Skip to main content
Mittwoch, 19. September 2018

Südafrika Mordermittlung Pistorius: 7-facher versuchter Mordvorwurf gegen Chefermittler

Noch berichten die südafrikanischen Medien nicht sonderlich umfangreich über den neuen Aspekt, dass im Falle der Mordermittlungen gegen den Paralympics-Star Oscar Pistorius möglicherweise auch der Chefermittler, Hilton Botha, in eine staatliche Mord-Versuchsserie verwickelt sein könnte. Ihm würde, wird berichtet, immerhin ebenfalls versuchter Mord in sieben Fällen vorgeworfen. Botha ist der Chefermittler („investigating officer“) im Mord an Reeva Steenkamp, der ermordeten ehemaligen Freundin von Pistorius. Sie war am Valentinstag mit mehreren Schüssen umgebracht worden.

Was die neuen Mordvorwürfe – die immerhin direkt von der südafrikanische Justiz – kommen – besonders heikel machen: Hilton Botha soll als Hauptermittler im Fall Oscar Pistorius selbst zur Wahrheitsfindung beitragen. Bereits im Mai solle Botha vor einem südafrikanischen Gericht wegen des Vorwurfs in einen siebenfachen Mordversuch verwickelt zu sein, erscheinen.

Konkret geht es darum, dass der Polizist gemeinsam mit anderen Polizisten im vor rund zwei Jahren Schüsse auf einen Minivan abgegeben hätte, nachdem dieser trotz Stopp-Aufforderung weitergefahren sei. In dem Auto saßen sieben Personen. Südafrika verfügt über eine der höchsten Kriminalitätsraten der Welt. Deshalb ist es nicht unüblich, dass die Polizei auf flüchtende Fahrzeuge schießt.

Dass die südafrikanischen Medien – im Gegensatz zu den deutschsprachigen – von den neuen Mordvorwürfen gegen den Chefermittler bislang kaum Notiz nehmen, zeigt wie unterschiedlich die Öffentlichkeiten solche Vorgänge beurteilen.
Weder ist das Thema des siebenfachen Mordversuchs ein größerer Zeitungsaufmacher in den aktuellen Online-Ausgaben der Tageszeitungen „Sowetanlive“ in Johannesburg (sowetanlive.co.za), noch in der „Cape Times“ in Kapstadt (iol.co.za) oder dem bekannten „Cape Argus“ (.iol.co.za), beziehungsweise dem „Daily Maverick“ in Johannesburg (dailymaverick.co.za).

Derzeit ist nicht entschieden, ob im Angesicht der Weltöffentlichkeit Hilton Botha weiterhin in dem Ermittlungsverfahren gegen Pistorius an vorderster Front aktiv sein darf. Derzeit, heißt es aus Justizkreisen, würde man Unterlagen anfordern und sich die Vorwürfe genauer ansehen.

Die Vorwürfe gegen Botha gehen nach Angaben südafrikanischer Zeitungen auf das Jahr 2009 zurück. Damals seien die Vorwürfe gegen „detective Hilton Botha“ jedoch wieder zurück gezogen worden und an den „director of public prosecutions“ übergeben worden (DPP). Dieser scheint das Thema eigentlich als erledigt angesehen zu haben und wurde wohl erst unter dem Eindruck eines drohenden Skandals unter den Augen der Weltöffentlichkeit am Mittwoch wieder aktiv. Denn erst dann teilte der „DPP“, eine Art Generalstaatsanwalt, mit, dass die Ermittlungen wegen der Vorwürfe, dass Botha möglicherweise wegen siebenfachen Mordversuches doch noch angeklagt würde, wieder aufgenommen worden seien.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Samstag, 15. September 2018

Justiz

Mafia-Clan: Anne von Holst und Alexander von Holst in U-Haft

Staatsanwaltschaft Augsburg – Rainer von Holst lebt in den USA. Von dort aus zockt er deutsche Anleger über mehrere Firmen ab. Die Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelt seit längerem gegen den Finanzbetrüger und nahm jetzt zwei seiner Handlanger in Deutschland fest. Diese kommen aus dem engsten Familienumfeld des dubiosen Unternehmers. Überraschende Entwicklung in der Causa Rainer von Holst. Nachdem vor wenigen Wochen die […]

Sonntag, 09. September 2018

Mobbing

ETI Schauspielschule-Berlin | Europäisches Theaterinstitut: Trieb Mobbing Daniel Küblböck in AIDA-Selbstmord?

