Skip to main content
Montag, 14. Oktober 2019

Peking

Chinas Ex Premier Li Peng mit 91 gestorben – er ließ 1989 den Aufstand auf dem Tian’anmen-Platz niederschlagen

Bild: Pixabay License
Schlagzeile der britischen Tageszeitung "The Times" von 1989.

Er war über viele Jahre das Gesicht Chinas in der Welt: Premierminister Li Peng. Jetzt starb er auf Grund einer Krankheit mit 91 Jahren in Peking. Das schreibt die auch an deutschen Flughäfen kostenlos ausliegende englischsprachige China Daily Tageszeitung.

Li Peng sei bereits am 22. Juli 2019 um 11.11 Uhr verstorben. Er sei, heißt es in klassischer kommunistisch sozialistischer Staatssprache, „ein exzellentes Mitglied der kommunistischen Partei Chinas“ gewesen. Ein „loyaler kommunistischer Soldat, ein prominenter Proletarier, revolutionärer Staatsmann und ein außergewöhnlicher Staatsführer“.

Li sei der kommunistischen Partei CPC bereits 1945 beigetreten und habe in der Nach-Kulturrevolution Chinas in den Jahren 1979 bis 1983 zunächst in diversen Ministerien und auf Vize-Ministerämtern dem Land gedient.

Li habe Chinas wirtschaftliche Weiterentwicklung betrieben, vor allem habe er dafür gesorgt, dass mehr Teile des Riesenreiches an die Stromversorgung angeschlossen worden seien. Er sei ein „außergewöhnlicher Führer im Energiesektor“ Chinas gewesen. Zudem sei er auch der Begründer der Idee gewesen, in China Atomkraftwerke zu bauen, um den großen Strombedarf einfacher decken zu können.

Ostblock versus Westblock

Als die Welt im Umbruch war in Russland, Deutschland, Ost- und Westblock, sei er 1988 an die Macht Chinas gekommen und sei vom Zentralkomitee zum Premier Chinas gewählt worden. Dabei habe er neue Formen des „macro-control“ eingeführt über die nationale Wirtschaft. Dies habe wiederum die Wirtschaft Chinas in eine neue Wachstumsphase gebracht.

„Während der politischen Turbulenzen 1989“ habe Li „eine klar abgrenzende“ Politik verfolgt und habe mit dem Politbüro „resolut“ Maßnahmen ergriffen, um die „Unruhen zu beenden“ und die „Stabilität“ in China wiederherzustellen. 1993 sei er auch deshalb erneut zum Premierminister des Reichs der Mitte gewählt worden.

Die „Turbulenzen“ meinen primär den Aufstand Tausender Chinesen im Jahr 1989 auf dem zentralen Pekinger von der Kommunistischen Partei sarkastisch als „Tian’anmen-Platz“, „Platz des Himmlischen Friedens“ getauften Platzes. Dort ist auch heute noch das Mausoleum des aufgebahrten umstrittenen Staatsführers Mao Zedong zu sehen.

Fünfjahresplan

Weiter schreibt die China Daily: „Unter der Führung des CPC Central Komitee war Li in der Verantwortung für den 9. Fünfjahres-Plan“ für die Jahre 1996 bis 2000. Hier habe er wiederum weitere grundlegende Maßnahmen für den „rapiden“ Aufbau der Wirtschaft in die Wege geleitet.

1998 sei er schließlich zum „Chairman“ des Nationalen Volkskongresses gewählt worden ehe er 2003 in den Ruhestand getreten sei.

Li Peng sei aber bis zu Letzt ein „wichtiger Begründer, loyaler Pragmatiker und aktiver Promoter von Chinas sozialistischem Marktwirtschaftssystem“ gewesen. Der Kampf gegen die Korruption im Lande sei ihm ebenfalls wichtig gewesen. Außerdem habe er sich für die Verbesserung der Situation der Arbeiter eingesetzt.

Sein Tod sei ein „heftiger Verlust für die Partei und das Land“, schließt die China Daily den Artikel vom 1. August ab.

