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Chinas Ex Premier Li Peng mit 91 gestorben – er ließ 1989 den Aufstand auf dem Tian’anmen-Platz niederschlagen

Schlagzeile der britischen Tageszeitung "The Times" von 1989.

Schlagzeile der britischen Tageszeitung "The Times" von 1989.

Er war über viele Jahre das Gesicht Chinas in der Welt: Premierminister Li Peng. Jetzt starb er auf Grund einer Krankheit mit 91 Jahren in Peking. Das schreibt die auch an deutschen Flughäfen kostenlos ausliegende englischsprachige China Daily Tageszeitung.

Li Peng sei bereits am 22. Juli 2019 um 11.11 Uhr verstorben. Er sei, heißt es in klassischer kommunistisch sozialistischer Staatssprache, „ein exzellentes Mitglied der kommunistischen Partei Chinas“ gewesen. Ein „loyaler kommunistischer Soldat, ein prominenter Proletarier, revolutionärer Staatsmann und ein außergewöhnlicher Staatsführer“.

Li sei der kommunistischen Partei CPC bereits 1945 beigetreten und habe in der Nach-Kulturrevolution Chinas in den Jahren 1979 bis 1983 zunächst in diversen Ministerien und auf Vize-Ministerämtern dem Land gedient.

Li habe Chinas wirtschaftliche Weiterentwicklung betrieben, vor allem habe er dafür gesorgt, dass mehr Teile des Riesenreiches an die Stromversorgung angeschlossen worden seien. Er sei ein „außergewöhnlicher Führer im Energiesektor“ Chinas gewesen. Zudem sei er auch der Begründer der Idee gewesen, in China Atomkraftwerke zu bauen, um den großen Strombedarf einfacher decken zu können.

Ostblock versus Westblock

Als die Welt im Umbruch war in Russland, Deutschland, Ost- und Westblock, sei er 1988 an die Macht Chinas gekommen und sei vom Zentralkomitee zum Premier Chinas gewählt worden. Dabei habe er neue Formen des „macro-control“ eingeführt über die nationale Wirtschaft. Dies habe wiederum die Wirtschaft Chinas in eine neue Wachstumsphase gebracht.

„Während der politischen Turbulenzen 1989“ habe Li „eine klar abgrenzende“ Politik verfolgt und habe mit dem Politbüro „resolut“ Maßnahmen ergriffen, um die „Unruhen zu beenden“ und die „Stabilität“ in China wiederherzustellen. 1993 sei er auch deshalb erneut zum Premierminister des Reichs der Mitte gewählt worden.

Die „Turbulenzen“ meinen primär den Aufstand Tausender Chinesen im Jahr 1989 auf dem zentralen Pekinger von der Kommunistischen Partei sarkastisch als „Tian’anmen-Platz“, „Platz des Himmlischen Friedens“ getauften Platzes. Dort ist auch heute noch das Mausoleum des aufgebahrten umstrittenen Staatsführers Mao Zedong zu sehen.

Fünfjahresplan

Weiter schreibt die China Daily: „Unter der Führung des CPC Central Komitee war Li in der Verantwortung für den 9. Fünfjahres-Plan“ für die Jahre 1996 bis 2000. Hier habe er wiederum weitere grundlegende Maßnahmen für den „rapiden“ Aufbau der Wirtschaft in die Wege geleitet.

1998 sei er schließlich zum „Chairman“ des Nationalen Volkskongresses gewählt worden ehe er 2003 in den Ruhestand getreten sei.

Li Peng sei aber bis zu Letzt ein „wichtiger Begründer, loyaler Pragmatiker und aktiver Promoter von Chinas sozialistischem Marktwirtschaftssystem“ gewesen. Der Kampf gegen die Korruption im Lande sei ihm ebenfalls wichtig gewesen. Außerdem habe er sich für die Verbesserung der Situation der Arbeiter eingesetzt.

Sein Tod sei ein „heftiger Verlust für die Partei und das Land“, schließt die China Daily den Artikel vom 1. August ab.

Im Gegensatz zum Westen, wo verstorbene Staatsführer in der Regel auch mit persönlichen Noten bedacht werden, ist das in China anders: Hier gibt es öffentlich primär eine allgemeine nicht personalisierte Stellungnahme der Kommunistischen Partei.

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