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Dienstag, 13. November 2018

Militärausgaben: China und Russland rüsten auf, Westen spart, aber USA auf Spitzenplatz

Russian Moscow Kremlin, bridge and Moscow river

Der NATO-Krieg gegen Libyen und der damit verbundene massive Verstoß gegen das Völkerrecht (50.000 Tote) hat Spuren hinterlassen: Nun rüsten Russland und China wieder auf. Die Militärausgaben stiegen dort um rund 7,5 Prozent. Diese Zahlen verbreitete am Dienstag das Schwedische Institut Sipri (Stockholm International Peace Research Institute).

Dass Russland und China aufrüsten, dürfte aber auch damit zu tun haben, dass es Länder innerhalb der NATO gibt, die kriegstreiberisch nach Libyen bereits den nächsten Krieg planen : Die USA, Frankreich und Großbritannien haben höchstwahrscheinlich bereits Schlachtpläne für Angriffe gegen den Iran und Syrien in verschlossenen Schubladen liegen.

Wie gefährlich das ist, wissen auch Russland und China. So erhöhte das Reich der Mitte, China, seine Militärausgaben um deutliche 6,7 Prozent auf nun 143 Mrd. Dollar. Damit liegt China auf Platz zwei weltweit. Auch Russland legte um 9,3, Prozent zu – auf nunmehr 71,9 Mrd. Dollar. Allerdings: Beide Länder hinken mit 220 Mrd. US-Dollar an Militärausgaben noch um fast 500 Mrd. Dollar hinter den US-Amerikanischen hinterher.

USA sehen sich ganz klar als Militär-Weltmacht Nummer Eins

Das zeigt ganz klar: Die USA sehen sich als die Militär-Weltmacht Nummer Eins. Der Preis dafür ist hoch: Das Land bringt noch nicht einmal seine Gesundheits- und Altersvorsorge auf die Reihe. Auch drücken die USA gigantische Schulden. Das Land lebt massiv von Pump und ist hier sogar mittlerweile auf die Hilfe aus China angewiesen. Neben Russland und China rüstet auch der Nahe Osten etwas auf – um 4,6 Prozent. Die Gründe sind auch hier verständlich: Der teils gewaltsame „Arabische Frühling“ lässt grüßen. Das gilt auch für Afrika, wo das Plus ebenfalls bei rund 8 Prozent lag.

Dennoch: Nach dem aktuellen Bericht des Instituts Sipri sei weltweit eher ein Rückgang der Militärausgaben zu beobachten. So hätten noch im Jahr 2011 die Militärausgaben weltweit bei 1,33 Billionen Euro gelegen, seien nun aber um 0,3 Prozent gesunken. In den Jahren 2001 bis 2009 seien die Militärausgaben hingegen noch jährlich um rund 4,5 Prozent gestiegen.

In Europa verhindert die Schuldenkrise eine weitere Militarisierung

Ihre Ausgaben für die Militärs gedrosselt haben insbesondere die folgenden Länder: USA, Großbritannien, Frankreich, Brasilien, Deutschland und Indien. Dennoch sind die Militärausgaben in Deutschland mit 46,7 Mrd. Dollar (-3,5 Prozent) international immer noch unter den ersten zehn Plätzen zu finden, fielen damit aber vom achten auf den neunten Platz.

Auch die USA verfügen nach wie vor über ein gigantisches Militärbudget von jährlich 711 Mrd. Dollar – das ist bald 20 Mal so hoch wie das der Deutschen. Dass die Militärausgaben in den USA jetzt um 1,2 Prozent fielen, schreiben einige aber auch einer Preisbereinigung zu. Die deutlicheren Rückgänge in Europa beruhen vor allem auf der Schuldenkrise in zahlreichen Ländern, besonders in Griechenland, Spanien, Italien.



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