Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi bekommt Regierungsamt

Bagan, Myanmar: Thambula Pagoda in Sunrise Light

Das asiatische Land Burma, auch Birma oder Myanmar genannt, steht vor einem grundlegenden politischen Wandel: So teilte die Regierung mit, die im November 2010 aus einem 15-jährigen Hausarrest entlassene oppositionelle Politikerin Aung San Suu Kyi, 65, werde offiziell als Kandidatin ihrer Partei National League for Democracy (NLD; Nationale Liga für Demokratie) zur nächsten Parlamentswahl im April 2013 zugelassen.
Das gilt als politischer Donnerhall auf dem Marsch hin zu mehr Demokratie in dem seit 50 Jahren von einer Militärjunta regierten bitterarmen Land. Doch nicht nur das: Die Regierung gestehe der Politikerin, welche 1991 den Friedensnobelpreis gewann, sogar ein „angemessenes“ Regierungsamt zu, sollte sie dieses wünschen. So sagte ein Berater des birmanesischen Präsidenten  Thein Sein, es bestehe „die Möglichkeit, dass sie in die Regierung berufen wird“. Voraussetzung sei jedoch, dass sie auf der im April 2013 anberaumten Parlamentswahl in Burma mit ihrer jahrzehntelang  verbotenen und verfolgten Partei National League for Democracy ein Mandat erreiche.

Die burmanesische Militärjunta steht stark in der Kritik, da sie sich einer demokratischen Öffnung seit Jahrzehnten widersetzt. Zudem ging sie 50 Jahre massiv gegen Oppositionelle oder Minderheiten brutal vor um ihre Macht zu sichern und auszubauen. In Burma gab es zuletzt im Jahr 1990 offizielle und freie Wahlen. Schon damals gewann zwar Suu Kyi’s Partei, eine Machtübernahme untersagte jedoch die Militärjunta.
Sieg gilt als sicher
Jede Partei, die an der Parlamentswahl teilnimmt, muss mindestens drei der 48 Parlamentsplätze für sich gewinnen, um ins Parlament einziehen zu können. Sollten die Wahlen tatsächlich nächstes Jahr durchgeführt werden, geht Suu Kyi’s Partei von einer absoluten Mehrheit im Parlament von Burma aus. Seit 2010 versucht die Militärregierung das verkrustete System vorsichtig zu reformieren. In diesem Zusammenhang übergab der Militärrat bereits wesentliche Machtbereiche an die offiziell regierende Zivilregierung. Deren Präsident Thein Sein war früher selbst General.

Dass sich Burma nun langsam ändert, ist vor allem der bittergroßen Armut im Land zuzuschreiben und erheblichem außenpolitischem Druck – besonders der U.S.-Regierung. kriegsberichterstattung.com-Experten vermuten, dass die U.S.-Regierung insgeheim Milliarden an Dollar dem burmanesischem Militärrat sowie der Zivilregierung zugesagt hat, sollte das Land sich demokratisch öffnen. Gleichzeitig schlägt die U.S.-Regierung damit zwei Fliegen mit einer Klappe: Denn Burma ist engster Vertrauter des U.S.-Erzfeindes Nord-Korea.
Viele Attraktionen für Touristen
Burma hat alle Voraussetzungen, um neben Thailand eines der wichtigsten Touristenziele in Asien zu werden. Weltberühmt ist die einmalig schöne historische Tempelanlage von Bagan. Hier stehen tausende historischer Tempel. Ein Touristenmagnet ist auch der Inle-See. Im See sind mehrere Dörfer erbaut, deren Holzhäuser auf Pfählen erbaut wurden. Eine weitere Attraktivität sit das Höhlensystem Shwe U Min Pagode in Pindaya im U Min Hügel, welches mehr als 8000 Buddha-Statuen beherbergt. Seit Dezember 2005 ist Pyinmana  neue Hauptstadt Burmas oder Myanmars.
Foto: © istockphoto/Alan Tobey

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