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Türkei eilt Katar zur Hilfe und stationiert bis zu 600 Soldaten

Das Fünfsterne-Hotel Grand Hyatt gehört zu den attraktiven Urlauberhotels in Doha. (Bild: sr)

Für die Weltöffentlichkeit eher unerwartet, eilt die Türkei dem aggressiv in Bedrängnis gebrachten reichstem Staat der Welt, Katar, zur Hilfe.

So verabschiedete das Parlament in der türkischen Hauptstadt Ankara in einer Blitzabstimmung am Mittwoch: Es sollen 500 bis 600 weitere Soldaten in Katar stationiert werden. Schon heute befindet sich eine Militärstation in Katar mit rund 80 Soldaten.

Zusätzlich zur militärischen Unterstützung sagte die Türkei Katar, einem der kleinsten Staaten auf der arabischen Halbinsel zu, die Gendarmerie mit auszubilden. Zudem soll das Militär von Katar modernisiert werden.

Die türkischen Soldaten sollen in der Doha Division stationiert werden, einer Einheit, welche sich am Rande von Doha in der heißen trockenen und wenig attraktiven Wüste befindet.

Katar hat in den vergangenen Jahren vor allem wegen der anstehenden Fußball-WM große Anstrengungen unternommen, seine Hauptstadt Doha zu verschönern und die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen.

Schon heute eignet sich Katar sehr gut für Kurzurlaube. Die moderne Hochhaus-Skyline von Doha ist beeindruckend. Zum abendlichen Bummeln lädt ein großer Markt, ein Souq ein. Zudem werden Rundfahrten auf Schiffen angeboten. Auch verfügen viele Hotels über einen Strandzugang.

Für die betuchteren Urlauber oder Geschäftsreisenden wurde nach dem Vorbild von Dubai eine künstliche Luxusinsel aufgeschüttet (Banana Island Resort Doha by Anantara). Auf ihr befinden sich Urlaubs-Privatvillen , die teils gemietet werden können, ebenso ein Hubschrauberlandeplatz, sowie ein Hafen für die Fahrt nach Doha.

Zu den großen und schönen Hotelanlagen in Doha gehört ebenso das Grand Hyatt. Das Hotel liegt zwar nicht am Meer. Dafür befindet es sich aber an einer künstlich aufgeschütteten Wasserlagune, welche zum Baden einlädt. Zudem liegt gegenüber des Hotels ein großes neues Luxus-Einkaufszentrum.

Wer sich in Doha fortbewegen möchte, benötigt entweder einen Mietwagen (zu empfehlen, auch für Ausflüge innerhalb von Doha), oder ein Taxi (die es an jeder Ecke gibt).

Die Krise in Katar ist von den arabischen Nachbarn vor wenigen Tagen unter den Vorwürfen angezettelt worden, Katar unterstützte angeblich den Terror. Diese Vorwürfe gehen aber seit Jahren ebenso Richtung Saudi-Arabien, einer Nation, der nachgesagt wird, sie entlohne fürstlich ISIS-Söldner in Syrien und werbe dafür sogar IS-Kämpfer in Deutschland an.

Zudem wird kritisiert, Katar unterstützte angeblich die 1928 gegründete Muslimbruderschaft, die in Ägypten verboten wurden. Gemeinsam ist zudem den mit Katar verfeindeten arabischen Staaten der Hass auf den katarischen in der arabischen Welt viel gesehenen Satellitensender Al Jazeera.

Ihm schreiben die arabischen Diktatoren in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, oder Ägyptens vor, den Arabischen Frühling angezettelt und beflügelt zu haben. Dem Arabischen Frühling waren 2011 mehrere Staatschefs zum Opfer gefallen (in Libyen, Tunesien, Ägypten und Syrien; beinahe auch in Bahrein, Marokko, sowie in Algerien).

Deshalb hatten die Nachbarstaaten von Katar – Saudi-Arabien, Bahrein, die Vereinigten Arabischen Emirate (Dubai, Abu Dhabi), der Jemen und Ägypten – in einem recht einmaligen Akt Katar komplett von der Infrastruktur auf der Halbinsel abgeschnitten.

Dabei war auch der Flugverkehr von und nach Katar durch die Fluglinien Emirates (Dubai) und Etihad Airways (Abu-Dhabi) eingestellt worden.

Außerdem hatte man der staatlichen Fluglinie von Katar, Qatar Airways, die Fluglizenz für Flüge auf der arabischen Halbinsel oder nach Ägypten entzogen.

Obendrein haben Saudi-Arabien, Ägypten, Dubai, Abu Dhabi, Bahrein und der Jemen Diplomaten aus Katar ausgewiesen und Bürgern aus Katar die Durchreise oder Einreise in ihre Länder verweigert.

Doch auch saudischen Bürgern selber dürfte der Konflikt nicht unbedingt gefallen. Denn nicht wenige Saudis reisen gerne nach Doha, um sich in der letztlich attraktiven Stadt zu vergnügen. Bei ihnen ist vor allem die künstlich aufgebaute Altstadt von Doha mit ihren zahlreichen Restaurants hoch willkommen.

Katar wird nachweislich seit 1850 von der al Thani-Familie diktatorisch geführt. Dem Clan sollen rund 6000 Personen angehören. Auch der Regierungschef von Katar, letztlich mit diktatorischen Vollmachten ausgestattet, entstammt dieser Familie: Sheikh Tamim bin Hamad Al Thani, 37.

Der Außenminister von Katar, Mohammed Bin Abudlrahman Al Thani, 36, hat die Vorwürfe gegen Katar zurückgewiesen.

Ein weiterer Konfliktherd stellt die Hamas dar, welche von Katar unterstützt wird. Zudem baute Katar mit Milliarden-Investitionen Häuser und Wohnungen von Palästinensern wieder auf, welche von Israel in Kriegsangriffen zerstört worden waren.

Während Palästinenser die Hamas als politische Gruppierung und Partei ansehen, werfen Kritiker der Organisation vor, die Hamas würde die Palästinenser bewaffnen und damit den Konflikt mit Israel anheizen. Saudi-Arabien ist traditionell das Schicksal der Palästinenser – im Gegenzug zu Katar – egal gewesen.



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