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Sonntag, 19. Januar 2020

400 Söldner der USA in der Ukraine / Dienstleister Academi dementiert

Seit Wochen gibt es Berichte in diversen Medien, wonach die USA möglicherweise bis zu 400 Söldner gegen russisch-stämmige Bürger im Osten der Ukraine im Einsatz haben könnten.

Ihr Job: die ukrainische Armee in militärischen Einsätzen gegen russisch-stämmige Bürger im Osten der Ukraine zu unterstützen. Dem Gerücht um US-Söldner ist das Antikriegsportal kriegsberichterstattung.com in ukrainischen und russischen Medien nachgegangen:

Ergebnis: In ukrainischen Medien wird das Thema des Gerüchts um amerikanische Söldner in der Ukraine so gut wie gar nicht diskutiert, sondern lediglich als Randnote erwähnt. Das Gerücht um Söldner ins Rollen gebracht hat der russische Außenminister Sergej Lawrow. Er sagte, Russland habe „ernsthafte Verdachtsmomente dass im Südosten der Ukraine es Söldner der USA“ gebe, berichtet zum Beispiel das ukrainische Onlineportal expres.ua.

Bereits vor Wochen war bekannt geworden, dass die USA ihren obersten Chef des militärischen Geheimdienstes CIA nach Kiew geschickt hatten, damit er dort die ukrainische Regierung finanziell, logistisch und militärisch aufrüstet. Das Ziel: Möglichst viele russisch-stämmige Bürger der Ukraine, welche sich gegen die vom Westen geförderte Putschisten-Regierung wenden, verhaften und in Internierungslagern festhalten.

Dabei gibt es seit vielen Jahren Hinweise, wonach die USA in Osteuropa Geheimgefängnisse unterhalten würden. Doch auch in Berlin gibt es diverse konspirative Wohnungen, die angemietet worden sind – nicht nur von den USA sondern von zahlreichen Geheimdiensten dieser Welt. Allerdings dienen diese wohl eher weniger als Gefängnisse, sondern als dubiose Umschlagsplätze. Auch in Berlin Prenzlauer Berg gibt es solche Wohnungen.

Sehr prominent machte kürzlich die „Bild am Sonntag“ (Bams) mit dem Thema Söldner der USA in der Ukraine auf. Die Zeitung gehörte auch den ersten, welche eine konkrete Anzahl – nämlich 400 – nannte. Die „Bild am Sonntag“ bezog sich auf Informationen, welche sie aus Geheimdienstkreisen erhalten habe. Außerdem gebe es, heißt es weiter, im Internet Videos, die ungewöhnliche Kämpfer an der Seite der ukrainischen Militärs zeigten, schreibt auch bild.de.

Angeblich kämen die von den USA eingesetzten Kämpfer vom Militärdienstleister Academi, welcher auch unter dem Namen Blackwater bekannt ist. Doch diese Einheit hat mittlerweile gesagt, dass die Gerüchte falsch seien. Konkret sagte diese Einheit, wonach „unverantwortliche Blogger und ein Onlinereporter“ diese „Gerüchte“, wonach „Mitarbeiter“ der Firma Academi in der Ukraine im Einsatz seien, gestreut hätten. Doch diese Behauptung sei falsch und ein „sensationalistischer Versuch, eine Hysterie zu kreieren“. Dieses Statement stammt jedoch bereits vom 17. März – ist also wochenalt.

Nach Angaben der Bams habe der deutsche Bundesnachrichtendienst bereits am 29. April die Bundesregierung über einen Einsatz von Söldnern der USA in der Ukraine informiert. Das heißt: Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) scheint über die Vorgänge im Bilde zu sein.

Laut „Bild am Sonntag“ habe der BND eine Kommentierung der Gerüchte um US-Söldner in der Ukraine verweigert. Das deutet darauf hin, dass die Gerüchte möglicherweise zumindest nach Einschätzung des BND stimmen könnten – denn üblich wäre sonst ein Dementi gewesen.

Dass ein Dementi nicht erfolgte, ist der schwierigen Gemengenlage innerhalb der großen Berliner Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD geschuldet. Denn in Zeiten digitaler Medien und zahlreicher politischer Köche ist es schwierig, die Öffentlichkeit dreist anzulügen, wenn es bereits zahlreiche Quellen gibt, die möglicherweise eine staatliche Einheit später der Unwahrheit überführen könnten. Niemand in der deutschen Regierungszentrale und auch in den Geheimdiensten möchte derzeit für Vorgänge in der Ukraine seinen Kopf rollen sehen.

Ein weiteres Indiz, dass die Gerüchte um Söldner in der Ukraine stimmen könnten, ist ein Bericht der russischen Nachrichtenagentur „Ria Novosti“. So schrieb die Agentur bereits am 7. April, wonach auch sie Hinweise habe, dass Söldner von Blackwater in der Ostukraine in Uniformen der ukrainischen Sonderpolizei „Sokol“ kämpften. Angeblich seien Academi-Elitesoldaten vor allem in und um der ostukrainischen Stadt Slowjansk im Einsatz. Hierzu muss gesagt werden: Gewöhnlich ist Russland sehr gut über die Vorgänge in seiner ehemaligen Sowjet-Republik Ukraine informiert.

Parallel zu den Gerüchten um Söldner der USA in der Ukraine gibt es Berichte, wonach freiwillig einige Russen in der Ostukraine ihren Landsleuten helfen wollten. Bekannt ist beispielsweise der Russe Alexander Mozhaev, der von sich behauptet, er sei Kosake und sehe sich als Söldner an der Seite seiner russischen Landsleute. In der Bevölkerung der Ostukraine nennen sie ihn fast liebevoll „Baba“. Entsprechend lässt sich „Baba“ von lokalen Reportern feiern und inszeniert sich gerne mit einer Kosakenmütze:

Doch der Unterschied zu den möglichen amerikanischen US-Söldnern in der Ukraine ist: „Baba“ ist offensichtlich kein Elitesoldat, sondern gehört eher zu dem Phänomen gesprenkelter freiwilliger Russen, welche ihren Landsleuten in der Ostukraine helfen möchten, nicht von der nicht-demokratischen Putschisten-Regierung in Kiew abgeschlachtet zu werden.

So fordert denn auch „Baba“, wonach Vladimir Putin seinen Landsleuten in der Ostukraine helfen solle: „Wir brauchen Waffen, wir brauchen Waffen, die den Gegner aus der Ferne unterdrücken.“

Derweil geht der Zoff um den deutschen Außenminister weiter. In Berlin hatten ihm zahlreiche Demonstranten vorgeworfen, er sei ein Kriegstreiber: „Steinmeier Du Kriegstreiber“ war der Schlachtruf. Im Internet klicken mittlerweile zahlreiche Nutzer dieses Video von welt.de an.



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