Skip to main content
Donnerstag, 21. Juni 2018

Demonstration Paris: 1 Mio. Franzosen demonstrieren gegen Terror

In einem bewegenden Akt der Menschlichkeit und Solidarität demonstrierten am Sonntag nach ersten Schätzungen über eine Millionen Menschen in Paris gegen die Ermordungen von 10 Satire-Journalisten des französischen Magazins Charlie Hebdo, zweier Polizisten und vier jüdischer Mitbürger.

Der Trauermarsch wurde weltweit live von zahlreichen Fernsehsendern ausgestrahlt – unter anderem vom deutschen nationalen Fernsehsender ARD, oder dem amerikanischen Nachrichtensender CNN, ebenso vom deutschen Nachrichtensender N24 oder dem französische Sender TV5 Direct:

Zudem blendet bereits seit Tagen der deutsch-französische TV-Sender „arte“ links unter dem Logo den Schlachtruf der Demokraten, „Je Suis Charlie“ ein. Der internationale amerikanische Nachrichtensender CNN ist bereits seit Tagen mit geradezu exzessiv engagierter Berichterstattung in Paris vor Ort und zwar mit zahlreichen seiner besten Reporter – unter anderem: Jake Tapper, Frederik Pleitgen, Hala Gorani, Jim Bittermann und Christiane Amanpour.

Die Demonstranten in Paris versammelten sich auf dem Place de la Republique, um von dort aus ihren Trauermarsch in der Pariser Innenstadt zu starten. Zum Trauermarsch kamen zahlreiche Staatschef zusammen – unter anderem:

Der französische Präsident François Hollande, die deutsche Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, der russische Außenminister Sergei Wiktorowitsch Lawrow, der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu, der Präsident der Palästinenser, Mahmud Abbas (arabisch: محمود عباس ‎), der Präsident der Europäischen Kommission der Europäischen Union (EU), Jean-Claude Juncker, der Premierminister von Großbritannien, David Cameron, der Präsident der Ukraine, Petro Poroshenko, oder der Präsident von Mali, Ibrahim Boubacar Keita.

GRÜNE: Terroranschläge von Paris dürfen nicht als Vorwand für weitere Eliminierung von Bürgerrechten genutzt werden

In einem Interview mit N24 sagte Simone Peters, die Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die ebenfalls in Paris gegen Terror demonstrierte, sie warne ausdrücklich davor, die Anschläge gegen Menschen in Paris nun dazu zu verwenden, um Bürgerrechte unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung weiter außer Kraft zu setzen oder einzuschränken.

Vor wenigen Tagen hatten zwei algerische Immigranten in Paris zehn Journalisten des Satiremagazins Charlie Hebdo in einem Terrorakt mit Maschinengewehren während einer Redaktionssitzung erschossen, ebenso zwei Polizisten, die herangeeilt waren. Kurz darauf hatte es eine tödliche Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt gegeben – mit vier Getöteten. Wobei sich viele anschließend vor allem in Deutschland verwundert fragten, warum Juden denn ihren eigenen Supermarkt benötigten. Von dem Terroranschlag betroffen war der Pariser Supermarkt „Hyper Cacher“.

Jedenfalls bezeichnet beide Verbrechen die französische Polizei als Terrorakte gegen die französische Zivilgesellschaft.

Gleichzeitig sagten viele, die Demonstrationen seien ein klares Bekenntnis zu den Urwerten einer demokratischen Gesellschaft. Auf CNN erklärte der französische Intellektuelle Bernard-Henri Lévy, wonach „die Demonstration von Paris ein klares Bekenntnis zur Demokratie“ sei, ja „die Demokratie“ sei „zurück, die zivilen Werte“ seien zurück. Weiter sagte Lévy, Frankreich sei nach der Demonstration nicht das gleiche, wie zuvor.

60% aller Gefängnis-Insassen in Frankreich sind islamisch, aber nur 10% der Bewohner Frankreichs sind Muslime

Kurz nach den Anschlägen vor wenigen Tagen war aber auch bekannt geworden, dass in Frankreich 60% aller Gefängnisinsassen islamisch sind, obgleich der Anteil islamischer Bürger in Frankreich sich lediglich bei 10% bewegt (5 Millionen Bürger). Viele werfen deshalb der französischen Justiz vor, indirekt zu der Aggressivität zwischen ethisch unterschiedlichen Bürgern beigetragen zu haben.

Gleichzeitig gibt es massive Vorwürfe gegen die politische Elite in Frankreich, zu wenig für die Integration der Millionen Bürger in Frankreich zu tun, die einen Immigrationshintergrund haben. Millionen dieser Menschen leben in Frankreich in Armut, ohne Chance jemals beruflich Fuß fassen zu können. Die beiden algerischen Attentäter sagten, sie würden Werte der islamischen Gesellschaft verteidigen.

Aber selbst der Vorsitzende der islamischen umstrittenen Organisation der libanesischen Hisbollah, Scheich Hassan Nasrallah, erklärte, die Terroranschläge von Paris seien als menschenverachtend zutiefst zu verurteilen und seien verabscheuenswürdig. Dies alles habe nichts mit dem Islam zu tun und keiner könne sich darauf berufen, hier irgendetwas im Namen des Islam zu tun.

