Terroranschlag, Geiselnahme in Paris: 129 Tote, über 300 zum Teil Schwerverletzte

UPDATE unseres Reports von Freitagnacht ab 23 Uhr ++++ Nach Informationen von CNN wurden Freitaggnacht nach bisherigen Angaben zwischen circa 22 Uhr und 00 Uhr in der Innenstadt von Paris mindestens 129 Personen erschossen oder kamen bei Bombenanschlägen ums Leben. Die meisten Menschen – 112 – kamen bei einem Rockkonzert einer amerikanischen Heavy Metal Band ums Leben, die den Namen Tod auch noch im Namen hat („Eagles of Death Metal“). Hunderte Hardrockfans – die Rede ist von bis zu 1600 – wurden zudem als Geiseln genommen, wobei bis in die frühen Morgenstunden des Samstags alle Geiseln frei kamen, nachdem die Polizei die Musikhalle der HardRock-Band gestürmt hatte. Weitere mehrere Dutzend Personen – die Rede ist von über 300- sollen außerdem zum Teil schwer verletzt worden sein. Die Pariser Behörden gehen von einem umfangreichen Terroranschlag aus. Die Weltöffentlichkeit war Zeuge der Terroranschläge, da drei laute Bombenexplosionen im Pariser Fußballstadion zu hören waren, als gerade Deutschland gegen Frankreich ein Freundschaftsspiel austrug. Das Spiel wurde abgebrochen.

Wer weitere Informationen Freitagabend oder Samstagnacht wollte, konnte sich einmal mehr nicht auf ARD oder ZDF verlassen, die Korrespondenten schienen zu schlafen und die Sendezentralen auch. Während CNN schon ab circa 22 Uhr bereits Live-Übertragungen von der Pariser Innenstadt und dem Umfeld der Tatorte zeigte, sagte am Freitagabend noch um 23:28 die Moderatorin des ZDF heute journal, man habe immer noch keine (weiteren) Bilder und müsse mal abwarten, wann man welche senden könne. Schlimmer geht es für einen öffentlich-rechtlichen Sender, der GEZ-Gebühren von Millionen Deutschen kassiert, nicht mehr.

Außer oberflächliches Gerede gab es deshalb bis mindestens 1:00 Uhr nicht viel – weder auf ZDF noch der ARD. Hintergründige dauerhafte Informationen und Bilder rund um die Terroranschläge und die Tatorte von Paris waren fast nur auf dem amerikanischen TV-Sender CNN zu erhalten. ZDF und ARD hatten es noch nicht einmal auf die Reihe gebracht, die noch Freitagnacht stattfindenden kurzen Ansprachen des US-Präsidenten Barack Obama sowie des französischen Präsidenten François Hollande live zu übertragen – im Gegensatz zu CNN.

Schon Freitagnachmittags musste nach einem Bombenalarm die deutsche Nationalmannschaft nach Aussagen von Bundestrainer Jogi Löw das Mannschaftshotel in der Pariser Innenstadt für drei Stunden verlassen. Abends wurde dann, obwohl in der 16. Minuten drei laute Explosionen zu hören waren, das Fußballspiel zwischen Deutschland und Frankreich zwar weitergespielt, die Spieler aber zu Spielende umgehend in Sicherheit gebracht.

Bis mindestens 1 Uhr Nachts soll sich die deutsche Nationalmannschaft, wie die französische, sich von Militärs und der französischen Polizei abgesichert, an einem unbekannten Ort aufgehalten haben und zwar irgendwo im Pariser Fußballstadion. Bis in die frühen Morgenstunden des Samstag war davon ausgegangen worden, dass die deutsche Fußball-Mannschaft nicht zurück in das Pariser Mannschaftshotel verbracht wurde. Wahrscheinlicher ist, dass die deutsche Nationalmannschaft noch in der Nacht zum Samstag aus Paris ausgeflogen worden ist und zwar nach Deutschland. Die Terroranschläge sollen auch in der Nähe des Pariser Magazins Charlie Hebdo durchgeführt worden sein, dessen Redaktion sich ebenfalls in der Nähe des Pariser Fußballstadions in der Pariser Altstadt befindet.

Nach gegen Mitternacht von Freitag auf Samstag soll sich die Verbrecherorganisation Isis, auch bekannt als Is, zwar nicht zu den Terroranschlägen bekannt haben, aber bereits in bekannter Manie diese kommentiert haben.

+++ Freitag 23:41 Uhr +++ der US-Präsident wird in Kürze eine Stellungnahme zu den Pariser Terroranschlägen abgeben. Derzeit wird aber keine akute Gefahr für die USA ausgesprochen. Allerdings wird davon ausgegangen, dass es eine bewusst gesetzter Terroranschlag im Umfeld des internationalen Fußballspiels zwischen Deutschland und Frankreich ist und auch dem Konzert der US-Rockband. Um welche Band es sich handelt, ist bislang nicht bekannt. Die französische Regierung empfiehlt derzeit allen Parisern, die Wohnungen und Häuser nicht zu verlassen.

