Massaker Al-Hula in Syrien mit über 100 Toten: ANNA-News war vor Ort, spricht von Säuberungsaktion gegen regimetreue Familien

kriegsberichterstattung.com

Wie die russische Nachrichtenseite ANNA-News (http://anna-news.info) berichtet, hätten die Kriegsberichterstatter von ANNA-News nach dem Massaker in Al-Hula (auch geschrieben als Houla oder nur Hula) in Syrien die Massaker-Gebiete (massacre al hula) persönlich aufgesucht. Man habe versucht, der Wahrheit rund um das Massaker, das rund 110 Menschenleben kostete, darunter 32 Kinder, auf die Spur zu kommen. Während den Recherchen seien ANNA-News-Reporter am 26.5.2012 auch im Militärlazarett in der Region Homs gewesen. Dort habe man auch mit Geflohenen gesprochen, die aus Al-Hula und Taldou kämen. Sie seien vor Banden geflohen die ihre Siedlungen besetzt hätten.

Die Ergebnisse der Recherche am Ort des syrischen Massakers von Al-Hula, skizziert ANNA-News wie folgt. Dabei sei vorab angemerkt: Wir können den Wahrheitsgehalt dieser Angaben nicht überprüfen. Auch ist es dem pazifistischen Magazin kriegsberichterstattung.com bislang nicht gelungen, direkt mit den Kriegsberichterstattern von ANNA-News Kontakt aufzunehmen. Jedoch haben uns die umfangreichen Darstellungen zu dem Massaker schockiert und journalistisch beeindruckt. Sie wirken authentisch und glaubhaft. Letztlich möchten wir aber Ihnen, liebe Leser, dieses Dokument nicht vorenthalten. Es soll Ihnen helfen sich selbst ein Bild über das syrische Massaker in Hula zu machen. Dieser ANNA-News-Bericht ist dabei ein Mosaik-Stein neben vielen anderen, die helfen sollen, der Wahrheit im Syrien-Krieg etwas mehr auf die Spur zu kommen.

Wie die Blogseite ANNA-News schreibt, seien am 25. Mai 2012 gegen 14 Uhr bewaffnete Einheiten in der syrischen Kleinstadt Al-Hula in der Provinz Homs eingetroffen. Dort hätten sie die Bewohner angegriffen und Al-Hula erobert. Al-Hula bestehe, berichten die Kriegsreporter, aus drei Bezirken, den Dörfern Taldou, Quarlahiya und Taldahab. In jedem dieser Orte lebten circa 25.000 bis 30.000 Einwohner.

Zunächst hätten die Täter Al-Hula „von Nordosten her“ angegriffen. Dabei seien „bewaffnete Kämpfer und Söldner“ einmarschiert. Insgesamt ist die Rede von 700 Leuten. Konkret seien die Kämpfer „aus Ar-Rastan“ gekommen. Primär habe es sich um Terroristen der Gruppierung um „Abdul T.“ gehandelt sowie um den „Terroristen Yakha A.“.

Der Ort „Ar-Rastan“ in Al-Hula sei bereits „seit geraumer Zeit schon von praktisch allen friedlichen Zivilisten verlassen worden“, schreibt ANNA-News. Dort hätten „jetzt wahhabitische Kämpfer das Sagen, die vom Libanon aus von einem der Hauptorganisatoren im internationalen Terrorismus, Saad H., welcher die antisyrische politische Bewegung ‚Tayyār al-Mustaqbal‘ (‚Zukunftsbewegung‘)“ anführe, „mit Geldern“ versorgt.

Weiter schreibt der Internetblog ANNA-News: „Die Straßen von Ar-Rastan bis Al-Hula führen durch beduinisches Gebiet, werden von den Regierungstruppen praktisch nicht kontrolliert, weshalb der Angriff der bewaffneten Kämpfer auf Al-Hula für die syrische Regierung vollkommen unerwartet kam. Als die Einheiten den unteren Kontrollpunkt im Zentrum der Stadt (örtliche Orientierungshilfe – der Wasserturm) und die anbei gelegene Polizeistation eingenommen haben, begann eine Säuberungsaktion gegen alle in der Nachbarschaft wohnenden Familien, welche als ‚regimetreu‘ galten; das betraf auch Alte, Frauen und Kleinkinder.“

Zudem seien „mehrere Familien des Al-Saed-Clans mit insgesamt 20 Kindern sowie Familien des Clans Abdur Razak ausgelöscht“ worden. Unter den Opfern „gab es einige ‚Konvertierte‘, die von der sunnitischen Richtung des Islam zur schiitischen übergetreten sind. Diese Menschen wurden mit dem Messer oder mit Schüssen aus nächster Nähe hingerichtet. Die Toten wurden der UNO und der Weltöffentlichkeit später als Opfer eines schweren Beschusses durch die syrische Armee präsentiert, obwohl vor Ort keine Spuren von Artilleriefeuer zu entdecken waren“, erklären die Kriegsberichterstatter von ANNA-News.

