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Dienstag, 23. April 2019

USA setzen Massenvernichtungswaffe GBU-43/B-Bombe und keine ‘Mutter aller Bomben‘ in Afghanistan ein

Westliche Massenmedien schildern Kriege des Westens immer noch gerne so, als sei es ein Spiel. Aktuelles Beispiel ist die unsägliche Umschreibung einer Massenvernichtungswaffe als "Mutter". (Bild: pixabay.com | CC0 Public Domain)

Zwar schreiben weltweit Massenmedien, selbst angeblich seriöse Zeitungen wie die Süddeutsche Zeitung, die von den USA derzeit eingesetzte Bombe „GBU-43 / B Massive Ordnance Air Blast Bombe“ (MOAB) sei angeblich die „Mutter aller Bomben“. Doch das ist falsch und beruht auf einer verzerrenden Darstellung einer Nachrichtenagentur.

Grund: Die Mutter von Waffen müsste am Anfang der betroffenen Waffengattung stehen, was die „GBU-43“ definitiv nicht ist. Sie ist nicht die Mutter aller Waffen, sondern in ihren Auswirkungen eine Bombe, die fast so zerstörerisch ist wie eine kleine Atombombe. Es ist also eine Massenvernichtungswaffe, auch wenn der Westen penibel darauf Wert legt, das natürlich von sich zu weisen.

Der Unterschied einer Atombombe zu einer GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast (MOAB) ist der: Man kann nach dem Einsatz einer GBU-43/B-Bombe in dem betroffenen Gebiet wieder leben – theoretisch zumindest. Denn viel bleibt von dem Gebiet nach dem Abwurf nicht übrig als wüstes zerstäubtes und zertrümmertes Brachland.

Die GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast (MOAB) wurde erstmal öffentlich bekannt 2003, beziehungsweise 2001 im Krieg der USA gegen militärische verbliebene Einheiten des von den USA aus dem Amt gebombten und dann liquidierten irakischen Staatschefs Saddam Hussein eingesetzt.

Im Zentrum des Einsatzes der GBU-43/B stand aber der Kampf gegen die islamische Terrororganisation Al Quaida, gewissermaßen der Vorgänger des heutigen ISIS, kurz IS. Die neue bombe war die amerikanische Antwort auf den verheerenden Terroranschlag 9/11. Bekannt wurde damals das Einsatzgebiet Tora Bora in Afghanistans Bergen runter zu Pakistan.

Der Terroranschlag 9/11 Er war von Al Quaida-Fürst Osama bin Laden koordiniert worden und kostete über 3000 Amerikaner im World Trade Center in New York City das Leben.

Was macht aber die neun Meter lange Bombe GBU-43/B so gefährlich? Sie bildet, ähnlich wie eine Atombombe, nach Abwurf einen Pilz über dem Gebiet, wo sie zum Einsatz kam. So gewaltig ist ihre Aufschlagskraft. Sie dringt tief in Höhlen und Berge ein und kann in einem Umfeld von Hunderten Metern Leben zerstören. Es ist müßig darüber zu spekulieren, ob nun Chemische Waffen gefährlicher sind, oder eine solche Bombe.

Chemische Waffen können unter anderem deshalb so schrecklich sein, da sie lebenslange Verstümmelungen bei deutlich mehr Menschen hinterlassen, als wenn eine GBU-43/B zum Einsatz kommt. Eine abgeworfene und gezündete Monsterbombe wie die GBU-43/B zerstört einfach alles. Das Leben wird komplett ausgelöscht.

Würde eine solche Bombe vom syrischen Machthaber Bashar al-Ásad eingesetzt, gäbe es wohl einen noch größeren von den USA und dem sonstigen Westen angeführten Aufschrei, als wenn Chemische Waffen eingesetzt würden.

Wobei Assad nun in einem Interview den angeblichen Einsatz von Chemischen Waffen in Syrien als 100-prozentige Erfindung des Westens bezeichnete.

US-Präsident Trump konnte offensichtlich, wie so viele US-Präsidenten vor ihm, nicht vor der Verlockung zurückschrecken, mit schlimmsten Massenvernichtungswaffen, wie der nun bekannt gewordenen GBU-43/B, Krieg zu führen.

Dabei gehört es wieder einmal zu den faszinierenden Umständen, dass die westlich dominierte Geschichtsschreibung den USA fast einen Freibrief gibt selbst für die so schreckliche GBU-43/B -Bombe.

