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Mittwoch, 20. Februar 2019

Elitesoldat packt über Ermordung Osama bin Ladens durch US-Armee aus – Fox News eröffnet Jagd auf ihn

Es war ein Verstoß gegen internationales Recht – so sieht es Pakistan, so sehen es viele kritische internationale Beobachter, auch die UN: Die Hinrichtung des Al Quaida Terrorchefs Osama bin Laden am 2. Mai 2011 in seinem Haus in Pakistan.

Die USA hingegen verteidigten sich damit, dass sie die Befürchtung gehabt hätten, dass Osama bin Laden bei vorheriger Ankündigung der geplanten standrechtlichen Hinrichtung informiert worden wäre und fliehen hätte können. Doch viele fragen sich: Warum wurde er nicht gefangen genommen und vor ein Gericht gestellt, wie es in einer Demokratie üblich ist?

Nun packt ein US-Soldat unter dem Pseudonym Mark Owen aus. Er hat ein Buch zur Ermordung bin Ladens durch Spezialeinheiten des US-Militärs geschrieben. Die US-Militärs waren mit Kampfhubschraubern in der Nacht zum 2. Mai 2011 ohne vorherige Genehmigung durch die pakistanische Regierung über die pakistanische Grenze zum Wohnhaus bin Ladens in einem Ort in Pakistan geflogen und hatten dort mit spekulierten rund 100 involvierten Soldaten diesen hingerichtet und weitere Personen erschossen. Das hatte hinterher zu massiven Protesten der Regierung Pakistans geführt, Millionen Pakistani gingen auf die Straße und warfen dem Westen Kolonial-Verhalten vor.

Der Buchautor sei einer der ersten gewesen, der den Trakt im dritten Geschoss des Wohnhauses von Osama bin Laden betreten habe, in dem der Terrorführer sich aufhielt. Er sei direkt dabei gewesen, als Osama bin Laden starb, teilte der Buch-Verlag nun mit.

Der Enthüller war wohl Mitglied des geheimen Killerkommandos mit dem Namen Navy Seals und wäre dort im Team 6 aktiv gewesen. Auch wenn er das Buch eigentlich anonym unter Pseudonym veröffentlichen wollte, so ist es damit nun nicht mehr möglich: Der zum Medienmogul Rupert Murdoch gehörende US-TV-Sender Fox News hat seine Identität veröffentlicht. Spekulationen besagen, dass dabei möglicherweise Geld geflossen sei. Es heißt, der Autor sei 36 Jahre alt und stamme aus dem nördlichsten US-Bundesstaat Alaska.

Dass der Revolversender Fox News sogar den kompletten Namen und Wohnort des Autors bekannt gibt, lässt eigentlich nur eine Lesart zu: Der Rechtsaußen-Sender nimmt bewusst durch diese unverantwortliche Veröffentlichung in Kauf, dass Terrorgruppen sich an die Fersen des mittlerweile in „Rente“ befindlichen US-Elitesoldaten hängen und diesen oder Mitglieder seiner Familie umbringen.

Kritiker attackieren dabei auch die US-Militärs sowie das US-Verteidigungsministerium und werfen ihnen vor, bei der Veröffentlichung des Namens des mittlerweile aus dem Militär ausgeschiedenen Elitesoldaten möglicherweise die Finger im Spiel gehabt zu haben.

Dass darauf einiges hindeutet, darauf lassen auch die Zeilen auf Fox News online schließen: „One Navy SEAL told Fox News, ‚How do we tell our guys to stay quiet when this guy won’t?‘ Other SEALs are expressing anger, with some going so far as to call him a ‚traitor‘.“

Übersetzt heißt das: Ein Mitglied der US-Killer-Spezialeinheit habe die Frage in den Raum gestellt, wie man Mitgliedern des Killerkommandos der US-Regierung klarmachen solle, die Klappe zu halten, wenn es der jetzige Buchautor nicht mache.

Außerdem sei er ein Verräter. Ein weiterer Vorwurf der US-Militärs: Das Buch gefährde nun weitere künftige ähnliche „Spezialkommandos“, beispielsweise wenn es um die Befreiung von entführten Personen in anderen Staaten gehe. Obendrein drohten dem Buchautor nun rechtliche Konsequenzen.

Das Buch des US-Verlags Penguin Group, das gerade die Gemüter in Amerika erhitzt, solle am 11. September in den USA erscheinen. Also exakt dem Tag der Anschläge auf das World Trade Center in New York vor dann elf Jahren. Bin Laden war damals der Drahtzieher dieser schrecklichen Anschläge die rund 3000 unschuldige Menschenleben kosteten. Der Titel: „No Easy Day: The Firsthand Account of the Mission That Killed Osama Bin Laden“. Das Buch wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Deutschland veröffentlicht. Wann ist noch nicht bekannt.



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