Skip to main content
Mittwoch, 19. September 2018

Katar: Minister Mohammed Bin Abudlrahman Al Thani weist Saudi-Arabiens Anschuldigungen zurück

Der Außenminister von Katar, Mohammed Bin Abudlrahman Al Thani. (Bild: Public Domain / U.S. Department of State)

In einem Interview mit Becky Anderson, Anchor des amerikanischen Nachrichtensenders CNN, weist Mohammed Bin Abudlrahman Al Thani (auf arabisch: محمد بن عبدالرحمن بن جاسم آل ثاني) die Anschuldigungen diverser arabischer Nationen zurück, wonach sein Land angeblich des „Terrors“ oder der „Sektiererei“ verdächtiger Gruppen unterstützte. Genannt wird beispielsweise Al Quaida. Zur Erinnerung: Der Gründer von al-Qaida, Osama bin Laden, war Bürger von Saudi-Arabien und nicht von Katar.

„Mit allem Respekt. Diese saudische Darstellung ist voll von widersprüchlichen und falschen Darstellungen“, sagte der Außenminister von Katar, Mohammed Bin Abudlrahman Al Thani, 36, am Mittwoch auf CNN.

Zudem erklärte Al Thani: „Wir haben mit Saudi-Arabien sogar zusammengearbeitet, um die Sicherheit auf der arabischen Halbinsel zu gewährleisten.“

Saudi-Arabien gilt unter den arabischen Ländern als die brutalste Diktatur:

So werden Menschen öffentlich auf Marktplätzen gehängt, das Land amputiert bei Dieben Arme oder Beine. Zudem soll Saudi-Arabien gar Menschen als Strafe durch eine künstliche Herbeiführung von Lähmungen in den Rollstuhl bringen. Es soll sogar vorsätzliche Blendungen von Menschen gegeben haben, welche gegen die erzkonservativen bis reaktionären islamischen Gesetze des Wüstenstaates verstoßen hätten.

Doch damit nicht genug: Es soll Fälle gegeben haben, wo Homosexuelle durch Saudis von Hochhäusern geschubst wurden. Auch dürfen Frauen nach wie vor nicht Auto fahren. Ausländer selbst aus europäischen Ländern werden außerdem in Saudi-Arabien durch umfangreiche Ein- und Ausreiseregulierungen schikaniert.

Ganz anders Katar: Das Land bemüht sich seit Jahren um einen kulturellen Austausch zwischen Christen und Muslimen. Dafür bietet Katar in einem Kulturzentrum in der Hauptstadt Doha unter anderem umfangreiche Broschüren in allen möglichen Sprachen an, darunter in Deutsch.

Katar gilt zudem als sicher und seine Hauptstadt Doha gehört zu den schönsten Metropolen in der arabischen Welt.

Zahlreiche Hotels bieten in Doha Menschen aus aller Herren Länder phantastische Möglichkeiten einen erholsamen Kurzurlaub zu machen.

Doch auch das gilt für Katar: Ausländer, ebenso aus dem Westen, werden teils daran gehindert wieder auszureisen. Denn Katar gehört zu den wenigen Ländern, in welchen Besucher ein Einreisevisum und ein separates Ausreisevisum benötigen. Üblich sind weltweit eigentlich nur Einreisevisa.

Wenn Ausländer an der Ausreise in Katar durch Behörden gehindert werden, so liegt dies meist an Streitfällen zwischen Ausländern und katarischen Bürgern. Wer dabei im Recht ist, spielt in der Regel keine Rolle.

Berühmt ist das Beispiel eines französischen Fußballers, welchen die Behörden von Katar über zwei Jahre an der Ausreise gehindert hatten. Zudem hatte sein katarischer Fußballclub ihm entgegen seines Vertrages keinerlei Geld mehr überwiesen. Dies hatte den Fußballer fast in den Ruin getrieben. Zudem war seine internationale Fußballerkarriere dadurch zerstört worden.

Saudi-Arabien schielt bereits seit Jahrzehnten gierig auf seine reichen kleineren Nachbarstaaten, die in steter Angst und Sorge leben, dass Saudi-Arabien dort einmarschieren könnte, und sich den Reichtum der Nachbarn unter den Nagel reißen könnte.

Dennoch kritisiert im Schulterschluss mit Saudi-Arabien auch Anwar Gargash, der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate (UAE), ebenfalls am Mittwoch auf CNN den Nachbarstaat: „Katar untergräbt die arabische gemeinsame Außenpolitik und die regionale Sicherheit“. Unter „Sicherheit“ dürfte Gargash primär meinen:

Die Sicherheit der diktatorisch regierenden Clans auf der arabischen Halbinsel. Zu nennen wären hier besonders:

  1. In Saudi-Arabien die Familie des Herrschers Abdullah ibn Abd al-Aziz.
  2. In Dubai die Familie des Herrschers Muhammad bin Raschid Al Maktum.
  3. In Abu-Dhabi die Familie des Herrscher Chalifa bin Zayid Al Nahyan.
  4. In Bahrein die Familie des Herrschers Hamad bin Isa bin Salman Al Khalifa.

Diese Familien sehen sich, wie Ägypten, durch die westliche Ausrichtung des katarischen weltweit ausgestrahlten Fernsehsenders Al Jazeera seit Jahren unter Druck.