Das französische Satire-Magazin Charlie Hebdo hatte seit Jahren zahlreiche islam-kritische Karikaturen veröffentlicht, was immer wieder weltweit zu Protesten unter Muslimen geführt hatte. Zahlreiche amerikanische Massenmedien, darunter CNN, hatten bereits vor 40 Jahren festgelegt, dass Karikaturen, die ethische Gruppen satirisch verächtlich oder lächerlich machen könnten, nicht im Fernsehprogramm ausgestrahlt werden. Diese Richtlinie betrifft aber nicht nur religiöse Bildnisse, sondern auch beispielsweise sexistische:

CNN erklärte nach den Terroranschlägen von Paris, man werde diese Richtlinie weiterhin befolgen, tue dies aber auch aus der tiefen Überzeugung, niemanden durch Berichterstattung in seinen Überzeugungen verletzten zu wollen.

Zudem gehe die Sicherheit des Senders und der für den Sender tätigen Reporter vor. Auch zahlreiche andere US-Medien verfolgen seit Jahren, teils seit Jahrzehnten, diese publizistische Richtung. Spiegel TV berichtete auf RTL am Sonntagabend, dem 11. Januar, wonach Spott und Beleidigungen durchaus zum Stammarsenal von Charlie Hebdo gehört hätten in dem Magazin, welchem „im wahrsten Sinne des Wortes nichts heilig war“. Eine Ausgabe im Jahr 2011 sei sogar fast ausschließlich dem Islam gewidmet gewesen.



Das könnte Sie interessieren

Mittwoch, 13. Juni 2018

Nasa Embera Chamí -

Indigene Gemeinschaft in Kolumbien mit Waffen bedroht und vertrieben

AI, Kolumbien – Mehr als 200 Angehörige der indigenen Gemeinschaft Nasa Embera Chamí aus dem Reservat La Delfina im Westen Kolumbiens seien, teilt Amnesty International in einer Urgent Action mit, aus ihren Wohnorten vertrieben worden. Zuvor sei am 8. Juni 2018 ein Anschlag auf einen Bewohner der Gemeinde verübt worden. Dies zeige einmal mehr, dass die Menschen dort dringend mehr […]

Donnerstag, 12. April 2018

Razzia beim Trump-Anwalt: Wie das FBI in seiner Hexenjagd auf Trump den Rechtsstaat zerstört

Kommentar – Es ist schon unglaublich,wie fachlich unwissend, flach und teils sogar falsch Deutschlands, aber auch die sonstigen weltweiten Massenmedien, über die aktuelle Razza bei einem Rechtsanwalt des US-Präsidenten Donald Trump, bei Michael Cohen, berichten. Sie schwafeln davon, wonach die amerikanische Bundespolizei FBI wegen Trump eine Razzia bei seinem Anwalt gemacht habe. Ganz so, als ob die Razzia wegen Trump […]

Mittwoch, 04. April 2018

YouTube-Attentäterin soll Nasim Aghdam sein und sich über YouTube geärgert haben

Die Frau, welche in der YouTube-Zentrale in Kalifornien drei bis vier YouTube-Mitarbeiter mit Schüssen verletzte, soll eine arabisch-stämmige Frau mit dem Namen Nasim Aghdam sein, 39. Der amerikanische Nachrichtensender CNN teilte mit, den Namen der Attentäterin habe man von Strafverfolgungsbehörden erfahren.  [1] Die Attentäterin soll sich nach der Schießerei im Youtube-Hauptquartier das Leben genommen haben. Man habe die Frau am Tatort mit […]

Mittwoch, 28. März 2018

Aktenzeichen XY: Irrer Parkhaus-Schläger von Berlin war Amateurboxer

Wer vor Monaten die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ sah, war schockiert: Ein schwarz gekleideter Mann überfiel reihenweise Menschen, welche eine Rolex-Uhr trugen. Der Schläger hämmerte in Berlin profimäßig und äußerst brutal vor allem abends auf Frauen ein und in einem Parkhaus auf einen Ferrari-Fahrer, den er zunächst mit einem Pfefferspray außer Wehr setzte, um ihn anschließend blutig zusammenzuschlagen.  Jetzt wurde […]

Mittwoch, 24. Januar 2018

Arabische Medien vertuschen Krieg der Türkei gegen Kurden in Syrien

Die syrische Nachrichtenagentur SANA berichtet, dass tausende von Zivilisten in Syrien aus ihren Häusern und Dörfern in der Stadt Afrin und den umliegenden Gebieten in der nördlichen Landschaft Aleppos geflohen seien, als die türkischen Truppen ihre Angriffe und die „zufällige“ Bombardierung der Stadt fortsetzten. Zivile Quellen hätten zudem SANA berichtet, dass die türkische Aggression zum Tod von Dutzenden und der […]

Mittwoch, 10. Januar 2018

Milliardärs Tochter Rebekah Mercer soll Steve Bannon als Breitbart-Chef gestürzt haben

Am Dienstag trat überraschend einer der wichtigsten journalistischen Verbündeten von US-Präsident Donald Trump vom seinem Vorsitz beim erfolgreichen konservativen US-Portal „Breitbart News“ zurück. Das Portal ist größer als bild.de hat und hat über 30 Millionen Leser im Monat. Beobachter sind sich einig, dass der Rücktritt von Bannon bei dem von ihm aufgebauten Portal Breitbart News nicht ganz freiwillig war. Vielmehr […]


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*