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Montag, 01. Juni 2020

Kondompflicht Prostituierte, Escorts: Syphilis, Hepatitis C, HIV auf Vorschmarsch

Auch wenn aus dem Umfeld der deutschen Polizeigewerkschaft zu hören ist, wonach die von der Bundesregierung und dem Deutschen Bundestag geplante Kondompflicht „lächerlich“ sei, da man die Anwendung von Kondomen nicht überprüfen könne, bleibt doch festzustellen: Die Kondompflicht für weibliche Prostituierte oder das männliche Pendant, die Escorts, ist richtig.

Grund: In Zeiten von HIV, zunehmenden Syphilis-Infektionen und Hepatitis-C-Infektionen (eine Therapie kostet die Krankenkassen rund 110.000 Euro pro Patient) ist es unverantwortlich, wenn es nicht zumindest formal klare gesetzliche Richtlinien gibt, wie sich Prostituierte oder Escorts zu verhalten haben. Denn dieser Personenkreis gilt seit Jahrtausenden als zentrale Problemgruppe für die weitere Verbreitung vieler Sexualkrankheiten, was sich bis heute nicht geändert hat:

Dabei gilt: Weibliche Prostituierte sind teils zwar vorsichtiger, als männliche Escorts, aber bei einem Blick in das größte deutsche und auch weltweit erfolgreiche Kontakt-Netzwerk für homosexuelle oder bisexuelle Männer- gayromeo.com- zeigt sich beispielsweise:

Unter den dort in der Rubrik „Escorts“ gelisteten wohl Tausenden Escorts (alleine für Berlin werden über 600 angegeben) sind unzählige, die mehr oder weniger offen ihre sexuellen Dienste unsafe, also ohne Kondom anbieten – und das, wo es in Deutschland mittlerweile wieder steigende Infektionszahlen von HIV, Syphilis oder Hepatitis C gibt. Weit über 100.000 Menschen in Deutschland dürften von solchen bei Nicht-Behandlung die Gesundheit ernstlich bedrohenden Sexualkrankheiten betroffen sein.

Alleine für das Jahr 2013 meldet das Robert Koch-Institut (RKI) 5015 ärztlich bekannt gewordene Syphilis-Fälle nur für Deutschland. Das ist eine Zunahme von über 30 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren.

Behandlungskosten Hepatitis C in Deutschland rund 567 Mio. Euro / HIV-Infizierte über 1 Mrd. Euro

Ähnlich dramatisch sieht es mit den Neuinfektionen von der schlimmen Hepatitis C-Infektion (HCV-Infektion) aus. Für das Jahr 2013 wurden dem Robert Koch Institut für Deutschland 5156 HCV-Neudiagnosen übermittelt. Nimmt man die durchschnittlichen Behandlungskosten, welche die Krankenkassen tragen müssen, kosten alleine diese Hepatitis-C-Fälle jährlich rund 567 Millionen Euro.

Auch die HIV-Infektionen steigen in Deutschland von Jahr zu Jahr und steuern nun auf die rund 90.000 zu. Die medizinische Behandlung alleine der HIV-Infizierten dürfte in Deutschland mittlerweile jährlich Kosten von weit über zwei Milliarde Euro verursachen, wonach weit über 1 Milliarde Euro nur für die Medikamente aufzuwenden sind.

Vor allem die Altersgruppe der Jungen zwischen 18 und 30 steckt sich durch ungeschützten Sexualverkehr von Heidelberg bis Flensburg über Oldenburg bis Garmisch mittlerweile überdurchschnittlich stark mit Syphilis, Hepatitis und – am schlimmsten – mit der lebenslangen Krankheit HIV an, welche unbehandelt in den allermeisten zur tödlich verlaufenden Immunschwächekrankheit AIDS führt.

Nach wie vor gilt: Ein einziger ungeschützter Sexualverkehr (vaginal oder anal) genügt, um sich eine HIV-Infektion einzufangen. Rund ein Drittel der HIV-Infizierten sind in Deutschland weiblich – also rund 30.000 -, was einer größeren Kleinstadt entspricht.