An der Berliner privaten Schauspielschule „Europäisches TheaterInstitut e.V. Schauspielschule Berlin“ (ETI; bzw. ETI Berlin oder ETI Schauspielschule Berlin) war RTL-DSDS-Star Daniel Küblböck, 33, Schauspielschüler. Jetzt ist er tot. Er soll sich nach bisherigen Medienberichten Sonntagfrüh wohl vor 3 Uhr aus dem 5. Stock eines AIDA-Kreuzfahrtschiffes vor der Küste Kanadas in das nur 10 Grad eiskalte Meer gestürzt haben. Entsprechend medizinischer […]

Montag, 27. August 2018

Bauernfänger?

Renditetip.com – Warnung vor Portal durch Finanztest | Rainer von Holst im Verdacht

In Zeiten niedriger Zinsen suchen immer mehr Privatanleger oder Unternehmer nach neuen Investitionsmöglichkeiten auch im Internet. Doch oftmals verstecken sich hinter den im Netz gefundenen hohen Renditeversprechen dubiose Gaukler, windige Betrüger oder Personen aus dem Mafia-Milieu, die ihre Geschäftsfelder ins Internet verlagert haben. Jetzt warnt die staatlich geförderte deutsche Stiftung Warentest aus Berlin über seine weit verbreitete Zeitschrift „Finanztest“ eindringlich […]

Mittwoch, 13. Juni 2018

Nasa Embera Chamí

Indigene Gemeinschaft in Kolumbien mit Waffen bedroht und vertrieben

AI, Kolumbien – Mehr als 200 Angehörige der indigenen Gemeinschaft Nasa Embera Chamí aus dem Reservat La Delfina im Westen Kolumbiens seien, teilt Amnesty International in einer Urgent Action mit, aus ihren Wohnorten vertrieben worden. Zuvor sei am 8. Juni 2018 ein Anschlag auf einen Bewohner der Gemeinde verübt worden. Dies zeige einmal mehr, dass die Menschen dort dringend mehr […]

Donnerstag, 12. April 2018

Razzia beim Trump-Anwalt: Wie das FBI in seiner Hexenjagd auf Trump den Rechtsstaat zerstört

Kommentar – Es ist schon unglaublich,wie fachlich unwissend, flach und teils sogar falsch Deutschlands, aber auch die sonstigen weltweiten Massenmedien, über die aktuelle Razza bei einem Rechtsanwalt des US-Präsidenten Donald Trump, bei Michael Cohen, berichten. Sie schwafeln davon, wonach die amerikanische Bundespolizei FBI wegen Trump eine Razzia bei seinem Anwalt gemacht habe. Ganz so, als ob die Razzia wegen Trump […]

Mittwoch, 04. April 2018

YouTube-Attentäterin soll Nasim Aghdam sein und sich über YouTube geärgert haben

Die Frau, welche in der YouTube-Zentrale in Kalifornien drei bis vier YouTube-Mitarbeiter mit Schüssen verletzte, soll eine arabisch-stämmige Frau mit dem Namen Nasim Aghdam sein, 39. Der amerikanische Nachrichtensender CNN teilte mit, den Namen der Attentäterin habe man von Strafverfolgungsbehörden erfahren.  [1] Die Attentäterin soll sich nach der Schießerei im Youtube-Hauptquartier das Leben genommen haben. Man habe die Frau am Tatort mit […]