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Donnerstag, 17. Januar 2019

Skandal: Gelangweilte Zeugen ließen Lkw-Fahrer laufen nach Terroranschlag in Berlin

Viele Berliner schauten auch im Zweiten Weltkrieg gerne weg, als Zehntausende Juden, Schwule, Linke, Behinderte in Zügen zum Vergasen in Konzentrationslager verbracht wurden. (Bild: YouTube-Video).

Es ist symptomatisch für Berlin und man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, was geschah:

Zeugen sahen natürlich nach dem Berliner Terroranschlag vom Montagabend, wie der Fahrer gemütlich aus seinem Führerhaus stieg. Nachdem er gerade am berühmten Berliner Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche 12 Menschen mit seinem Lkw umgebracht hatte und 50 verletzt hatte. Darunter 12 lebensgefährlich. Direkt im Herzen der Stadt. An einem der symbolträchtigsten Plätze Deutschlands. Denn die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist wie das Brandenburger Tor zum Mahnmal für den Frieden geworden und zum Mahnmal dafür, was Kriege anrichten können.

Die berühmte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, um welche sich der vom Berliner Terroranschlag betroffene Weihnachtsmarkt gruppiert, ist seit 70 Jahren zertrümmert. Als Mahnmal gegen den Zweiten Weltkrieg.

Briten und Amerikaner hatten mit Bomber-Angriffen aus der Luft 1944 und 1945 die schönste Kirche Berlins in Schutt und Asche gelegt. Wie die Alliierten damals 90 Prozent von ganz Berlin mit Bombenteppichen aus der Luft zerstört hatten. Das war ihre Antwort auf den von Adolf Hitler und den Nationalsozialisten 1939 begonnenen Zweiten Weltkrieg. Nachdem die Deutschen den Ersten Weltkrieg 1919 verloren hatte.

Hitler verteidigte seinen Krieg damit, man wehre sich gegen die Deutschland ausblutenden gigantischen Reparationszahlungen aus dem Ersten Weltkrieg, welche man an Britannien, Frankreich und die Vereinigten Staaten von Amerika leisten musste. Erst vor wenigen Jahren hatte Deutschland die letzte Reparationszahlung an Frankreich überwiesen.

An einem solch weltberühmten Platz, den Hunderttausende, wenn nicht Millionen Touristen als Viewing Point in Berlin aufsuchen, geschah also der Terroranschlag.

Doch die Zeugen halfen nicht, den Terrorfahrer aus dem polnischen Lkw am Tatort festzuhalten. Stattdessen – so stellen wir uns das vor – schauten sie wohl gelangweilt. Vielleicht waren sie etwas fasziniert, während man beobachtete, wie der Terrorist den Platz des Grauens verließ. Vielleicht aber auch nicht.

Man wollte sich ja selbst nicht in Gefahr bringen. Man wollte ja nichts mit einem solchen Terrorfahrer zu tun haben. Es könnte ja sein, dass er eine Pistole zieht. Was geht mich das Schicksal der Verletzten an, mögen sich Dutzende Zeugen gedacht haben. Während sie vielleicht ihre Schals und Kaputzen weiter ins Gesicht geschoben haben, um nicht zu frieren. Bei so viel Grauen und so viel eigener Niederträchtigkeit, mag sich der eine oder andere selber lieber versteckt haben.

Das was wir hier schildern, ist nicht Science Fiction. Jeder, der Berlin und die Prachtstraße Kurfürstendamm auf Höhe des Weihnachtsmarktes kennt, weiß, dass es so gewesen sein muss. Denn hier laufen und fahren täglich Hunderttausende Menschen herum. Auch Abends noch. Es kann also gar nicht anders gewesen sein, als dass Dutzende Zeugen den Terroristen weglaufen gesehen haben. Denn ein Lkw, der in einen Weihnachtsmarkt fährt, hat naturgemäß Hunderte Schaulistige. Nicht in Stunden nach dem Unfall. Sondern direkt zum Zeitpunkt des Unfalls.

Selbst jetzt, Stunden nach der Katastrophe, ducken sich die Feiglinge weg. Selbst jetzt schweigen sie noch. Dass sie nicht nur moralisch verwerflich gehandelt haben, sondern auch strafrechtlich, wenn sie nicht endlich reden, müsste ihnen klar sein.

Es ist typisch für Berliner: Das Wegschauen, das Verhalten, welches da zeigt: Ihr anderen in der Stadt seid mir scheißegal.