Auch das ist Fakt: Vielen Prostituierten – weiblichen wie männlichen – ist es letztlich recht egal, ob sie einen ihrer Kunden mit Syphilis, Hepatitis C oder HIV anstecken. Nach wie vor gilt: Die Chance sich bei einem ungeschützten Sexualverkehr mit einer dieser Krankheiten anzustecken, ist bei Prostituierten generell sehr hoch. Hinzu kommt: Immer mehr Prostituierte – weibliche wie männliche – haben eine weitere Einnahmequelle entdeckt: Drogen.

So verführen immer mehr Prostituierte gerne ihre Kunden oder Kundinnen während des Sexes dazu, Drogen zu sich zu nehmen – wie Koks (Kokain) oder Crystal Meth. Die Prostituierten teilen sich dann die zusätzlichen Drogen-Einnahmen mit ihren Dealern, also Drogenkurieren.

Prostituierte haben eine zusätzliche Einnahmequelle entdeckt: Drogen für ihre Klienten

Während schon Kokain ein schnell abhängig machendes Rauschmittel ist, so gilt dieses um ein Vielfaches für die in Deutschland immer weiter verbreitete Synthetik Droge Crystal Meth: es ist ein hoch giftiges und schnell abhängig machendes Methamphetamin, welches direkt das Zentrale Nervensystem beschädigt.

So kann es bei bestimmten Personen dazu führen, dass Konsumenten tagelang erblinden oder monatelang beispielsweise nicht mehr richtig gehen können, nur noch humpeln oder extrem langsam sich fortbewegen können. Zwar gleicht der Körper solche massiven Schädigungen des Zentralen Nervensystems in der Regel irgendwann wieder aus, doch viele Crystal Meth-Konsumenten haben lebenslange Schäden von dem Konsum.

Drogen haben aus Sich der Prostituierten neben der Möglichkeit, zusätzliche Einnahmequellen zu generiere, einen weiteren schönen „Nebeneffekt“: Die Sexual-Kunden werden körperlich häufig recht schnell von diesen Drogen abhängig, wollen also immer wieder das Erlebnis Sex mit Drogen.

Für die Gesundheit fatal: Wer Drogen konsumiert, bei dem sinken, das ist bekannt, die sexuellen Hemmschwellen massiv, die sonst üblichen Schutzmechanismen gehen verloren. Das heißt: Selbst Familienväter lassen sich so plötzlich zu unsafem Sex verleiten. So geraten immer öfters selbst unbescholtene seriöse Kunden von Prostituierten plötzlich in einen verhängnisvollen Strudel an dessen Ende neben einem gehäuften (teuren) Drogenkonsum möglicherweise auch noch eine schlimme Infektion mit einer Sexualkrankheit steht.

Dabei wissen die meisten Prostituierten – weibliche wie männliche: hat sich bei ihnen einer ihrer Kunden oder Kundinnen mit Syphilis, Hepatitis C oder gar HIV angesteckt, sind die meisten Kunden so verängstigt, dass für die Opfer ein Versteckspiel beginnt: Bloß nicht erzählen, dass man es sich bei einer Prostituierten oder einem Escort angesteckt hat. Das hat besonders im Falle von HIV auch rechtliche dramatische Folgen:

Prostituierte sind seit Jahrtausenden die gefährlichste Stelle für Weitergabe von Sexualkrankheiten

Denn eigentlich ist eine Weitergabe von HIV an einen Kunden auch für Prostituierte oder Escorts strafbar, da es sich um eine gefährliche Körperverletzung handelt. Doch schämen sich die Opfer meist, hier Strafantrag gegen Prostituierte oder Escorts zu stellen. Je bekannter oder einflussreicher die Opfer in ihrem sonstigen Leben – zum Beispiel im Beruf sind – desto höher ist die Schamgrenze. Zudem wiegen sich viele Prostituierte oder Escorts in der Sicherheit, dass die wenigsten Klienten sich getrauen, in einem vor Gericht öffentlichen Strafverfahren gegen sie vorzugehen.

Deshalb ist eine Kondompflicht das Minimum, zu welchem sich der Deutsche Bundestag durchringen sollte. Besser wäre es sogar, dass Personen, die ganz offensichtlich auf Portalen als Prostituierte ihre Dienste anbieten, gezwungen werden, sich alle drei Monate einem Test zu unterziehen, der diese Personenkreise sowohl in Bezug auf Hepatitis C, als auch auf Syphilis oder HIV untersucht.

