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Montag, 17. Juni 2019

Ägypten: Nach Terroranschlag zu Israels Grenze verstärkt Ägypten Militär

Die ägyptische Regierung verstärkt nach einem Terroranschlag an der ägyptisch-israelischen Grenze nun die Militärpräsenz an den Grenzkontrollposten. Am Wochenende hatten mehrere dutzend ägyptischer Islamisten einen ägyptischen Grenzposten nach Israel überrannt und ein Massaker angerichtet: 15 ägyptische Soldaten starben, zwei Panzer wurden gestohlen und weiteres Militärgerät. Doch geht es nicht nur um Terror in Ägypten.

Es geht immer noch um einen schwelenden historischen Konflikt zwischen Israel und den Ägyptern seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967, den Israel mit militärischen Angriffen gegen Ägypten begonnen hatte. Israel selbst spricht von einem damals notwendigen Präventivschlag, da man den Einmarsch Ägyptens befürchtet habe.

Die Aggression vieler Ägypter gegen die Israelis ist auch in 40 Jahren Mubarak-Diktatur, die für Israel eine Zeit des Friedens war, nicht weniger geworden, sondern eher mehr. Das beruht vor allem auf dem für Ägypten schmachvollen verlorenen Sechstageskrieg im Jahr 1967. Damals ging Israel auf Kosten seiner Nachbarstaaten wie Ägypten oder Syrien als Sieger hervorging – auch dank der Unterstützung der Europäer und Amerikaner – und besetzte zahlreiche arabische Gebiete. Doch vergessen hat diese Schmach kein Araber.

Seitdem der langjährige Staatschef Husni Mubarak vor bald eineinhalb Jahren im Zuge der arabischen Revolution gestürzt wurde, wird zudem immer deutlicher: Ägypten steht als Verbündeter des Westens und damit als Friedensgarant für Israel auf Messers Schneider.

Sollte auch Syrien – auch als Schutzmacht für die arabischen Christen – fallen, droht der Region der totale Höllenritt. US-Präsident Barack Obama (Demokraten) gilt als eine zentrale Figur in diesen Umwälzungen: Er setzt häufig auf äußerst gefährliche Parteien – nicht selten auf islamische Extremisten. In Syrien fördert er beispielsweise die terroristisch agierende islamische „Freie Syrische Armee“ (FSA), obwohl niemand weiß, was nach einem Umsturz in Syrien kommt und obwohl die FSA offensichtlich in mehrere grausame Massaker – wie in Al Hula – verwickelt ist.

Seit dem Ende des Sechstagekrieges im Jahr 1967 ist Israel fast keinen Deut von seiner illegalen Besetzungspolitik in der Region abgerückt. Statt dessen setzt Israel seine Knechtungspolitik gegenüber den Palästinensern, welche zur großen Volksgruppe der Araber gehören, fort.

Tausende Palästinenser werden von Israel völkerrechtlich illegal gefangen gehalten, Tausende wurden von Israel – angeblich „nur“ im Kampf gegen den Terror, der von den Palästinenser ausgehe – umgebracht.

Dass es Terror der Palästinenser gegen Israel gibt, rechtfertigen viele Palästinenser damit, dass es auch Terror der Israelis gegen die Palästinenser gebe: Israel benehme sich häufig in den palästinensischen Autonomiegebieten wie eine Willkürsmacht: Zu jeder Tages- und Nachtzeit rückten israelische Soldaten ein und verhafteten willkürlich Palästinenser, kritisierte unlängst einmal mehr die palästinensische Autonomiebehörde, die sich selbst als palästinensische Regierung sieht, obgleich sie seit Jahren vergeblich auf eine UNO-Anerkennung hofft. Viele Palästinenser säßen in Israel wie in einem Unrechtsstaat jahrelang ohne Chance auf einen fairen Gerichtsprozess ein. Manche seit über 20 Jahren oder noch länger, wird kritisiert.

Wenn sich Israel deshalb auch auf Grund der aktuellen Vorkommnisse an der Grenze zwischen Ägypten und Israel nun Sorgen um seine eigene Sicherheit macht, so hat Israel diese Sorgen auch selbst verschuldet.

Wenn Israel nicht endlich selbst dafür sorgt, dass es eine Zwei-Staaten-Lösung zwischen Israel und den rund 9,8 Mio. lebenden arabischen Palästinensern gibt, droht die ganze Region im Chaos zu versinken. Je weiter die Umwälzungen in Syrien und der Region voranschreiten, desto klarer wird zudem: Die Region wird hinterher islamischer sein als je zuvor: Ob in Ägypten oder in Syrien, ob in Tunesien oder Libyen.

Man kann über die dort agierenden oder ehemals agierenden Diktatoren sagen was man möchte: Doch die Sicherheit der Region und Israels war für Jahrzehnte gewährleistet. Der Preis für mehr Demokratie ist scheinbar untrennbar damit verbunden, dass es mehr Gewalt in der Region gibt, dass immer mehr Menschen nun aus ihren Verstecken kommen und für Terror sorgen möchten. Für Israel wird es von Jahr zu Jahr enger. Zumal es auch immer mehr Araber gibt.

Der Preis für mehr Freiheit in den arabischen Ländern scheint auch eine Durchdringung der Politik vom Islamismus zu sein. Die Trennung von Politik und Religion, wie sie häufig bei arabischen Diktatoren praktiziert wurde, scheint immer stärker aufgehoben zu werden. Das ist kein gutes Friedenszeichen. In Syrien kommt es beispielsweise umfangreich zu Christenverfolgungen und Christenvernichtungen der von den USA unterstützten „Freien Syrischen Armee“.

Allerdings ist es nicht nur die pure Lust am Terror, der einige Araber umtreibt, sondern eben auch eine tief sitzende Aggression gegen Israels Ignoranz gegenüber den Menschenrechten der Millionen arabischen Palästinenser. Doch nicht nur für die Palästinenser gilt: Israel lässt oftmals einen Respekt gegenüber den Arabern grundsätzlich missen. Doch ohne gegenseitigen Respekt und eine gegenseitige Anerkennung kann es keine Stabilität in der Region geben.

Frieden ist in der Region ohne einen selbstständigen Staat der Palästinenser nicht möglich. Gleichzeitig müssen die Araber verstehen: Israel als Staat ist ein historischer Fakt, der für den Westen unverrückbar ist. Unverrückbar vor allem deshalb, da besonders die Europäer in Jahrhunderten den Juden großes Unrecht angetan haben und die Europäer mit dem Staat Israel hier ein Stück weit Wiedergutmachung leisten.

Ob die Gründung von Israel auf dem Gebiet der Palästinenser vor rund 70 Jahren historisch gerecht oder gegenüber den arabischen Interessen akzeptabel war, darüber kann jetzt nicht mehr ernsthaft diskutiert werden. Geschichte verläuft nicht immer für alle fair. Aber Geschichte kann zumindest nachträglich dazu beitragen, dass geschehenes Unrecht gelindert wird. Das galt für Israel im Jahr 1948 und das sollte endlich und sehr zeitnah auch für die Palästinenser gelten.

Ägypten und Israel gehören zu beliebten Reiseländern der Deutschen. Besonders Ägypten verzeichnet jährlich mehrere Millionen Touristen, die sich dort die antiken Schätze ansehen und am Roten Meer erholen. Ägypten gilt als Land, das fast zu jeder Jahreszeit Sonnengarantie hat.

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welt.de/debatte/die-welt-in-worten/article108426028/Prozesse-wegen-Voelkermords-gehoeren-abgeschafft.html

Syrische Nachrichtenagentur Sana: http://www.sana.sy/index_eng.html



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