Szenenwechsel: Letzthin gab es einen Polizeieinsatz in Berlin in Prenzlauer Berg. Im berühmten Gastrogebiet Gleimstraße:

Es ist Samstagnachmittag. Ein Mann verfolgt einen rumänisch aussehenden kleineren Mann. Der schreit und läuft weg. Der Mann hinter ihm ruft: „Haltet ihn fest, das ist möglicherweise ein Einbrecher, helft ihn festzuhalten bis die Polizei kommt.“

Die Berliner, welche die Szene beobachten, grinsen dumm. Sie schauen blöd. Sie halten den Verfolger für ein Irren. Selbst als fünf Polizeiwägen an diesem Samstagnachmittag gegen 16 Uhr mit Sirenen sich ankündigen, hilft niemand.

Die Verfolgung geht über zwei Straßen. Keiner schreitet ein. Niemand hilft. Obwohl der Verfolger immer wieder verzweifelt und außer Atem kommend, ruft: „Helft bitte. Helft, hilfe, ein Dieb!“

Alle Berliner, die das sehen, grinsen, gehen gelangweilt weiter. Hätte der Rumäne seinen Verfolger abgestochen, hätte wohl auch niemand geholfen. Und auch niemand der Berliner hätte den Täter festgehalten. Denn Berliner kümmern sich nicht um andere. Man hat ja selbst genug damit zu tun, seinen Hartz IV-Antrag abzugeben oder die Klausuren an der Humboldt-Uni zu bestehen. Oder im Bundestag seinen Dienst zu schieben. Oder im Restaurant Gäste zu bewirten.

Ausreden haben Berliner immer viele, wenn es darum geht, warum man nicht hilft.

Selbst als die Polizei dann eintrifft und Zeugen benötigt werden, laufen die potentiellen Zeugen einfach weiter, grinsen den Verfolger immer noch blöde an. Raffen ihre Taschen und gehen gelangweilt. Es interessiert niemanden. Auch die Polizei, die immerhin mit einem guten Dutzend Beamten am Ort des Geschehens eingetroffen ist, lässt die Zeugen einfach laufen. Später dann auch den vermeintlichen Täter.

Noch nicht einmal Fingerabdrücke hat man von ihm genommen. Obwohl sein Einkaufswagen mit Fernsehern, Schmuck und Computern überquillt, wird das mögliche Diebesgut nicht kontrolliert oder vorläufig festgesetzt. Man könne ihm ja nichts beweisen, sagt der Polizei-Einsatzleiter. Und das obwohl der Verfolger des Rumänen gesehen hat, wie er aus zwei Häusern Fernseher und andere Dinge geschleppt hatte. Das ist so passiert. Anfang Oktober 2016.

Man tut Berliner sicherlich nicht unrecht, wenn man recht pauschal feststellt:

Berliner waren schon immer groß im Wegschauen. Auch im Zweiten Weltkrieg, als Zehntausende Juden über Berlin in KZs, also Konzentrationslager, deportiert wurden. Auch das interessierte die Masse der Millionen Berliner kaum. Auch als Tausende Schwule, Linke, Behinderte mit Zügen deportiert wurden zum Vergasen, machten die Berliner ihre Ohren und Augen zu, schauten weg.

Heute erinnert ein lächerliches „Gleis 17“, versteckt an der S-Bahn Grunewald, an die Deportationen ganzer Familien, daran, wie Tausende in die KZs und Arbeitslager in stinkenden engen Zügen verbracht wurden. Für Millionen Europäer bedeuteten die Konzentrationslager, die auch als Vernichtungslager in die Geschichte eingingen, den Tod.

Dass Berlin glaubt, es sei genug, wenn man den KZ-Deportationen mit Zügen im Zweiten Weltkrieg auf einem Abstellgleis – eben dem Gleis 17 im Grunewald – gedenkt, spricht Bände. Es spricht Bände für die Wegschau-Mentalität der Berliner.

Hätten jüdische Vertreter in Deutschland nicht über Jahre ein Riesentheater gemacht, gäbe es auch heute noch kein Mahnmal für die Millionen Juden, welche in den deutschen KZs systematisch ermordet worden sind.

Gelernt haben die Berliner vom Wegschauen nicht viel. Das zeigt nun einmal mehr der bestialische Terroranschlag an einem der Hotspots von Christen: Auf einem Weihnachtsmarkt.



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