Die Diktatoren der arabischen Halbinsel regieren zwar in unterschiedlichster Ausrichtung von gemäßigt bis repressiv. Auch legen sie alle Wert darauf, dass sie „Erbmonarchien“ seien. Doch gemein ist ihnen die Angst vor dem katarischen Fernsehsender Al Jazeera.

In der journalistischen Arbeit dieses TV-Networks sehen sie eine Hauptschuld am „Arabischen Frühling“, dem einige arabische Herrscher zum Opfer fielen und zwar bislang in Libyen, Ägypten, Syrien oder in Tunesien. Eine Ausweitung des „Arabischen Frühlings“ konnten die Herrscher rund um Saudi-Arabien nur durch massives Durchgreifen von Militär und Polizei gegen seine Bürger verhindern.

In Abu Dhabi sitzt derzeit ein Professor mit mehreren Studenten für viele Jahre im Gefängnis, da er gemäßigte demokratische Strukturen in einem Seminarpapier als Regierungsform ausarbeiten ließ. Das wurde in Abu Dhabi bereits als „Terrorismus“ bezeichnet.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Donnerstag, 13. September 2018

NATO

Naturwissenschaftler lehnen deutsche Kriegsbeteiligung in Syrien ab

NaturwissenschaftlerInnen in dem Berliner privaten Friedensbündnis „Abrüsten statt aufrüsten“ schicken uns eine Presseerklärung zum Syrienkrieg, die wir hier veröffentlichten. Demnach fordere man umgehend die Einstellung der seit 2011 anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen. Der aktuelle Krieg in Syrien steht im Glied einer langen Reihe brutaler Kampfhandlungen dort. Denn seit 2000 Jahren gibt es hier regelmäßig kriegerische Auseinandersetzungen. Schon vor 2000 Jahren waren […]

Sonntag, 09. September 2018

Mobbing

ETI Schauspielschule-Berlin | Europäisches Theaterinstitut: Trieb Mobbing Daniel Küblböck in AIDA-Selbstmord?

An der Berliner privaten Schauspielschule „Europäisches TheaterInstitut e.V. Schauspielschule Berlin“ (ETI; bzw. ETI Berlin oder ETI Schauspielschule Berlin) war RTL-DSDS-Star Daniel Küblböck, 33, Schauspielschüler. Jetzt ist er tot. Er soll sich nach bisherigen Medienberichten Sonntagfrüh wohl vor 3 Uhr aus dem 5. Stock eines AIDA-Kreuzfahrtschiffes vor der Küste Kanadas in das nur 10 Grad eiskalte Meer gestürzt haben. Entsprechend medizinischer […]

Sonntag, 09. September 2018

Mailand

Rip Deal auf willhaben.at: Österreicher um 75.000 Euro im „Amrâth Grand Hotel de l’Empereur“ in Maastricht bestohlen

Rip Deals in Europa: Ein Geschwür breitet sich aus und Interpol schaut zu, da die Justiz in Italien zuschaut und Dank Korruption in Millionenhöhe seit Jahrzehnten schweigt und den Opfern nicht hilft. Aus Österreich schreibt uns jetzt ein weiteres Opfer, Josef T., das Folgende zu einem Immobilien Rip Deal auf willhaben.at (Motto: „Kostenlose Kleinanzeigen, Immobilien, Gebrauchtwagen, Jobs..“). Das Portal ist ein […]

Montag, 27. August 2018

Bauernfänger?

Renditetip.com – Warnung vor Portal durch Finanztest | Rainer von Holst im Verdacht

In Zeiten niedriger Zinsen suchen immer mehr Privatanleger oder Unternehmer nach neuen Investitionsmöglichkeiten auch im Internet. Doch oftmals verstecken sich hinter den im Netz gefundenen hohen Renditeversprechen dubiose Gaukler, windige Betrüger oder Personen aus dem Mafia-Milieu, die ihre Geschäftsfelder ins Internet verlagert haben. Jetzt warnt die staatlich geförderte deutsche Stiftung Warentest aus Berlin über seine weit verbreitete Zeitschrift „Finanztest“ eindringlich […]

Sonntag, 08. Juli 2018

Palästina, Israel

Hamas und Abas-Regierung sollen auf friedliche Demonstranten eingedroschen haben

Bereits Ende Juni veröffentlichte die deutsche Amnesty International-Sektion in Köln einen Bericht über ein angeblich massives Vorgehen bis hin zu Misshandlungen gegen Palästinenser. Dieses Mal aber nicht durch israelisches Militär, sondern unter anderem durch die palästinensische Hamas-Partei selber. Der Bericht stützt sich auf eine englischsprachige Version (1; vgl. zudem Fußnotenverweis 2). Das pazifistische Portal kriegsberichterstattung.com kann den AI-Bericht nicht verifizieren. […]

Mittwoch, 13. Juni 2018

Nasa Embera Chamí

Indigene Gemeinschaft in Kolumbien mit Waffen bedroht und vertrieben

AI, Kolumbien – Mehr als 200 Angehörige der indigenen Gemeinschaft Nasa Embera Chamí aus dem Reservat La Delfina im Westen Kolumbiens seien, teilt Amnesty International in einer Urgent Action mit, aus ihren Wohnorten vertrieben worden. Zuvor sei am 8. Juni 2018 ein Anschlag auf einen Bewohner der Gemeinde verübt worden. Dies zeige einmal mehr, dass die Menschen dort dringend mehr […]