Skip to main content
Mittwoch, 12. August 2020

USA greifen willkürlich Al-Shayrat Air Base in Syrien an

Syrien ist in der Zange zahlreicher Länder, die dort Interessen haben, wie sich schon auf der Karte sehen lässt. (Bild: Google Maps)

US-Präsident Donald Trump ließ in der Nacht zum Freitag willkürlich syrische Armeestellungen, eine Luftwaffenbasis der syrischen Regierung, angreifen.

Dem waren Diskussionen vorausgegangen, wer vor wenigen Tagen einen Giftgasangriff auf Zivilisten in Syrien lanciert hat, welchem über 50 Menschen zum Opfer fielen.

Russland und Syrien hatten eine Täterschaft zurückgewiesen. Terrorbanden der „Freien Syrischen Armee“, wie ISIS, gelten ebenso als mögliche Täter. Sie streiten aber eine Tat mit Chemischen Waffen ab.

Dabei ist es gerade ISIS, die einen Vorteil durch den Einsatz Chemischer Waffen erlangen, wie der nächtliche US-Angriff nun zeigt.

Donald Trump erklärte vor der Presse, es sei im Interesse der USA, dass niemand Chemische Waffen einsetze, deshalb hätten die USA zahlreiche Raketen auf syrisches Staatsgebiet gefeuert.

Betroffen von dem amerikanischen Kriegsangriff war die strategisch für die syrische Regierung wichtige Al-Shayrat Air Base.

Zum Einsatz kamen 59 Tomahawk Raketen, welche von US Kriegsschiffen abgefeuert worden sind. Auf der Airbase sollen sich auch russische Soldaten aufgehalten haben.

Mark MacCarley, Major General der USA und rechter Kriegs-Hardliner, sagte auf CNN, die amerikanischen Luftangriffe könnten der Beginn von längeren US-Angriffen gegen Syrien sein.

Strategisch halten Kritiker die Angriffe der USA für reinsten Irrsinn. Grund: Zahlreiche Beobachter sind sich einig, dass der Einsatz chemischer Waffen nicht von der syrischen Regierung ausgeführt worden sein dürfte. Denn die Regierung unter Staatschef Baschar al-Assad hätte außer strategischer Nachteile in den Debatten um syrischen Frieden nichts mit Chemischen Waffen erreichen können.

Auch der Westen ist geübt in Kriegslügen

Es wäre nicht das erste Mal, dass Regierungen im Westen massiv lügen, um strategische Ziele zu erreichen und dies als Vorwand für Kriege nehmen. Es wäre auch nicht das erste Mal, dass die Frage, wem man die Kriegsschuld zuschiebt, dabei eine ganz zentrale, wenn nicht die zentralste Rolle, spielt.

Im Buch „1939 der Krieg, der viele Väter hatte. Der lange Anlauf zum Zweiten Weltkrieg“, geschrieben vom ehemaligen Generalmajor und Territorialen Befehlshaber für Niedersachen und Bremen, von Gerd Schultze-Rhonhof, schildert dieser sehr detailliert, wie Deutschland von Frankreich und Großbritannien, auch von Russland, regelrecht vorsätzlich in den Ersten Weltkrieg gezogen wurde.

So schreibt Gerd Schultze-Rhonhof, dass es zuerst Russland gewesen sei, welches als Koalitionspartner von Frankreich und Großbritannien seine Armeen vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 mobilisiert habe und damit Deutschland regelrecht gezwungen habe, die deutsche Armee ebenfalls zu mobilisieren.

Friedensbemühungen und Friedensangebote des Deutschen Kaisers Wilhelm II hätten Großbritannien, Frankreich und die USA bewusst ins Leere laufen lassen.

So sei es bereits 1906 strategisches Ziel von Großbritannien gewesen, Deutschland als Industriestaat international zu isolieren und zu zerstören. Großbritannien und Frankreich fürchteten um ihre globale Vormachtstellung als damals verbrecherisch agierende Kolonial-Staaten.