+++ Freitag 23.45 Uhr +++ Französische Sicherheitsbehörden gehen von Selbstmordanschlägen aus. Theo Koll konnte als Pariser ZDF-Korrespondent auch um 23:45 Uhr immer noch nicht sonderlich viele Bilder zeigen. Immerhin sagt er recht teilnahmslos, dass es möglicherweise Schießereien in der Nähe der linksliberalen französischen Tageszeitung Libération gebe.

+++ Freitag 23:48 Uhr +++ Angeblich habe einer der Angreifer während seiner Terroranschläge gesagt, die Terroranschläge seien die Quittung für den Westen, der seit Jahren in Syrien mit Krieg führt, um Präsident und Diktator Baschar al-Assad von der Macht zu bekommen. Frankreich ist seit Jahren, wie die USA, militärisch in Syrien präsent und soll auch Gruppierungen rund um Isis aufrüsten mit dem Ziel Assad zu stürzen.

+++ Freitag 23:49 Uhr +++ US-Präsient Barack Obama gibt eine zweiminütige Pressekonferenz. Er sagt, er wolle derzeit keine Spekulationen abgeben, man sei aber mit den französischen Sicherheitsbehörden im Gespräch. Zudem würden die USA versuchen, Frankreich in diesen Stunden beizustehen. Jedoch sei die US-Regierung derzeit sicher, dass es sich um Terroranschläge handele.

+++ Freitag 23:53 Uhr +++ Der französische Präsident Francois Hollande wendet sich an die Nation. Er sagte, derzeit versuchten Sicherheitskräfte zu verhindern, dass es weitere Terroranschläge gebe. Man sehe sich im Staatsnotstand. Zudem sagte er, man sei dabei, weitere Entscheidungen zu treffen, wie man die Pariser schützen könne, vor allem wolle man verhindern, dass weitere Anschläge geschehen. Zudem erklärte Hollande, er spreche den betroffenen Familien und Freunden seine Anteilnahme aus. Zudem bitte er die Franzosen und die Pariser darum, Vertrauen in die französische Sicherheitsbehörden zu haben, dass sie in der Lage wären, Land und Leute zu schütze.

+++ Freitag 23:55 +++ Weder in der ARD noch im ZDF heute journal wurde, im Gegensatz zu CNN, die Rede des französischen Präsidenten oder des US-Präsienten Barack Obama zu den Pariser Terroranschlägen live übertragen. Beide Ansprachen der Regierungschefs zu den Terroranschlägen von Paris waren live lediglich auf CNN zu sehen. Unser Kommentar: Das ist ebenfalls eine Bankrotterklärung für die deutschen öffentlich-rechtlich finanzierten TV-Sender ARD und ZDF und es ist eine Zumutung für die Millionen deutschen GEZ-Zahler, da ARD und ZDF einmal mehr ihrem Bildung- und Informationsauftrag nicht professionell nachkommen.

+++ Samstag 00:05 +++ Der französische Radioreporter Julien Pearce gibt als Zeuge auf CNN ein Telefoninterview. Er sagte, einer der Angreifer sei sehr jung gewesen, zwischen 20 und 25 Jahre alt. Alleine er habe als Augenzeuge mindestens 20 bis 25 tote oder schwerverletzte Menschen in der Konzerthalle gesehen. Er stehe derzeit unter Schock. Der Zeuge sagte weiter, er könne nicht sagen, welche Sprache der oder die Angreifer gesprochen hätten. Er habe niemanden sprechen gehört – also auch niemanden arabisch sprechend. Derzeit könne er, sagte der Radioreporter auf CNN weiter, sagen, dass die französische Polizei angeblich immer noch nicht in der Konzerthalle sei. Ihm selber gehe es derzeit aber den Umständen entsprechend gut.

+++ Samstag 00:15 +++ Das komplette französische Regierungskabinett soll in 30 Minuten zu einer Krisensitzung zusammenkommen.

+++ Samstag 00:18 +++ Alle Angaben zur Anzahl der Toten und Verletzten – bislang ist die Rede von 60 Toten die Rede – sind bislang keine gesicherten Angaben.

+++ Samstag 00:22 +++ CNN berichtet, bei dem Konzert in Paris habe es sich um eines von der US-Band „Eagles of Death Metal“ gehandelt. Das Konzert fand statt in der Konzerthalle „Le Bataclan“ (bekannt auch als Bataclan Café). Adresse: 50 Boulevard Voltaire, 75011 Paris (Metro/Subway „Oberkampf“ and „Filles du Calvaires“).