Im Gegensatz zum Westen, wo verstorbene Staatsführer in der Regel auch mit persönlichen Noten bedacht werden, ist das in China anders: Hier gibt es öffentlich primär eine allgemeine nicht personalisierte Stellungnahme der Kommunistischen Partei.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 11. Oktober 2019

Menschenrechte

Kasachstan lässt Serikzhan Bilasham frei: Er darf China aber nicht mehr kritisieren

Egal ob in entlegensten Ortschaften in Afrika oder eben im russischen Nachbarland Kasachstan: China ist überall und macht überall Geschäfte. Das hat nun auch Serikzhan Bilasham zu spüren gekommen. Er war verhaftet worden, da er öffentlich zu laut in Kasachstan die mangelnden Menschenrechte in China anprangerte. Fünf lange Monate hielt man den Menschenrechtler per «Hausarrest» in einem anonymen Haus im […]

Samstag, 28. September 2019

US-Politik pervers

Joe Bidens Sohn kassierte 45.000 Euro monatlich in Ukraine und Trump soll Amtsenthoben werden

Welcher Normalsterbliche schafft es in seinem Leben auf einen Monatslohn von rund 45.000 Euro, was umgerechnet 540.000 Euro in einem Jahr wäre? So viel Geld wird oft nicht einmal an deutsche Geschäftsführer bezahlt. Die Chefs von Unternehmen mit über 2000 Mitarbeitern bekommen hierzulande häufig Gehälter zwischen 300.000 und 350.000 Euro im Jahr – maximal. Doch ausgerechnet der Sohn des demokratischen […]

Freitag, 06. September 2019

Vertreiber

Diktator Robert Mugabe, Schlächter der Weißen, ist in Simbabwe mit 95 gestorben

Simbabwes Diktator, Robert Mugabe, ist tot. Er starb mit 95 Jahren in seinem Heimatland. Er galt für viele Schwarze als Ikone des Freiheitskampfes. So war er einer von Hunderttausenden, die vor allem in den 1970er Jahren für die Unabhängigkeit Simbabwes von der brutalen Kolonialmacht Großbritannien kämpften. Erst 1980 konnte das Ziel erreicht werden und Simbabwe erlangte seine Unabhängigkeit. Simbabwe liegt […]

Donnerstag, 15. August 2019

Verweigerung?

Kramp-Karrenbauer scheint Nationalhymne nicht beim Großen Zapfenstreich gesungen zu haben

Beim Großen Zapfenstreich angesichts der Verabschiedung von Ursula von der Leyen als Bundesverteidigungsministerin hatte man den Eindruck als ob Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), genannt AKK, in Berlin das Singen der Nationalhymne (Deutschlandhymne, Deutschlandlied) verweigerte. Die CDU-Vorsitzende AKK stand gegen 22.15 Uhr stumm, etwas um den Mund zuckend, neben von der Leyen, die mit den Soldaten des Großen Zapfenstreichs die Deutschlandhymne sang. […]

Freitag, 05. Juli 2019

Öltanker

Großbritanniens Piraterie in Gibraltar gegen Iran und Syrien ist völkerrechtlich krimineller Akt

Kommentar – Großbritannien hat in einem Akt internationaler Piraterie auf Bitte der rechtspopulistischen Regierung der USA einen Öltanker militärisch aufgerieben und festgehalten. Der Öltanker hatte in der Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer vorstoßen wollte. Angeblich gehöre der Öltanker zum Iran, der Öl nach Syrien habe transportieren wollen. Sowohl das Mittelmeer als auch die Straße von Gibraltar sind öffentlich zugängliche Gewässer, […]

Wikimedia Commons, the free media repository. Public domain der United States. Freitag, 14. Juni 2019

Brennende Öltanker: USA führten seit 1775 über 80 Kriege oder wer einmal lügt dem glaubt man nicht

Kommentar – Die USA haben in den vergangenen 250 Jahren so oft gelogen, wenn es um Kriege ging, dass man ihnen nicht mehr glauben mag. Es ist müßig, alle Kriege aufzuzählen, in welche die USA verwickelt waren. Kriege, die in der Mehrheit durch die USA aggressiv und federführend auf Grund eigener wirtschaftlicher oder geopolitisch-expansiver Interessen durchgeführt wurden. Wikipedia Deutschland nennt […]