Dass westliche Journalisten dabei überhaupt sich getrauen, ein Wort wie „Mutter“ für eine Massenvernichtungsbombe in den Mund zu nehmen, ist an Peinlichkeit und Staatshörigkeit nicht mehr zu überbieten.

Jeder Journalist sollte wissen, dass „Mutter“ immer positiv belegt ist. Deshalb sind solche Formulierungen für eine Bombe absolut unangebracht und eine Katastrophe. Eine Waffe wie die GBU-43/B gehört längst international verboten. Wird sie aber nicht, da sie eben die Kriegsnation USA einsetzt, welche immer noch von dem Mythos lebt, sie wäre der große Befreier im Zweiten Weltkrieg gewesen.

Das waren die USA zwar auch, doch gleichzeitig nutzten sie dies, um ihre weltweit militärisch-aggressive Dominanz auszubauen und Europa für bald 100 Jahre in den Windschatten zu stellen.

Mit der GBU-43/B werden derzeit Menschenleben, angeblich Terroristen, in der afghanischen Provinz Nangarhar, in der Nähe zur pakistanischen Grenze, ausgelöscht.

Die Bombe ist schlimmer als 11 Tonnen gezündetes Dynamit (TNT). Die Sprengkraft hat eine Druckwelle von mehr als einer Meile. Damit ist sie eine der stärksten Massenvernichtungswaffen, welche es gibt.

Es gehört ebenso zur großartigen Kunst der USA und dem sonstigen dämlich hinterherschleimenden Westen, dass man eine solch zerstörerische Waffe allen Ernstes auch noch als „unkonventionelle Waffe“ umschreibt. Und dass diese Kriegspropaganda angebliche Qualitätsmedien und angebliche Qualitätsjournalisten einfach so aus dem politischen PR-Sprachgebrauch übernehmen.

Eine Waffe ist nicht verharmlosend nur „unkonventionell“, wenn sie 9 Meter lang ist und 103 Zentimeter dick, also ein Meter. Das ist nicht unkonventionell, sondern monströs, bösartig, zerstörerisch, teuflisch. Eine Massenvernichtungswaffe eben.

In der Bombe werde, heißt es, ebenso der Sprengstoff H6 verbaut, welcher in Australien verwendet werde, um mit Torpedos Unterwasserkrieg führen zu können.

Die MOAB-Bombe ist, wie viele Waffen heute, mit einem GPS-System ausgestattet, um auf bis zu drei Meter genau sein Ziel treffen zu können. Die amerikanischen Militärs schmeißen die Bomben von Hercules C-130-Flugzeugen ab.

Angesichts der massiven Zerstörungsmacht der MOAB-Bombe sind Kommentare der US-Kriegsführung, man versuche, so weit als möglich zivile Opfer zu vermeiden, geradezu lächerlich.

Zivile und unschuldige Opfer können Massenvernichtungswaffen wie die „GBU-43 / B Massive Ordnance Air Blast Bombe“ (MOAB) niemals vermeiden.

Noch im Wahlkampf hatte Donald Trump 2016 erklärt, wie schrecklich er Kriegführen finde. Und nun scheint er Spaß daran gefunden zu haben. Er scheint Blut geleckt zu haben.

Mal eine Feuersalve auf Syrien, selbst wenn die Untersuchungen der UNO zu den Ursachen des angeblichen Einsatzes von Chemischen Waffen noch laufen. Dann lässt er Zerstörer vor Nordkorea auflaufen. Und seit Wochen wird der Süden Afghanistans ins Bombenvisier der USA genommen.

Wenn am Ende eine bessere Welt stünde, könnte man ja noch versuchen, dies irgendwie positiv zu finden.

Doch die USA haben mit ihren Kriegen in den vergangenen 15 Jahren nur noch mehr Unheil über die Welt gebracht. Wir leben nicht sicherer, sondern unsicherer. Millionen Menschen sind seitdem auch in Europa auf der Flucht.

Aus dem Umfeld der US-Armee verlautet, man werde so lange mit der GBU-43 / B-Waffe kämpfen, bis der Islamische Staat, eine auch unter Muslimen als fanatisch eingeschätzte Terrororganisation, zerstört sei.

Nicht zu vergessen ist dabei jedoch: ISIS ist in Syrien zentraler Bestandteil der vom Westen über Jahre finanzierten und aufgerüsteten angeblichen „Freien Syrischen Armee“.



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