Wikipedia schreibt über den Veranstaltungsort: „Das Bataclan (ursprünglich Ba-ta-Clan) ist ein Pariser Vergnügungsetablissement und Konzertsaal im XI. Arrondissement mit ehemals auffällig orientalisierender Architektur. Es wurde 1864–65 durch den Architekten Charles Duval errichtet. Sein Name verweist auf die gleichnamige Operette von Jacques Offenbach (Ba-ta-clan).“

+++ Samstag 00:32 +++ CNN-Moderatorin Christiane Amanpour sagt, das (alte) Konzerthaus „Bataclan“ liege in der Nähe des Sitzes des französischen Präsidenten, was erschreckend sei.

+++ Samstag 00:36 +++ CNN sagt, man gehe derzeit von drei Terroranschlags-Orten in Paris aus: Nähe des Fußballstadions, im Konzertsaal des Bataclan Café und in der Altstadt von Paris, möglicherweise in Restaurants. Letztlich handele es sich jedoch alles um Örtlichkeiten im gleichen Pariser Bezirk.

+++ Samstag 00:38 +++ CNN sagt, man gehe derzeit von rund 1000 Zuhörern des Konzerts der US-Band „Eagles of Death Metal“ aus. Angeblich stürme derzeit die Polizei von Paris das Konzerthaus.

+++ Samstag 00:40 +++ Das ZDF hält es immer noch nicht für nötig dauerhaft live von den Terroranschlägen in Paris zu berichten, strahlt stattdessen das Kulturprogramm „aspekte“ aus und lässt dort u.a. eine Sängerin einen Song vortragen. In der ARD läuft immer noch Sport. Angeblich, behauptet die ARD, hätten die Terroristen geplant ursprünglich in das Fußballstadion zu gelangen, was aber gescheitert sei. Deshalb hätten die Attentäter sich dann das Konzert ausgesucht. Diese ARD-Version war allerdings nicht auf CNN zu hören, gilt deshalb als eher unwahrscheinlich.

+++ Samstag 00:43 +++ Die Rede ist auf CNN nun von circa 120 Geiseln und 43 umgekommenen Opfern, wobei die meisten erschossen worden seien. Angeblich sei keiner der Terroristen vermummt gewesen.

+++ Samstag 00:48 +++ Ein CNN Counterterrorismus-Fachmann sagt, derzeit fürchte man, ob es möglicherweise eine zweite Welle der Terroranschläge in Paris geben könnte. Gleichzeitig erklärte Mike Rogers, ebenfalls Terrorexperte von CNN, das Problem der Sicherheitskräfte sei nun, festzustellen, wer Terrorist sei und wer Geiselopfer. Ähnlich äußert sich CNN-Moderator Wolf Blitzer.

+++ Samstag 00:56 +++ Ein CNN-Reporter erklärt, es sei wahrscheinlich, dass derzeit zahlreiche Handys und Telefone staatlich überwacht würden, um festzustellen, ob es zu Verabredungen bezüglich weiterer Terroranschläge kommt. Es gilt als nicht wahrscheinlich, dass dabei nicht nur Handys und Telefone, auch E-Mails in Paris abgehört werden, sondern möglicherweise in der gesamten westlichen Welt, also auch in Deutschland.

+++ Samstag 00:58 +++ Die Pariser Polizei hat nach Auskunft von CNN das Konzerthaus gestürmt und hat sich auf den ersten Stock vorgearbeitet. Dort habe man zahlreiche tote Körper gefunden und zahlreiche Verletzte. Gleichzeitig sagt CNN, der französische Präsident Hollande habe getwittert, Frankreich könne sich gegen Terroranschläge wehren.

+++ Samstag 01:00 +++ Die Terroranschläge von Paris hätten an sechs Orten stattgefunden, sagt eine CNN-Moderatorin. Zudem erklärt sie, dass der französische Präsident während der Terroranschläge sich im Pariser Fußballstadion befunden habe, in welchem Deutschland gegen Frankreich gespielt habe. Man habe unmittelbar nach den Explosionen den französischen Präsidenten an einen unbekannten sicheren Ort gebracht.

+++ Samstag 01:06 +++ Patrick Klugman, der Pariser Bürgermeister (Deputy Mayor), erklärt auf CNN in einem Telefoninterview, dass die bislang genannten Opferzahlen der Terroranschläge von Paris möglicherweise bis in die Morgenstunden weiter ansteigen würden. Das sei schrecklich, vor allem da es in den Abendstunden geschehen sei, in welchen so viele Menschen sich eine schöne Freizeit hätten gestalten wollen. Zudem erklärte Krugman, er gehe derzeit davon aus, dass die Terroranschläge von Paris erst einmal vorüber seien.