Faszinierend an Schultze-Rhonhofs Buch „1939 der Krieg, der viele Väter hatte“ ist auch, wie der Autor sehr detailliert schildert, wie es schon vor 100 Jahren im Ersten Weltkrieg Bestandteil der Kriegsführung gewesen sei, Geschichte einseitig zu deuten.

Dazu habe gehört, dass WW I so interpretiert werde, dass die USA, Großbritannien und Frankreich positiv geschildert würden, Deutschland ausschließlich negativ.

Zu dieser Art der Geschichtsschreibung gehöre auch die Mähr von der Alleinschuld Deutschlands am Ausbruch des Ersten Weltkriegs und des Zweiten Weltkriegs.

Weiter heißt es in dem Buch „1939. Der Krieg der viele Väter hatte. Der lange Anlauf zum Zweiten Weltkrieg“, wonach Deutschland in den beiden Friedensverträgen von 1918 / 1919 und 1945 ebenso unterschreiben habe müssen, dass Deutschland die Alleinschuld an beiden Weltkriegen anerkenne.

Doch damit nicht genug: Deutschland habe zudem unterschreiben müssen, dass man die Deutungshoheit über diese Kriege ausschließlich den USA, Großbritannien und Frankreich überlasse.

Diese Kriegs-Deutungshoheit habe auch Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in dieser Lesart anerkannt.

Ebenfalls eine interessante Erkenntnis in dem Buch „1939. Der Krieg, der viele Väter hatte“, ist, dass Deutschland 1990 im Vertrag zur Wiedervereinigung Deutschlands von Großbritannien und Frankreich, ebenso den USA, gezwungen worden sei, dass Ostdeutschland seinen Anteil an sogenannten „Reparationszahlungen“ an Frankreich, Großbritannien und die USA noch aus dem Ersten Weltkrieg nachträglich für die Jahre 1945 bis 1988 leisten müsse.

Dies war der Grund, weshalb die letzte Rate dieser Kriegszahlungen von Deutschland an Frankreich im Jahr 2010 überwiesen worden ist.

Insgesamt, so Schultze-Rhonhof, hätten alleine die Bargeldüberweisungen von Deutschland an Frankreich, die USA und Großbritannien, bedingt durch den Friedensvertrag von Versailles, 355 Milliarden Euro Bargeld nach heutiger Kaufkraft betragen.

Hinzu seien unzählige Rohstoffdiebstähle gekommen, vor allem durch Frankreich, und der Diebstahl von Tausenden Zügen und weiterem für Deutschland vitalem Eigentum.

Kommentar

Doch was haben nun der Erste Weltkrieg, der Zweite Weltkrieg und der Krieg in Syrien gemeinsam?

Dass es letztlich darum geht, jemandem eine Kriegsschuld – im aktuellen Fall der Einsatz Chemischer Waffen – zuzuschieben.

Es geht also bei den US-Luftangriffen gegen syrische Regierungssoldaten nicht um den Versuch, einen blutigen Krieg zu beenden, wie Donald Trump sagt, oder um die Verteidigung von Frauen und Kindern. Vielmehr geht es auch im Syrienkrieg darum, die Vormachtstellung der USA gegen Russland mit kriegerischen Mitteln zu bekräftigen.

Dabei nehmen die USA in Kauf, dass weitere Millionen Flüchtlinge in die EU strömen. Die PR-Maschinerie dieses Krieges läuft weltweit wieder wie geschmiert. Wie immer läuft dabei der US-Nachrichtensender CNN auf Hochtouren.

Am Freitagmorgen wurden nur Kommentatoren vor die CNN-Kameras gelassen, welche die willkürlichen und völkerrechtlich illegalen Kriegsaktionen der USA gut heißen.

Deshalb sind die USA und auch Donald Trump schon jetzt Sieger auch dieser kriegerischen Auseinandersetzung, da die Medien in den USA generell Kriege lieben, die von den USA geführt werden.

