Skip to main content
Donnerstag, 21. Juni 2018

Algerienkrieg: Erdogan wirft Franzosen Massen-Völkermord in Algerien vor

algerien-roemische-straße-kriegsberichterstattungcom

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wirft im Zusammenhang mit einem neuen französischen Genozid-Gesetz, das das Leugnen von Massenmorden mit bis zu 45.000 Euro unter Strafe stellt, Heuchelei und Geschichtsverdrehung vor. So habe die ehemalige französische Kolonialmacht selbst Massaker im Genozid-Stil beispielsweise in Afrika durchgeführt. Vor Jahrzehnten hätten die französischen Kolonialschlächter alleine in Algerien 15 Prozent der Bevölkerung „gnadenlos massakriert“, erklärte Erdogan in einer emotionalen Rede. Im Algerienkrieg wurden in den 1950er Jahren rund 300.000 Algerier durch das französische Militär und die Französische Fremdenlegion abgeschlachtet.

Weiter sagte der türkische Ministerpräsident, die französischen Kolonialschlächter hätten die getöteten Algerier sogar in Öfen verbrannt . Eine solche Verhaltensweise kannte man bislang eigentlich nur aus dem Dritten Reich. Das neue französische Genozid-Gesetz wendet sich auch an in Frankreich lebende Türken, die beispielsweise den Mord an bis zu 1,5 Mio. Armeniern leugnen, welcher 1915 während des Ersten Weltkrieges vom Osmanischen Reich nach Überzeugung mehrerer Historiker durchgeführt worden sei. Der Konflikt schwelt brutal bis heute.

Erdogan sagte zudem, „die Verabschiedung des französischen Gesetzes“ sei ein klares Beispiel dafür, „dass Rassismus, Diskriminierung und anti-muslimische Ressentiments in Frankreich und Europa einen neuen Höhepunkt erreicht“ hätten. Doch damit nicht genug: Der französische Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy schüre „Hass auf Türken und Muslime“ um die nächste Präsidentenwahl zu gewinnen. Frankreich war auch im Ölstaat Libyen einst Kolonialmacht Auch der algerische Nachbarstaat Libyen, bedingt durch Öl reichstes Land in Afrika, war einst Bestandteil der französischen Kolonial-Gewaltregierung. Sarkozy war es auch, der maßgeblich unter Einsatz des westlichen Kriegsbündnisses NATO im Jahr 2011 die neue libysche nicht demokratisch legitimierte Regierung an die Macht bombte. Frankreich hatte zudem Anteil an der völkerrechtlich illegalen Tötung des libyschen Staatschefs Muhammed al Gaddafi.

Weitere rund 50.000 Menschen seien seit April 2011 durch die NATO-Bomben im islamischen Libyen getötet worden, sind zahlreiche Kriegsbeobachter und Menschenrechtler überzeugt.

Der vom französischen Parlament auf den Weg gebrachte Gesetzentwurf sieht vor, die Leugnung des Völkermords an den Armeniern 1915 im damaligen Osmanischen Reich mit einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr und einer Geldstrafe von 45.000 Euro zu ahnden. Armenier leben bevorzugt in Frankreich.

Die Türkei widerspricht jedoch der französischen Regierung, wonach das Osmanische Reich geplant und koordiniert Hunderttausende Armenier umgebracht habe. Die planhafte Umsetzung der Eliminierung eines Volkes ist eine zentrale Voraussetzung für den Tatbestand des „Völkermordes“ (Genozids). Im sogenannten Algerienkrieg hatte Frankreich in den 1950er Jahren rund 300.000 Algerier umgebracht, die für ein Ende der französischen Gewalt-Kolonialherrschaft in Algerien gekämpft hatten. Ebenso ist Frankreich im Irak oder Syrien militärisch involviert.

