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Donnerstag, 22. August 2019

Waffenhandel wächst weltweit / 305 Mrd. Euro Umsatz

Unmanned Aerial Vehicle (UAV), also known as Unmanned Aircraft System (UAS). Digitally Generated Image isolated on white background

Je mehr Kriege, desto mehr Waffen sind notwendig. Deshalb wundert es nicht, dass die internationalen Rüstungsgeschäfte blühen. Neben den USA und Russland spielt auch Deutschland ganz vorne mit. Das Land ist mit seiner hervorragenden Technik und Ingenieurskunst der drittwichtigste Rüstungsexporteur der Welt.

Alleine in den vergangenen fünf Jahren sei das Volumen mit Rüstungsgeschäften um ein Viertel gestiegen, teilte das Stockholmer Friedensforschungs-Institut Sipri. Die Hälfte aller Waffenlieferungen entfielen auf die USA (30 Prozent) sowie Russland (24 Prozent). Jede zehnte Waffe die weltweit ausgeliefert werde stamme aus deutscher Hightech-Produktion.

Allerdings folgen unmittelbar andere europäische Länder wie Frankreich (8 Prozent) oder Britannien (4 Prozent). Besonders beliebt sind deutsche U-Boote und Fregatten. Als Waffenexporteur an Gewicht gewinnt China, teilte Sipri-Experte Mark Bromley mit. So liefere das Land beispielsweise an Pakistan Kriegs- und Verteidigungsgerät. Als größter Waffenimporteur der Welt gilt Indien. 10 Prozent aller Lieferungen seien dorthin ausgeliefert worden. Weitere wichtige Waffen-Importländer seien Südkorea, China oder Singapur. Welches Finanzvolumen hinter den Waffenkäufen und Waffenverkäufen in den einzelnen Ländern steht, teilte Sipri nicht mit. Dafür lieferte das Institut Gesamtzahlen. So summierten sich die Geschäfte der 100 führenden Waffenkonzerne auf 305 Milliarden Euro (411 Milliarden Dollar).

Westen dürfte an Aufrüstung Mitschuld haben

Politischer Wertungen enthält sich das Institut weitgehend. Jedoch dürfte beim Blick auf die wichtigsten Waffenimporteure klar sein: Die weltweite Tendenz des Westens, sich in die Politik anderer Staaten massiv einzumischen, ist ein nicht unerheblicher Grund für einige Länder, ihre Militärs weiter aufzurüsten. Spätestens der Libyen-Krieg, in dem das westliche Kriegsbündnis NATO im Jahr 2011 nach Schätzungen gut 50.000 Menschen mittels monatelanger Massenbombardements umgebracht haben dürfte, um das Gaddafi-Regime zu eliminieren, war ein klares Signal an andere Länder, dass mangelnde Militäreinheiten teuer bezahlt werden können – nämlich mit dem eigenen staatlichen Untergang.

Die Angaben zur Anzahl der im Libyen-Krieg getöteten Menschen sind Schätzungen von Gaddafi-gegnerischen Soldaten, aber auch von Hilfsorganisationen. Zudem gibt es Hochrechnungen auf Grund der Zehntausenden Bomben, die die NATO abgeworfen hat. Die NATO selbst hat während des Libyen-Krieges umfangreich die Weltöffentlichkeit angelogen. Ihren Zahlen kann also überhaupt nicht getraut werden.

Randnotiz:

In Nürnberg findet derzeit die wichtigste Waffenmesse weltweit statt. Neben Militärs suchen dort auch weltweit angereiste Polizisten oder andere Security-Einheiten nach neuester Ausrüstung.



Kommentare (2)


Redaktion 19. März 2012 um 22:28

Da müssen Sie nur mal etwas online recherchieren. Diese Zahlen gibt es aus unterschiedlichsten Quellen. Unter anderem Angaben der libyschen „Rebellen“ selber sowie Angaben z.B. von Hilfsorganisationen. Diese Zahlen scheinen sogar eher zu niedrig zu sein, als zu hoch. Zehntausende durch die NATO abgeworfene Bomben wurden ja sogar offiziell bestätigt. Bomben sind zum Töten da, das müssen wir hier nicht weiter erklären… Nach unserer Ansicht hat die NATO in Libyen ein Massaker begangen – ohne dass sie hierzu eine Berechtigung von Seiten der UNO gehabt hätte.

Antworten

Frank 19. März 2012 um 21:00

50.000 Tote in Libyen ? Woher sind diese Zahlen ?

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