Skip to main content
Mittwoch, 20. Juni 2018

Katar: Minister Mohammed Bin Abudlrahman Al Thani weist Saudi-Arabiens Anschuldigungen zurück

Der Außenminister von Katar, Mohammed Bin Abudlrahman Al Thani. (Bild: Public Domain / U.S. Department of State)

In einem Interview mit Becky Anderson, Anchor des amerikanischen Nachrichtensenders CNN, weist Mohammed Bin Abudlrahman Al Thani (auf arabisch: محمد بن عبدالرحمن بن جاسم آل ثاني) die Anschuldigungen diverser arabischer Nationen zurück, wonach sein Land angeblich des „Terrors“ oder der „Sektiererei“ verdächtiger Gruppen unterstützte. Genannt wird beispielsweise Al Quaida. Zur Erinnerung: Der Gründer von al-Qaida, Osama bin Laden, war Bürger von Saudi-Arabien und nicht von Katar.

„Mit allem Respekt. Diese saudische Darstellung ist voll von widersprüchlichen und falschen Darstellungen“, sagte der Außenminister von Katar, Mohammed Bin Abudlrahman Al Thani, 36, am Mittwoch auf CNN.

Zudem erklärte Al Thani: „Wir haben mit Saudi-Arabien sogar zusammengearbeitet, um die Sicherheit auf der arabischen Halbinsel zu gewährleisten.“

Saudi-Arabien gilt unter den arabischen Ländern als die brutalste Diktatur:

So werden Menschen öffentlich auf Marktplätzen gehängt, das Land amputiert bei Dieben Arme oder Beine. Zudem soll Saudi-Arabien gar Menschen als Strafe durch eine künstliche Herbeiführung von Lähmungen in den Rollstuhl bringen. Es soll sogar vorsätzliche Blendungen von Menschen gegeben haben, welche gegen die erzkonservativen bis reaktionären islamischen Gesetze des Wüstenstaates verstoßen hätten.

Doch damit nicht genug: Es soll Fälle gegeben haben, wo Homosexuelle durch Saudis von Hochhäusern geschubst wurden. Auch dürfen Frauen nach wie vor nicht Auto fahren. Ausländer selbst aus europäischen Ländern werden außerdem in Saudi-Arabien durch umfangreiche Ein- und Ausreiseregulierungen schikaniert.

Ganz anders Katar: Das Land bemüht sich seit Jahren um einen kulturellen Austausch zwischen Christen und Muslimen. Dafür bietet Katar in einem Kulturzentrum in der Hauptstadt Doha unter anderem umfangreiche Broschüren in allen möglichen Sprachen an, darunter in Deutsch.

Katar gilt zudem als sicher und seine Hauptstadt Doha gehört zu den schönsten Metropolen in der arabischen Welt.

Zahlreiche Hotels bieten in Doha Menschen aus aller Herren Länder phantastische Möglichkeiten einen erholsamen Kurzurlaub zu machen.

Doch auch das gilt für Katar: Ausländer, ebenso aus dem Westen, werden teils daran gehindert wieder auszureisen. Denn Katar gehört zu den wenigen Ländern, in welchen Besucher ein Einreisevisum und ein separates Ausreisevisum benötigen. Üblich sind weltweit eigentlich nur Einreisevisa.

Wenn Ausländer an der Ausreise in Katar durch Behörden gehindert werden, so liegt dies meist an Streitfällen zwischen Ausländern und katarischen Bürgern. Wer dabei im Recht ist, spielt in der Regel keine Rolle.

Berühmt ist das Beispiel eines französischen Fußballers, welchen die Behörden von Katar über zwei Jahre an der Ausreise gehindert hatten. Zudem hatte sein katarischer Fußballclub ihm entgegen seines Vertrages keinerlei Geld mehr überwiesen. Dies hatte den Fußballer fast in den Ruin getrieben. Zudem war seine internationale Fußballerkarriere dadurch zerstört worden.

Saudi-Arabien schielt bereits seit Jahrzehnten gierig auf seine reichen kleineren Nachbarstaaten, die in steter Angst und Sorge leben, dass Saudi-Arabien dort einmarschieren könnte, und sich den Reichtum der Nachbarn unter den Nagel reißen könnte.

Dennoch kritisiert im Schulterschluss mit Saudi-Arabien auch Anwar Gargash, der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate (UAE), ebenfalls am Mittwoch auf CNN den Nachbarstaat: „Katar untergräbt die arabische gemeinsame Außenpolitik und die regionale Sicherheit“. Unter „Sicherheit“ dürfte Gargash primär meinen:

Die Sicherheit der diktatorisch regierenden Clans auf der arabischen Halbinsel. Zu nennen wären hier besonders:

  1. In Saudi-Arabien die Familie des Herrschers Abdullah ibn Abd al-Aziz.
  2. In Dubai die Familie des Herrschers Muhammad bin Raschid Al Maktum.
  3. In Abu-Dhabi die Familie des Herrscher Chalifa bin Zayid Al Nahyan.
  4. In Bahrein die Familie des Herrschers Hamad bin Isa bin Salman Al Khalifa.

Diese Familien sehen sich, wie Ägypten, durch die westliche Ausrichtung des katarischen weltweit ausgestrahlten Fernsehsenders Al Jazeera seit Jahren unter Druck.

