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Mittwoch, 28. September 2022

ZDF heute journal verteidigt Syrien Yarmouk-Bericht / Antikriegsportal hält Kritik am ZDF aufrecht

In einer eMail an die Redaktion des Antikriegsportals kriegsberichterstattung.com verteidigt das ZDF heute journal seinen umstrittenen Beitrag bezüglich der Vorgänge im Palästinenser-Camp Yarmouk in Damaskus in Syrien.

Wir veröffentlichen hiermit die Stellungnahme von Thomas Heinrich, dem stellvertretender Leiter des „heute-journal“:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrer E-Mail vom 10.02.2014 bitten Sie um die Stellungnahme des ZDF zu einem kritischen Bericht, der ohne namentliche Kennzeichnung auf Ihrer Internet-Seite Kriegsberichterstattung.com verbreitet wird (Anmerkung: Es handelt sich um den Beitrag „Skandal: ZDF heute journal betreibt verfälschende Kriegspropaganda zum Yarmouk Palästinenser Camp Syrien“). Dem ZDF werfen Sie darin „verfälschende Kriegspropaganda“ in Zusammenhang mit einem Beitrag über das Yarmouk-Flüchtlingslager im „heute-journal“ vom 06.02.2014 vor. Das ZDF trage durch „erhebliche Nachrichten-Unterschlagung massiv zur einer falschen Meinungsbildung“ bei. So sei im Beitrag verschwiegen worden, dass Terroristen (der Assad-Gegner) dort Massaker unter den Zehntausenden von Palästinensern angerichtet hätten, die seit Jahrzehnten unter dem Schutz des Assad-Regimes stünden.

Tatsächlich aber ging es in diesem Beitrag um die menschliche Tragödie der monatelangen Belagerung von Yarmouk, nicht um die Geschichte des Lagers und die unterschiedlichen Loyalitäten seiner Bewohner gegenüber Assad. Es wurde keineswegs verschwiegen, dass es sich bei Yarmouk um ein Lager für palästinensische Flüchtlinge handelt. Zahlreiche internationale Organisationen hatten in gemeinsamen Appellen von allen Parteien den freien Zugang für Hilfslieferungen gefordert. Die Vertreterin einer dieser Organisationen, Tamara Al-Rifai von „Human Rights Watch“, nahm im Beitrag zur Verantwortung für die Folgen der Blockade Stellung: „Diese Bilder sind Grund genug, die syrische Regierung auf die Liste der Kriegsverbrecher zu setzen, und sie anzuklagen, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“ Diese Stellungnahme bleibt in Ihrer Kritik unerwähnt.

Unbestritten ist, dass es nach Ausbruch der syrischen Revolution zu Kämpfen zwischen Einheiten der FSA und der syrischen Armee gekommen ist, dass in Yarmouk auch Assad-treue Palästinenser gegen Palästinenser auf Seiten der Aufständischen kämpften. Die behaupteten Massenhinrichtungen durch Rebellengruppen unter gemeinsamer Beteiligung von FSA, Al Kaida und Al Nusra sind jedoch nicht belegt. Ebenso wenig ist nachzuvollziehen, dass Israel 65 Jahre nach Vertreibung der Palästinenser hauptverantwortlich sein soll für Belagerung, Hunger und Tod in Yarmouk.

Beides war für die Berichterstattung nicht entscheidend, um sich an diesem Tag ein Bild von der Situation in Yarmouk zu machen. Der Vorwurf einer „verfälschenden Kriegspropaganda“ durch Verschweigen trifft daher nicht zu. Das ZDF und auch das heute-journal haben im Übrigen immer wieder über die Radikalisierung der Oppositionskräfte und über von ihnen verübte Verbrechen berichtet.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Heinrich (stellvertretender Leiter „heute-journal“)

Anmerkung Redaktion Antikriegsblog kriegsberichterstattung.com zum ZDF-Brief bezüglich Yarmouk:

Wir bleiben bei unserer Kritik, wonach der ZDF-Beitrag zum Yarmouk-Flüchtlingscamp der Palästinenser in Damaskus in nicht akzeptabler Weise undifferenziert, nicht gut recherchiert und in seiner Einseitigkeit eine verfälschende Kriegspropaganda darstellt. Die Kritik an Israel ist nicht die Kritik des Antikriegsportals kriegsberichterstattung.com sondern die Kritik von palästinensischen Gruppen, die wir veröffentlich haben. Das Lager der Palästinenser wurde geschaffen, da Palästinenser auch aus dem Gebiet von Israel bereits vor Jahrzehnten flüchten mussten.

Im übrigen verweisen wir an dieser Stelle nur auf eines von mehreren Youtube-Videos bezüglich der Abschlachtungen von Palästinensern im Yarmouk-Flüchtlingscamp in Damaskus in Syrien durch Terrorbanden der syrischen Opposition:



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