Foto: © istockphoto/Sean_Warren



Das könnte Sie interessieren

Sonntag, 27. Mai 2018

Wegen "Loyalitätsbruch" -

Israel droht Palästinensischer Autonomiebehörde mit Verlust des Aufenthaltsrechts in Jerusalem

Vier Mitgliedern des Palästinensischen Legislativrats droht, teilte Amnesty International (AI) bereits Ende April 2018 mit, der Verlust ihres dauerhaften Aufenthaltsstatus in Jerusalem. Auf der Grundlage eines vom israelischen Parlament (Knesset) verabschiedeten Gesetzes sei das israelische Innenministerium befugt, Personen wegen mutmaßlichen „Loyalitätsbruchs“ das Aufenthaltsrecht zu entziehen. Das teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Am 19. März habe der israelische Innenminister Arye Deri angekündigt, zwölf […]

Montag, 30. April 2018

Israel ermordete 39 Palästinenser: Amnesty fordert exzessive Gewalt umgehend einzustellen

Die international größte Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) fordert in einer dringlichen Presseerklärung, dass Israel seine ‚exzessive Gewalt‘ gegen Palästinenser umgehend einstellen solle. Wir zitieren aus der Presserklärung: „Während am Freitag, dem 13. April 2018 die Proteste aufs Neue begannen, erklärte Amnesty International, dass die israelischen Behörden der Anwendung von übermäßiger und tödlicher Gewalt zur Unterdrückung palästinensischer Demonstrationen im Gazastreifen ein […]

Samstag, 14. April 2018

Bomben auf Syrien +++ Der schmutzige Krieg der USA, Frankreichs und Großbritanniens

Kommentar – Es gehört seit Jahrhunderten zum strategischen Repertoire ehemaliger westlichen Kolonialstaaten wie den USA, Frankreichs oder Großbritanniens, die Geschichte immer so umzuschreiben, dass man selbst mit einer angeblich sauberen Weste dasteht. Ganz nach dem Motto: Die Geschichte schreibt immer der Sieger. Das ist auch beispielsweise mit den Deutschbalten so. 1917, im Zuge der Russischen Revolution, die als „Februarrevolution 1917“ […]

Samstag, 31. März 2018

Palästinensische Menschenrechtsorganisation +++ 13 Tote und 1031 Verletzte durch Israel am Karfreitag

Die palästinensische Menschenrechtsorganisation PCHR, auf Englisch „Palestinian Center for Human rights“, teilte am Freitagabend in einer Presserklärung mit: „Am blutigsten Tag nach der Offensive des Jahres 2014“ habe die israelische Armee im Rahmen militärischer Operationen im östlichen Gaza-Streifen 13 palästinensische Zivilisten getötet und 1.031 Menschen verletzt. Unter den Verletzten seien 218 Kinder und 34 Frauen. [1] Namentlich konnte die PCHR […]

Donnerstag, 22. März 2018

Türkei feiert Ermordung von kurdischen Frauen +++ Merkel nennt Türkei-Krieg in Syrien inakzeptabel

Unterschiedlicher könnte die völkerrechtlich illegale türkische Militärinvasion im geschundenen Nachbarland Syrien nicht wahrgenommen werden: Während türkische Medien den Endsieg und Völkermord an den Kurden in Syrien feiern, hagelt es im Ausland Kritik, wie jetzt von Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). So schrieb beispielsweise das türkische Medium „1 Stunde vor dem Morgen“ wonach „Die Anführer der PKK und YPJ eins nach […]

Dienstag, 20. März 2018

Israelische Besatzer verurteilen Friedensaktivist Munther Amira zu fünf Jahre Bewährung und Haft

Am 12. März 2018 verurteilte ein israelisches Militärgericht den palästinensischen Menschenrechtler Munther Amira zu sechs Monaten Haft, fünf Jahren Bewährung und einer Geldstrafe. Er wurde, wie zehntausende andere in den vergangenen Jahrzehnten, aufgrund von Anklagepunkten verurteilt, welche sich auf eine friedliche Teilnahme an Protestveranstaltungen beziehen. Der palästinensische Aktivist und Menschenrechtler Munther Amira sei am 12. März 2018 vom Militärgericht in Ofer im […]


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*