Fünf Tote bei Amokfahrt auf Londons Westminster Bridge

Ein Opfer der Amokfahrt von London liegt am Boden. (Bild: YouTube).

Er wollte Menschen schützen und starb selber dabei: Der 48 Jahre alte britische Polizeibeamte Keith Palmer. Er erlag kurz nach dem Angriff vom Mittwoch seinen schweren Stichverletzungen.

Zuvor hatte gegen 14.40 Uhr der Amokfahrer von London den Polizisten mit einem von zwei Dolchen, die bei ihm gefunden wurden, angegriffen.

Wenige Sekunden waren da erst vergangen, als der Täter bei 70 Meilen, umgerechnet 113 Stundenkilometer, in eine Menschenmenge auf der berühmten Westminster Bridge vor dem britischen Parlament in London gerast war. Das Auto, ein Mittelklasse-Mietwagen, hatte er gut eine Woche zuvor am Donnerstag in Birmingham angemietet.

Insgesamt vier Menschen wurden Opfer der Amokfahrt von London. Die Fahrt werten britische Ermittlungsdienste mittlerweile, wie so oft in solchen Fällen, als Terroranschlag.

Zählt man den Amokfahrer hinzu, summiert sich die Anzahl der Toten von London auf fünf. Denn der Amokfahrer, von dem die Identität mittlerweile bekannt sein soll, ist von Sicherheitsdiensten erschossen worden.

Insgesamt seien zudem 40 Menschen während der Amoktat verletzt worden. Die hohe Opfer-Anzahl hängt damit zusammen, dass der Amokfahrer auf Fußgänger direkt in der berühmten Westminster Bridge gerast war. Das Gebiet gehört in London zu den von Touristen am stärksten besuchten und geliebten Hotspots.

Wer die vier gestorbenen Opfer sind, darüber ist bislang nicht viel bekannt. Lediglich bei dem Polizisten Keith Palmer heißt es, er sei Ehemann und Vater. Zudem sei er seit 15 Jahren Mitglied des Parlaments- und Diplomatischen Schutzkommandos in Westminster gewesen.

Der britische Parlamentsabgeordnete Tobias Ellwood soll vergebens versucht haben, den auf der Straße liegenden Polizeimitarbeiter mit Mund-zu-Mund-Beatmung am Leben zu erhalten.

Bekannt ist zudem, dass unter den Opfern von London eine Frau sein soll.

Die Amokfahrt gilt als schwerwiegendster Anschlag in Großbritannien seit 2005. Damals, vor zwölf Jahren, starben in London bei einem Terrorangriff 56 Menschen.

Die britische Premierministerin Theresa May nannte die Amokfahrt „krank und verdorben“, also „sick and depraved“.

Die beiden Sprecher des britischen Parlaments sowie des britischen Oberhauses gaben zudem folgende Stellungnahme heraus:

„In der Westminster-Region ist heute Nachmittag ein äußerst ernstes Ereignis aufgetreten, mit welchem sich die Metropolitan-Polizei beschäftigt und weshalb eine Untersuchung im Gange ist.

Im Namen der Abgeordneten der beiden Häuser des Parlaments möchten wir den betroffenen Familien und sonstigen Betroffenen anbieten, unsere Gedanken an sie zu schicken. Wir möchten uns auch bei der Polizei und allen Rettungsdiensten bedanken.“

Erst im Dezember 2016 fielen in Berlin 12 Menschen einem Terroranschlag eines tunesischen Täters zum Opfer. Der Tunesier war mit einem Lastkraftwagen vorsätzlich in einen Christkindelmarkt gefahren.

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