Weiter schreibt ANNA-News: „Dass die UN-Beobachter im Hotel ‚Safir‘ in Homs nachts Artilleriefeuer aus Richtung Al-Hula gehört haben wollen, kann ich nicht anders bezeichnen als einen dummen Scherz für den UN-Sicherheitsrat. Von Al-Hula bis Homs sind es rund 50 Kilometer. Was sollen das für Panzer oder Kanonen gewesen sein, die auf Al-Hula schießen? Ja, sicher, in Homs wird jeden Tag bis rund nachts um 3 Uhr intensiv geschossen, auch aus schweren Waffen. Aber beispielsweise erklärt sich der Schusswechsel in der Nacht von Montag auf Dienstag dadurch, dass die Sicherheitskräfte die Kontrolle über einen Korridor entlang der Tarik-Al-Scham-Straße, die nach Damaskus führt, wiederherzustellen versuchten. Übrigens wurde den bewaffneten Banden ein paar Stunden nach unserem Eintreffen über uns Meldung gemacht (d.h., dass russische Reporter n in Homs sind), und ich denke, dass die Beobachter hier ihre Finger im Spiel haben.“

Diese sehr detaillierten Berichte werden durch einen wichtigen weiteren Zusatz von ANNA-News ergänzt: „Bei einer visuellen Inspektion der Stadt Al-Hula waren auch nur irgendwelche Spuren neuerer Zerstörung nicht zu entdecken, ebenso gab es keine Hinweise auf Bombardierungen oder Artilleriebeschuss. Mehrere Male am Tag wird der letzte in der Stadt verbliebene Kontrollposten an der Einfahrt nach Taldou von den Banden unter Beschuss genommen. Die Kämpfer gebrauchen auch schwere Waffen, in der Stadt sind mehrere Scharfschützen aktiv, die sich aus professionellen Söldnern rekrutieren.“

Als Fazit ist sich ANNA-News sicher: „Das Ziel der Provokation (Anmerkung: Also des Massakers von Hula) war es, den Zorn und die Entrüstung der Weltöffentlichkeit hervorzurufen und unter diesem Druck eilends eine dem Westen notwendige Resolution des UN-Sicherheitsrats ‚durchzudrücken‘, welche den Weg für eine militärische Intervention durch die NATO geebnet hätte. Angemerkt sei, dass zu seiner Zeit eine ganz ähnliche Aktion der Todesschwadronen schon erfolglos geblieben ist, bei der 49 Frauen und Kinder in Schumaria (Homs) starben. Auch diese Aktion wurde gezielt einem Besuch von Kofi Annan vorangestellt. Diese vorherige Aktion wurde sehr schnell aufgedeckt, denn es stellte sich sehr schnell heraus, dass die 49 Leichen von zuvor verschleppten Alawiten waren.“

Des weiteren schreibt ANNA-News: „Auch in Al-Hula gibt es eine Menge Ungereimtheiten – die Namen der Ermordeten gehören ausschließlich zu ‚regimetreuen‘ Familien, es gibt keine Spuren von Artilleriebeschuss usw., allerdings ist die Provokation angelaufen und die Propagandamaschine arbeitet. Heute hört man von Seiten der NATO-Staaten bereits direkte Drohungen, Syrien zu bombardieren, es erfolgt die koordinierte Ausweisung syrischer Diplomaten und so weiter. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es in Al-Hula keine syrischen Streitkräfte, trotz alledem hört man immer wieder Maschinengewehrsalven. Dabei ist nicht klar, ob die Banditen hier miteinander hadern oder ob die Säuberungsaktionen gegen die Anhänger von Baschar Assad in der Stadt weitergehen.“

