch von Deutschland getrennt. Ein ähnliches Gebiet, gelegentlich auch als Korridor bezeichnet, war im Zeitraum 1466–1772 als Teil des königlichen Preußens mit der polnischen Krone verbunden worden.“

Weiter führt Wikipedia Großbritannien aus:

„Im 10. Jahrhundert wurde Pommern von slawischen Pommern, Vorfahren der Kaschuben, besiedelt, die von Boleslaw I. von Polen unterworfen wurden. Im 11. Jahrhundert gründeten sie ein unabhängiges Herzogtum. In den Jahren 1116 / 1121 wurde Pommern erneut von Polen erobert. Nach dem Tod von Herzog Bolesław III. wurde Polen 1138 in mehrere halbunabhängige Fürstentümer aufgeteilt. Die Samborides, Fürsten in Pommern, entwickelten sich allmählich zu selbständigen Herzögen, die das Herzogtum bis 1294 regierten. Bevor Pommern 1227 wieder unabhängig wurde, waren ihre Herzöge Vasallen aus Polen und Dänemark. Seit 1308 wurde Pommern nach Erbfolgekriegen zwischen Polen und Brandenburg vom Ordensstaat der Deutschen Ritter in Preußen unterworfen. 1466 wurde Pommern mit dem zweiten Dornenfrieden Teil des polnisch-litauischen Commonwealth und (rechtlich) Teil des autonomen königlichen Preußens. Nach der ersten Teilung Polens im Jahr 1772 wurde Pommern vom Königreich Preußen annektiert und Westpreußen genannt. 1871 wurde es Bestandteil des neuen Deutschen Reiches.“

Wie auch immer: Das historische Sammelsurium rund um kriegerische Auseinandersetzungen zeigt sehr schön, wie Kriege immer wieder entfacht werden, weil der eine meint, das, was der Gegner habe, gehöre nicht diesem, sondern einem selber.

Iran und die USA lassen also grüßen. Letztlich tappte jedenfalls Hitler 1939 in die Danzig Falle und schickte deutsche Truppen nach Polen, nachdem Polen bewusst-provokativ seine Truppen gegen Deutschland mobil gemacht hatte.

Polen hatte das wiederum gemacht, nachdem Großbritannien klare kriegerische Rückendeckung an Polen gegeben hatte. Der Zweite Weltkrieg war also ausgebrochen. Letztlich um ein geopolitisch heute unbedeutendes Land Erde, das eben Danzig hieß.

Genau um solche Machtspiele geht es seit Jahren auch im Mittleren Osten: Die Zankäpfel lauten heute vor allem Gas und Öl. Länder, die das haben, sind immer im Zentrum der Lügenkriege.

Jetzt heißt es, angeblich iranische Drohnen hätten angeblich saudische Ölgebiete mit Drohnen angegriffen, die aber der Schutzmacht der USA unterliegen.

Diese geschickt lancierte Geschichte ist – man wäre naiv, wenn man das nicht so sehen würde – sicherlich von Geheimdiensten der USA und Saudi-Arabiens lanciert.

Denn beide Länder haben ein großes strategisches Interesse daran, den Iran kriegerisch anzugreifen, um ihn zu schwächen.

  • Saudi-Arabien möchte dies auf Grund eines muslimischen Machtanspruches.
  • Die USA möchten es vor allem, um langfristig in der Region die politische Hegemonialmacht Nummer Eins zu bleiben. Ein starkes Iran ist nicht im Interesse der USA und eben nicht im Interesse Saudi-Arabiens.

Dabei waren es die USA, die den Iran gezielt seit Monaten provozieren. Das kulminierte in einer von der New York Times bekannt gegeben Meldung, wonach die Administration von US-Präsident Donald Trump angeblich 120.000 Soldaten in Richtung Iran geschickt habe.

Offiziell bestätigt wurde das nie, aber auch nicht dementiert. Klar ist: Die US-Regierung spielt mit dem Feuer und versucht den Iran zu provozieren. Aktuelle Berichte angeblicher Drohnenangriffe von Seiten des Iran gegen Saudi-Arabien oder US-Kriegsschiffe spielen nur einem in die Hände: Den Kriegsplänen der USA gegen den Iran.

Dalia Dassa Kaye, Seonior Political Scientist bei der Organisation RAND, kommentierte die Spannungen am Mittwoch auf dem US-Nachrichtensender CNN wie folgt:

  • Sie sei der Meinung, die Aggressionen gingen von der Trump-Administration aus. Deshalb sei man derzeit gut beraten, sich nochmals zurückzunehmen und genau hinzuschauen, wer hier welche Interessen verfolge.
  • Dieses gelte vor allem auch deshalb, da es die USA gewesen seien, die den Iran massiv provozierten hätten, indem die USA das mühevoll ausgehandelte Atomabkommen des Iran gekündigt hätten.

Weiter erklärte die Politologin: Der Iran sehe sich massiven inländischen Problemen durch die neue US-Politik ausgesetzt, die auf Wirtschaftsboykott ziele und den Iran schwächen sollten.

Noch sei es aber auch nicht klar, wie sich die EU zu dem Problem stelle.

Gleichzeitig wies Donald Trump wiederum den Bericht der New York Times zurück, wonach er bereits einen konkreten Kriegsplan gegen den Iran in der Tasche habe.

Derzeit, erklärte die politisch-amerikanische Analystin Kaye zudem, sei es wichtig, dass eine Politik der Deeskalation gefahren werde und dass man sich wieder am Verhandlungstisch treffe.



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