Nur wer sich nachweislich alle drei Monate einem Test unterzieht, dem sollte erlaubt werden öffentlich beispielsweise auf Sex- oder Kontaktportalen ihre Dienste oder seine Dienste anzubieten. Dabei müssten die Behörden entsprechend hart die betreffenden Kontaktportale kontrollieren und die Möglichkeit haben, bei wiederholten Verstößen solche Kontaktbörsen auch zu schließen.

Es gibt keinen einzigen Grund, warum man – wie es in diversen Berufsgruppen mit sehr intimem Körperkontakt ebenfalls vorgeschrieben ist – beispielsweise bei Ärzten – ausgerechnet bei der höchsten Risikogruppe – den Prostituieren und Escorts – nicht gesetzlich hinschaut. Wenn der Staat die Pflicht hat, alle Bürgerinnen und Bürger zu schützen, so muss das auch für den unbequemen Bereich der Prostitution gelten. Auch Kunden von Prostituierten oder Escorts haben ein Anrecht auf Schutz und Schützenhilfe durch den Staat.

Prostituierten wissen: Stecken sie einen Klienten mit HIV & Co an, getrauen diese sich oft nicht, sich strafrechtlich zu wehren

Mehr gesetzliche Vorschriften für Prostituierte und Escorts würde mögliche spätere Strafverfahren gegen eben diese von durch Prostituierte oder Escorts mit sexuellen Krankheiten infizierte Personen – besonders mit HIV – erheblich erleichtern.

So war kürzlich in einem Berliner Medium zu lesen, wonach ein 27-jähriger blonder Escort aus Berlin-Mitte mehr oder weniger vorsätzlich einen Mitte 30-jährigen Mann mit HIV durch ungeschützten Sexualverkehr angesteckt habe und das, wo der Escort zuvor behauptete, HIV-negativ, also gesund zu sein.

Nach der für das Opfer schrecklichen Diagnose soll der Berliner Escort die Diagnose lediglich mit den Worten quittiert haben, da habe sein Kunde wohl Pech gehabt. Der Escort dürfte, wie auch im Falle von weiblichen Prostituierten, kein Einzelfall sein von absolut unverantwortlich handelnden Menschen. Noch heute biete er auf gayromeo in der Escort-Rubrik seine Dienste an, heißt es.

Prostituierte nehmen nach Schätzungen in Deutschland im Jahr über 300 Mio. Euro steuerfreies Geld ein – warum eigentlich?

Dass Prostituierte ihre Einkommen eigentlich versteuern müssten, steht auf einem ganz anderen Blatt. Letztlich gilt aber auch hier: Eine Prostituierte, welche beispielsweise über das Internet Sex-Abenteuer gegen Geld verspricht – das gleiche gilt für männliche Escorts – verfügt in wenigen Fällen nicht über geringe Einnahmen.

Schließlich werden teils Sätze für eine ganze Nacht von 500 bis 1000 Euro aufgerufen: Warum der Gesetzgeber auch in Steuerfragen gerade bei Kontaktportalen im Internet wegschaut, ist ebenfalls nicht verständlich:

Denn wenn jeder der Steuerpflicht unterliegt, gibt es keinen Grund, warum Prostituierte oder Escorts nicht auch ihre Einnahmen versteuern müssen. Schließlich dürften alleine auf deutschen Kontaktportalen weit über 100.000 Prostituierte oder Escorts gelistet sein.

Nimmt man ein durchschnittliches „Einkommen“ von 3.000 Euro pro Prostituierten oder pro Escort monatlich zur Grundlage, so hieße das: Diese Berufsgruppe macht rund 300 Millionen Euro unversteuerten Umsatz in Deutschland.



Kommentare (2)


Peter 24. Februar 2017 um 14:36

Das neue Prostitutionsschutzgesetz ist in der tat lächerlich. Auch die Prostitution ist ein Markt, der sich über Angebot und Nachfrage regelt.
Durch das Gesetz wird die Nachfrage nach AO nicht abnehmen, aber die Mädels, die diesen Service garantiert auch weiter anbieten, werden damit in die Illegalität abgedrängt. AO Huren wie AO Freier kennen das Risiko und akzeptieren es ja durch ihr handeln ausdrücklich. Ich finde, das verdient Respekt und keine Anmaßung von Amts wegen.

Antworten

John Martin Ungar 15. Februar 2015 um 13:46

Ein Zeigefinger-Artikel, der in ein CSU-Bierzelt gehört.

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