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Samstag, 01. August 2020

Diktatur Abu Dhabi hält deutschen Autor Jörg Albrecht fest

Die Gerichtsbarkeit des Diktators von Abu Dhabi, Khalifa bin Zayed Al Nahyan, hielt den 32-Jährigen deutschen Schriftsteller Jörg Albrecht tagelang im Rahmen der dortigen Buchmesse in einem Gefängnis gefangen – ohne demokratischen Rechtsbeistand, ohne Mitteilung von Gründen.

Mittlerweile ist er zwar wieder aus dem Gefängnis entlassen, darf aber das diktatorisch geführte Land Abu Dhabi nicht verlassen. Eigentlich gilt Abu Dhabi als ein gemäßigtes Land, das auch von Deutschen gerne besucht wird. Doch dies könnte sich mit solchen Aktionen des Regimes von Abu Dhabi nun ändern. Fakt ist: Auch die arabische Nachbar-Diktatur von Abu Dhabi, Katar, hält Ausländer ohne Angaben von Gründen fest:

So hält das Regime von Katar seit vielen Monaten einen französischer Fußballer fest, ebenfalls wie im Fall von Jörg Albrecht, ohne Angabe von Gründen. Seine Konten wurden einfach eingefroren, er darf nicht ausreisen und nicht arbeiten. Appelle der französischen Regierung sind dem Regime von Katar egal. Denn Katar ist eines der wenigen Ländern, in denen man auch ein offizielles Ausreise-Visa, also eine Ausreise-Genehmigung, benötigt. Wer die nicht hat, darf aus dem Land nicht mehr raus. Deshalb sind Besuche in Katar nicht ungefährlich.

Bekannt ist bislang, wonach das Regime von Abu Dhabi die Freilassung des Deutschen Autors Jörg Albrecht bis heute verhindert. Es heißt, wonach der 32-Jährige Jörg nach Abu Dhabi zu der dortigen Buchmesse im Auftrag seines Verlages, dem Göttinger Wallstein Verlag, gereist sei. Es heißt, wonach er eigentlich auf der dortigen Buchmesse als Teil der vom Kultusministerium von Abu Dhabi geladenen deutsch-schweizer Autorendelegation zum Thema Übersetzungen hätte sprechen sollen.

Die linksalternative Tageszeitung, taz, schreibt: „Kurz nach seiner Ankunft verließ er das Hotel, machte per iPad einige Fotos von der näheren Umgebung und wurde verhaftet. Davon erfuhr zuerst niemand. Vielleicht hatte er zuvor versehentlich Botschaften fotografiert. Die Regelungen im Emirat sind diesbezüglich sehr strikt. Am Abend des 1. Mai bemerkte Albrechts Verleger Thorsten Ahrend, der sich ebenfalls wegen der Messe in Abu Dhabi aufhielt, die Abwesenheit des gebürtigen Dortmunders. Die örtlichen Behörden gaben sich gegenüber Ahrend und den Verantwortlichen der Buchmesse ahnungslos.“

Weiter schreibt die taz, wonach die deutsche Botschaft sich um Aufklärung bemüht habe, nachdem man sie von der Inhaftierung des in Berlin lebenden Autors Albrecht in Kenntnis gesetzt habe. Schließlich, berichtet DIE WELT, sei Jörg Albrecht Tage nach seiner dubiosen Verhaftung am 4. Mai gegen eine Kaution von 200 Euro freigekommen. Die taz wiederum führt aus, wonach dem voraus gegangen sei, dass Albrecht ins örtliche Gefängnis mit Fußfesseln verbracht worden sei.

Erst nächste Woche möchte sich die Gerichtsbarkeit von Abu Dhabi bequemen, Jörg Albrecht in einem weiteren Gerichtsverfahren vorzuladen. Die taz schreibt, wonach Albrecht mittlerweile sehr unter den dubiosen Aktionen der Behörden in Abu Dhabi leide. So schreibt die tageszeitung weiter unter Bezugnahme auf Albrecht: „Trotz aller Bemühungen der deutschen Botschaft ist nichts zu erfahren, wir sind alle auf dem Stand vom 4. Mai, als ich aus dem Gefängnis entlassen wurde. Dieses Warten greift mich inzwischen extrem an, und ich hoffe, dass es bald ein Ende hat.“

Derzeit hätten Freunde und Kollegen eine Petition aufgesetzt, schreibt die taz weiter. Darin forderten sie die Behörden von Abu Dhabi, dem führenden Land der Vereinigten Arabischen Emirate, zu dem auch Dubai gehört, umgehend den deutschen Autor Jörg Albrecht freizulassen.

In einem Interview mit der Welt stellt Albrecht seine Verhaftung wie folgt dar: „Ich habe aus architektonischem Interesse mit einem iPad fotografiert und bin dann von einem Polizei-Jeep angehalten worden. Ein Schild, das da irgendwo stand und Fotos verbot, hatte ich übersehen. Von Anfang an hieß es, dass alles nicht so schlimm sei. Ich saß dann fünf Stunden auf einer Wache. Spätabends wurde mir eröffnet, dass ich jetzt ins Gefängnis müsse. Da fiel ich aus allen Wolken. Es hieß doch die ganze Zeit: Don’t worry, ist alles bald vorbei! Das war am Donnerstag, dem ersten Mai….. Offenbar bin ich gleich bei der CID gelandet, dem Central Intelligence Department.“

Zwar stehe er, so Albrecht gegenüber DIE WELT, mit der Deutschen Botschaft in ständigem Kontakt, aber diese sage derzeit nur „unsere Mittel sind allmählich erschöpft“, weshalb er mittlerweile verzweifele.



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