+++ Samstag 08:42 +++ Die Anzahl der Toten wird nun mit 153 beziffert, wobei die meisten auf dem Rockkonzert getötet worden seien. Ob die Band selber noch komplett am Leben ist, ist nicht bekannt. Insgesamt seien bislang rund 8 Terroristen von der französischen Polizei erschossen worden.

+++ Samstag 09:07 Uhr +++ Live-Übertragung auf CNN der Pressekonferenz von Dr. Angela Merkel, der deutschen Bundeskanzlerin. Sie sagte, die Deutschen würden sehr nah an den Franzosen stehen in diesen Stunden und auch im Kampf gegen Terror. Die Deutschen würden in diesen Stunden Schmerz empfinden und wären auch seelisch bei den Franzosen. Die Besucher der diversen Tatorte hätten lediglich ein freies Leben leben wollen. Die Angreifer würden die Freiheit hassen. Der Westen müsse nun gemeinsam mit Frankreich die Antwort liefern. Die Täter und Hintermänner müssten nun gefunden werden. Zudem sagte Merkel „lassen sie uns diesen Terroristen unsere Antwort geben“. Was sie damit meinte, ob sie Deutschland nun auch in die Kriege ziehen möchte, ist derzeit nicht klar.

+++ Samstag 09:12 Uhr +++ Frankreich ist seit Jahren mit der islamischen Welt in starken Konflikten, vor allem mit den ehemaligen französischen Kolonien. Beispielsweise soll Frankreich im sogenannten Algerienkrieg in den 1950er Jahren rund 300.000 Algerier umgebracht haben, die für ein von Frankreich befreites Algerien gekämpft hatten. Auch in Mali ist Frankreich bis heute militärisch präsent – bekämpft dort aber vor allem radikale Islamisten, die den Staat destabilisieren möchten. Auch Deutschland ist bis heute in Mali mit der Bundeswehr vor Ort, ist militärisch aber nicht so stark involviert, wie Frankreich. Weitere islamische Länder, in welchen Frankreich an vorderster Front mit seinen Militärs aktiv ist, sind der Irak, Afghanistan und auch in Syrien.

+++ Samstag 09:40 Uhr +++ Ein Konzertbesucher – Julien Pearce, Reporter eines französischen Radiosenders – sagt auf CNN, niemand habe seine Taschen in der Musikhalle beim Einlass für das Musikkonzert, wo die Attentäter angegriffen hatten, vorzeigen müssen.

+++ Samstag 10:24 +++ Laut CNN seien folgende Pariser Örtlichkeiten von den Terroristen angegriffen worden: Le Petit Cambodge (ein unter Touristen und jungen Menschen beliebtes Restaurant in Nähe zahlreicher Discotheken), eine nicht näher bekannte Anzahl von Einrichtungen (wahrscheinlich Restaurants) an der Rue Fontaine au Roi, der Eingang des Stade de France, wo Deutschland gegen Frankreich ein Fußballspiel austrug (4 Tote; das Stadion fasst bis 80.000 Stadionbesucher), sowie die Konzerthalle „Le Bataclan“, bekannt auch als Bataclan Café, ein historischer Gebäudekomplex mit Platz für über 1000 Konzertbesucher.

+++ Samstag 10:35 +++ In einem kurzen Interview mit CNN sagt Denis Plaud, einer der Pariser Konzertbesucher, dass Freitagnacht während der Terroranschläge zahlreiche Konzertbesucher in einen Raum eingesperrt worden seien und dort auf ihre Befreiung gewartet hätten, dabei habe man große Ängste ausgestanden. Ob erroristen oder Sicherheitsmitarbeiter die betroffenen Konzertbesucher in einen Raum gesperrt hatten und wie viele betroffen waren, ist nicht klar.

+++ Samstag 12:07 +++ Wurde gegen 08:40 die Anzahl der Toten noch mit 153 auf CNN beziffert, ist jetzt die Rede von 128 Toten. Die Anzahl der zum Teil schwer Verwundeten wird nun mit 180 beziffert. Bis Samstag nacht, 1 Uhr, war die Rede von rund 60 Verletzten.

+++ Sonntag 08:15 +++ Die Anzahl der Toten wird derzeit mit 129 angegeben. Über 300 Personen seien verletzt, davon rund 100 schwer.

Sobald wir mehr wissen, berichten wir weiter.

2 Replies to “Terroranschlag, Geiselnahme in Paris: 129 Tote, über 300 zum Teil Schwerverletzte”

  1. „“+++ Freitag 23:53 Uhr +++ Der französische Präsident Francois Hollande wendet sich an die Nation. Er sagte, derzeit versuchten Sicherheitskräfte zu verhindern, dass es keine weiteren Terroranschläge gebe. Man sehe sich im Staatsnotstand.““
    Vor lauter Aktualität sollte die Logik nicht auf der Strecke bleiben!!

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