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Donnerstag, 15. November 2018

Entsetzen über Mord an russischem Botschafter in der Türkei

Russland trauert um seinen Botschafter in der Türkei, die Welt ist ensetzt über die Gewaltspirale in der Türkei. Hier Ankara. (Bild: pixabay.com | CC0 Public Domain)

Die Türkei scheint nicht in der Lage zu sein, Politiker anderer Länder zu schützen. Nun wurde in dem Land am Bosporus der russische Botschafter Andrei Karlov öffentlich von einem 22-jährigen türkischen Polizisten mit Pistolenschüssen ermordet.

Eigentlich sollte der Polizist in einem zivilen Anzug gekleidet am Montagabend Dienst schieben und für den Schutz des russischen Botschafters sowie einiger anderer Gäste während einer Fotoausstellung sorgen.

Der türkische Polizist soll, während der russische Botschafter an seinen Schüssen starb, laut gerufen haben, „Gott ist groß, Gott ist groß“. Außerdem soll sich der türkische Polizist über Syrien geäußert haben mit den Worten: „Wir sind diejenigen, die dem Propheten Mohammed Treue und dem Dschihad Treue schwören.“

Der Attentäter wurde von anderen türkischen Polizisten erschossen.

Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan sagte, die Ermordung des russischen Botschafters sei „eine Provokation, mit dem Ziel, unsere Beziehungen zu stören. Ich verurteile den Mord“.

Bei dem Mörder soll es sich um Mevlüt Mert Altintas handeln. Die Familie des türkischen Terroristen soll erst vor zwei Monaten in Ankara ihre Wohnung bezogen haben. Nachbarn sagten gegenüber Journalisten, man wisse über die Familie nicht viel, schreibt die türkische Tageszeitung Milliyet.

Russland sieht einen Terrorakt. Die Türkei selber ebenso.

Gegen 22.50 Uhr äußerte sich auch Russlands Präsident Vladimir Putin zu dem Mordanschlag:

„Es ist eine tragische Nachricht aus der Türkei. Der russische Botschafter Andrey Gennadyeviç Karlov wurde verabscheuungswürdige getötet. Ein Mord wurde durchgeführt. Dies ist natürlich eine Provokation, um die Normalisierung der russisch-türkischen Beziehungen zu stören. Außer Russland haben auch die Türkei und der Iran ein Interesse, den Konflikt in Syrien zu beenden. Der Attentäter versucht… mit dieser Provokation den Friedensprozess zu unterbrechen. Die einzige Antwort kann sein, den Kampf gegen den Terrorismus zu verstärken. Die Banditen werden es zu spüren bekommen.“

23:49 Uhr: Mittlerweile sollen die Mutter und Schwester des Mörders in Haft genommen worden sein, erklärte der Generalstaatsanwalt von Ankara.



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