Die Diktatoren der arabischen Halbinsel regieren zwar in unterschiedlichster Ausrichtung von gemäßigt bis repressiv. Auch legen sie alle Wert darauf, dass sie „Erbmonarchien“ seien. Doch gemein ist ihnen die Angst vor dem katarischen Fernsehsender Al Jazeera.

In der journalistischen Arbeit dieses TV-Networks sehen sie eine Hauptschuld am „Arabischen Frühling“, dem einige arabische Herrscher zum Opfer fielen und zwar bislang in Libyen, Ägypten, Syrien oder in Tunesien. Eine Ausweitung des „Arabischen Frühlings“ konnten die Herrscher rund um Saudi-Arabien nur durch massives Durchgreifen von Militär und Polizei gegen seine Bürger verhindern.

In Abu Dhabi sitzt derzeit ein Professor mit mehreren Studenten für viele Jahre im Gefängnis, da er gemäßigte demokratische Strukturen in einem Seminarpapier als Regierungsform ausarbeiten ließ. Das wurde in Abu Dhabi bereits als „Terrorismus“ bezeichnet.



Das könnte Sie interessieren

Mittwoch, 13. Juni 2018

Nasa Embera Chamí -

Indigene Gemeinschaft in Kolumbien mit Waffen bedroht und vertrieben

AI, Kolumbien – Mehr als 200 Angehörige der indigenen Gemeinschaft Nasa Embera Chamí aus dem Reservat La Delfina im Westen Kolumbiens seien, teilt Amnesty International in einer Urgent Action mit, aus ihren Wohnorten vertrieben worden. Zuvor sei am 8. Juni 2018 ein Anschlag auf einen Bewohner der Gemeinde verübt worden. Dies zeige einmal mehr, dass die Menschen dort dringend mehr […]

Sonntag, 27. Mai 2018

Wegen "Loyalitätsbruch" -

Israel droht Palästinensischer Autonomiebehörde mit Verlust des Aufenthaltsrechts in Jerusalem

Vier Mitgliedern des Palästinensischen Legislativrats droht, teilte Amnesty International (AI) bereits Ende April 2018 mit, der Verlust ihres dauerhaften Aufenthaltsstatus in Jerusalem. Auf der Grundlage eines vom israelischen Parlament (Knesset) verabschiedeten Gesetzes sei das israelische Innenministerium befugt, Personen wegen mutmaßlichen „Loyalitätsbruchs“ das Aufenthaltsrecht zu entziehen. Das teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Am 19. März habe der israelische Innenminister Arye Deri angekündigt, zwölf […]

Donnerstag, 10. Mai 2018

Morde in Kolumbien wegen Staudammprojekt -

Hugo Albeiro George Pérez neues Opfer

Kolumbien – Amnesty International (AI) weist in einer Urgent Agent darauf hin, dass in dem lateinamerikanischen Staat Kolumbien Umweltschützer massiv bedroht, eingeschüchtert, ja sogar ermordet würden. So sei ein Mitglied der Bewegung Ríos Vivos (Lebende Flüsse) am 2. Mai getötet worden. Das sei jener Tag, an welchem die Gruppe einen ganztägigen Protestmarsch gegen das Hidroituango-Staudammprojekt im Departamento Antioquia veranstaltet habe. Mitglieder der […]

Montag, 30. April 2018

Israel ermordete 39 Palästinenser: Amnesty fordert exzessive Gewalt umgehend einzustellen

Die international größte Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) fordert in einer dringlichen Presseerklärung, dass Israel seine ‚exzessive Gewalt‘ gegen Palästinenser umgehend einstellen solle. Wir zitieren aus der Presserklärung: „Während am Freitag, dem 13. April 2018 die Proteste aufs Neue begannen, erklärte Amnesty International, dass die israelischen Behörden der Anwendung von übermäßiger und tödlicher Gewalt zur Unterdrückung palästinensischer Demonstrationen im Gazastreifen ein […]

Samstag, 14. April 2018

Bomben auf Syrien +++ Der schmutzige Krieg der USA, Frankreichs und Großbritanniens

Kommentar – Es gehört seit Jahrhunderten zum strategischen Repertoire ehemaliger westlichen Kolonialstaaten wie den USA, Frankreichs oder Großbritanniens, die Geschichte immer so umzuschreiben, dass man selbst mit einer angeblich sauberen Weste dasteht. Ganz nach dem Motto: Die Geschichte schreibt immer der Sieger. Das ist auch beispielsweise mit den Deutschbalten so. 1917, im Zuge der Russischen Revolution, die als „Februarrevolution 1917“ […]

Donnerstag, 12. April 2018

Razzia beim Trump-Anwalt: Wie das FBI in seiner Hexenjagd auf Trump den Rechtsstaat zerstört

Kommentar – Es ist schon unglaublich,wie fachlich unwissend, flach und teils sogar falsch Deutschlands, aber auch die sonstigen weltweiten Massenmedien, über die aktuelle Razza bei einem Rechtsanwalt des US-Präsidenten Donald Trump, bei Michael Cohen, berichten. Sie schwafeln davon, wonach die amerikanische Bundespolizei FBI wegen Trump eine Razzia bei seinem Anwalt gemacht habe. Ganz so, als ob die Razzia wegen Trump […]


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*