Verlierer sind mal wieder Europa und Syrien – egal was westliche Politiker behaupten.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Samstag, 01. August 2020

Anti-Korruptions Demonstrationen

Amnesty International fordert Palästinensische Aktivisten müssen von Behörden in Ramallah freigelassen werden.

Am 19. Juli 2020 nahmen die im Westjordanland stationierten palästinensischen Streitkräfte in der Stadt Ramallah 19 Aktivisten fest, die friedlich gegen die Korruption im Land protestierten. Dies teilte nun Amnesty International Deutschland mit und schreibt: „Während drei von ihnen wieder freigelassen wurden, wurden 16 angeklagt, zehn von ihnen befinden sich weiterhin in Haft“. Alle zehn Palästinenser sind aus Protest gegen […]

Montag, 30. März 2020

Vom Wahnsinn & Co

Gewinner Coronakrise: Ganz klar China, der Westen durchgeht Katharsis

Kommentar – Die Corona-Krise im Westen wird wahrscheinlich Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz kosten und Zehntausende, wenn nicht Hunderttausende Unternehmen, darunter viele Einzelunternehmen, Mittelständler oder Konzerne in den Konkurs treiben. Doch es gibt auch Gewinner der Krise: Käufer billiger Aktien und billiger Bitcoins beispielsweise oder Besitzer von Immobilien, welche die Nerven behalten. Ein großer Gewinner dürfte ebenso China sein, möglicherweise zudem […]

Samstag, 14. März 2020

Argentinien nimmt deutsche Urlauber in Zwangs Quarantäne wegen Corona Virus | Einreiseverbot für Deutsche in Bolivien

So hatte sich ein Berliner seinen 14-tätigen Urlaub in Argentinien nicht vorgestellt: Als er vor zwei Tagen von Argentinien nach Deutschland zurückfliegen wollte, hatte er erfahren, dass seine Airline kurzfristig den Flug gestrichen hatte. Doch nicht nur das. In einer Mail an Freunde schreibt er am Freitag den 13. März: So sei sein Rückflug von Argentinien nach Deutschland kurzfristig gestrichen […]

Samstag, 28. Dezember 2019

Italien, Mailand:

Organisierte Rip Deal Kriminalität stiehlt österreichischem Makler 23.000 Euro

Ein österreichischer Immobilienmakler einer bekannten internationalen Maklerkette wurde im Frühjahr 2019 Opfer eines Immobilien Rip Deals. Das schrieb er uns nun, sichtlich immer noch unter Schock. Im Rahmen des Finanzbetrugs wurde er in einem Kaffee in Mailand von den Gangstern um 23.000 Euro in bar betrogen. Der Rip Deal wurde im Rahmen der Organisierten Kriminalität mal wieder über die Niederlande […]

Samstag, 28. Dezember 2019

Gegen US-Strafverfolgung

Brief an Journalist Julian Assange von NoWar2019

Die vierte Jahreskonferenz der NGO-Organisation «World BEYOND War» (worldbeyondwar.org), hat bereits am 4. und 5. Oktober 2019 in Limerick, Irland, einen Brief verfasst, welcher die US-Strafverfolgung des Journalisten und Verlegers Julian Assange massiv kritisiert. Wir haben diesen Brief aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt und geben ihn euch hier zur Kenntnis: „Wir sind Ihnen dankbar für die Arbeit, die Sie […]

Freitag, 11. Oktober 2019

Menschenrechte

Kasachstan lässt Serikzhan Bilasham frei: Er darf China aber nicht mehr kritisieren

Egal ob in entlegensten Ortschaften in Afrika oder eben im russischen Nachbarland Kasachstan: China ist überall und macht überall Geschäfte. Das hat nun auch Serikzhan Bilasham zu spüren gekommen. Er war verhaftet worden, da er öffentlich zu laut in Kasachstan die mangelnden Menschenrechte in China anprangerte. Fünf lange Monate hielt man den Menschenrechtler per «Hausarrest» in einem anonymen Haus im […]

Translate »