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Dienstag, 18. Juni 2019

Nazi-Terror: Klaas Carel Faber gestorben / Holland sah ihn als Kriegsverbrecher

Nazi-Kollaborateur Klaas Carel Faber ist der Tod. Er starb in einem Krankenhaus in seiner bayerischen Heimatstadt Ingolstadt. Während er nach deutschem Recht als niederländischer Kollaborateur der Waffen-SS galt, beurteilten ihn holländische Gerichte als Kriegsverbrecher.

Bereits im Jahr 1952 wurde Faber in Holland als Kriegsverbrecher verurteilt. Der Vorwurf: Er soll während des Zweiten Weltkrieges, also vor 1945, als niederländisches Mitglied der Waffen-SS an der Erschießung von sechs holländischen Widerstandskämpfern beteiligt gewesen sein.

Dass Klaas Faber seit Jahrzehnten im deutschen Bundesland Bayern wohnte, ist einer Flucht aus dem holländischen Kriegsverbrecher-Gefängnis im Jahr 1952 zu verdanken. Anschließend hatte Holland vergeblich um eine Auslieferung Fabers geklagt. Doch die deutschen Gerichte, darunter das Landgericht Düsseldorf, sahen keine genügend Beweise gegen Faber vorliegen, die für eine Auslieferung gereicht hätten. Zudem sahen die Deutschen Faber als Nazi-Kollaborateur aus den Niederlanden an, während ihn die Holländer als Kriegsverbrecher ansahen.

Auch Fabers Bruder, Piet Faber, war im Zweiten Weltkrieg als Niederländer in die deutsche Waffen-SS eingetreten. Auch er soll an der Erschießung von niederländischen Widerstandskämpfern beteiligt gewesen sein. Da er dieses nach 1945 vor einem holländischen Gericht zugegeben hatte, wurde er anschließend hingerichtet.

Kommentar:

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hatte im Januar 2012 erneut Klage gegen Klaas Carel Faber eingereicht. Sie versuchte damit, der Öffentlichkeit klar zu machen: Urteilen anderer Gerichte kann grundsätzlich nicht getraut werden, deshalb müsse der Fall nun von der Staatsanwaltschaft Ingolstadt auch 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges komplett neu gestartet werden.

Damit erreicht die Staatsanwaltschaft Ingolstadt aber nur eines: Der Bürger hat den Eindruck von Willkürlichkeits-Aktionen der Justiz. Deshalb ist es gut, dass der Fall mit dem Tod von Faber nun endlich beendet ist.



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