Diese schockierenden Darstellungen von ANNA-News sind aber noch nicht zu Ende. Vielmehr heißt es zum Schluss: „Die bewaffneten Kämpfer feuern gezielt praktisch auf jeden, der sich der Stadt zu nähern versucht. Direkt vor uns wurde ein UN-Konvoi beschossen – zwei der gepanzerten Jeeps der UN-Beobachter wurden dabei beschädigt -, als dieser versuchte, sich einem Kontrollposten der Armee in Taldou zu nähern. Beim Überfall auf diesen Konvoi wurde ein zwanzigjähriger Terrorist beobachtet. Er feuerte gezielt auf die ungepanzerten Schrägen des ersten Jeeps, die hintere Tür des zweiten Jeeps wurde von einem Splitter getroffen. Unter dem Begleitpersonal gab es Verletzte.“

Anmerkung: Das pazifistische Magazin kriegsberichterstattung.com kann nicht sagen, ob all diese Ausführungen des russischen Nachrichtendienstes ANNA-News korrekt sind. Doch das betrifft derzeit fast alle Kriegsberichte aus Syrien – seien es Darstellungen der UNO oder der NATO, von westlichen oder arabischen, ja sogar der syrischen Regierung. Wir waren von der Detailgetreue dieses Kriegsberichtes schockiert und halten es auf jeden Fall für ein wichtiges Zeitdokument, das in die öffentliche Diskussion rund um den syrischen Krieg und das Regime von Präsident Bashar al-Assad einfließen sollte. Journalisten und Kriegsberichterstatter können mit den russischen Reportern in Syrien, die offensichtlich sehr gut im Bilde sind über diesen Konflikt, mit diesen direkt über anna-news in Kontakt treten.

Wichtige Artikel und original-Quellen zum Massaker in Al-Houla:

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten: Syrien-Krieg: Deutsche Medien manipulieren in Kriegsberichterstattung und Frankreich will Krieg

Quelle ANNA-News, deutsche Übersetzung: http://apxwn.blogspot.de/2012/05/al-hula-eine-rekonstruktion.html

 

Russische Reporter berichten direkt aus dem Kriegsgebiet und scheinen objektiver zu berichten als viele westliche Medien:
http://maramus.livejournal.com/

ANNA-News russische Original-Seite: http://anna-news.info/node/6312

3 comments

  1. mein bester kumpel ist syrer. was ihr hier schreibt ist gelogen und reibe propaganda für assad. warum macht ihr soetwas. islamhasser?

  2. Mittlerweile dürfte es unstrittig sein, dass das Hula-Massaker von jenen angerichtet wurde, denen die ganze Sympathie der Westmedien gilt. Weil sie angeblich demokratieschaffende Freiheitskaempfer sind. „Assad lässt Kinder töten“ hieß eine Sendung von Anne Will in der ARD am 6. Juni. Der Titel sollte Zuschauer generieren, um die Quote zu hypen, das ist klar. Dass dies jedoch um den Preis der Wahrheit geschieht, schlägt dem öffentlich-rechtlichen gebuehrenfinanzierten Auftrag ins Gesicht. Ich hatte mir erlaubt, in einer Mail an den ARD-Pressechef am Tag vor der Ausstrahlung die Redlichkeit des Titels in Zweifel zu ziehen, was mir eine rüde Email eines subalternen Mitarbeiters eintrug. In schneidigem Kommandoton belehrte mich der Herr, es sei „unstrittig“, dass das Massaker in den Verantwortungsbereich Assads falle. Dabei konnte der aufmerksame Zeitgenosse schon zu diesem Zeitpunkt wissen, dass es eben nicht syrische Truppen gewesen sind, die das Massaker angerichtet hatten. Aber über korrekte Recherche sind gewisse Redakteure längst erhaben. Als der geladene Studiogast Todenhoefer absagte, war mir klar, dass es hinter den Kulissen der Sendung schwer geraucht haben musste. Dafuer bekam dann der arme Scholl-Latour sein oeffentlich-rechtliches Fett ab. Warum er als ausgewiesener Orientkenner sich derartige Laienrunden sich noch antun muss, in denen er sowieso kaum zu Wort kommen darf, bleibt sein Geheimnis.
    Zunehmend goenne ich mir die Freiheit, mit der Fernbedienung in der Hand mediale Manipulationsversuche meiner Person gegenueber abzuwehren. Das Libyen-Beispiel hat mir bewiesen: das mediale Zusammenspiel zwischen unkritischen, ja naiven Westmedien und der NATO Mit dem Ziel, der Scharia den Weg freizubomben, darf keine Fortsetzung haben.

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