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Samstag, 24. Oktober 2020

Frankreichs und Amerikas widerliche Kriegs-Feierlichkeiten zum Ersten Weltkrieg

Brachte 20 Millionen Verletzte und 15 bis 17 Millionen Tote: Der Erste Weltkrieg, der viele Väter hatte - nicht nur die Deutschen. (Bild: Screenshot Video auf YouTube "Stimmen von der Front Augenzeugen des 1 Weltkriegs German DOKU")

Gut 100 Jahre nach Kriegseintritt der USA zu einem der zwei monströsesten Kriege, welche die Welt jemals gesehen hat, legten der französische Präsident Emmanuel Macron mit US-Präsident Donald Trump in Paris eine Militärparade hin, welche sie offiziell als „Freundschaftsbeleg“ bezeichneten. [1]

Dass man immer noch, nach so vielen Jahren, das sinnlose Abschlachten von 17 Millionen Menschen [2] in einer solchen Show und Militär-Parade feiert, befremdet nicht nur, es ist letztlich ein Skandal.

Die USA sind ja nicht in den Krieg in Europa eingetreten, um primär Frankreich zu helfen, sondern um die eigene globale Macht auszubauen und die Kolonial-Hegemonie der Europäer auf der Welt zu brechen. Der Krieg war Mittel zum Zweck.

Sowohl Frankreich als auch Großbritannien haben letztlich durch die zwei Weltkriege ihre globale Macht verloren. Ebenso Österreich-Ungarn und natürlich Deutschland. An die Macht der Europäer rückte die nicht bessere Macht der Amerikaner.

Den katastrophalen Vertrag von Versailles im Jahr 1919 hat die Welt maßgeblich irren Politikern im damaligen Frankreich und Russland, ebenso in Großbritannien, zu verdanken.

Natürlich war dieser Knebel- und Ausbeutervertrag kein „Friedensvertrag“. Er wollte nicht Frieden in die Welt bringen, sondern Deutschland und Österreich-Ungarn zerstören und wirtschaftlich ausbeuten.

Hätte man mit dem Vertrag von Versailles, der ja nicht zufällig dort stattfand wo Frankreich immer schon seine Kriege auch gegen Deutschland geplant hatte, Frieden in die Welt bringen wollen, hätte das anders aussehen müssen.

Dann hätte man die Chance ergreifen müssen, auch Frankreich und Großbritannien zu untersagen, weiter in Kolonien Menschen abzuschlachten und fremde Länder zu unterjochen.

Dass selbst in Wikipedia von einem „Friedensvertrag von Versailles“ gesprochen wird, zeigt, wie überaus gut Frankreich und Großbritannien damals gearbeitet haben. Denn der Name leitete von Anfang an in die Irre. Er besiegelte nicht den Frieden, sondern legte den Keim zum nächsten Weltkrieg – dem Zweiten Weltkrieg. Das nahm man im fanatischen Eifer, es Gegnern zeigen zu wollen, fahrlässig in Kauf.

Mahner damals, die das voraussahen, vor allem in den USA und auch in Großbritannien, wurden ignoriert, oder noch schlimmer, von ihren politischen Ämtern entfernt.

Dabei bleibt ja bis heute historisch die Frage offen: Warum eigentlich darf ein Land, wie Frankreich, seinen irren Kriegstreiber Napoleon, der weite Teile Kontinentaleuropas im 19. Jahrhundert dem Erdboden gleich machte, wie einen Helden feiern?

Immerhin hat der Mann Kriege von Italien über Deutschland, Russland bis nach Ägypten geführt und über Jahre Angst und Schrecken verbreitet und Hunderttausende Menschen, wenn nicht Millionen, umgebracht.

Der Erste Weltkrieg ist mit keinem Kapitel ein Krieg, den man feiern könnte. Auch nicht den Eintritt der USA in diesen Krieg, der die Anzahl der Toten um viele Millionen erhöht hat.

Ganz abgesehen davon, fragt man sich ja schon, welches doppelte Spiel Macron mit dem US-Präsidenten Donald Trump gegen Deutschland spielt.

Einerseits wird ansonsten die angeblich so dicke Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland gerne gefeiert.

Auf der anderen Seite führt man nun in dieser abscheulichen Kriegsparade in Paris der Welt klar vor Augen: Man feiert und zelebriert damit ja den Krieg gegen Deutschland und Österreich-Ungarn.

Denn es waren ja die Erzfeinde Deutschland und Frankreich, die maßgeblich Europa in Schutt und Asche gelegt hatten. Frankreich im Verbund mit Russland und Großbritannien. Das Deutsche Kaiserreich im Verbund mit dem Kaiserreich Österreich-Ungarn.

Frankreich war kein Kriegs-Waisenknabe

Frankreich war aber in den vergangenen 500 Jahren wahrlich kein Waisenknabe. Schon seit Jahrhunderten hatten die Franzosen weltweit Kriege geführt mit Millionen versklavten und ermordeten Opfern.

Wenn es Frankreich so am Frieden gelegen wäre, wie man mit der Parade von Paris am Freitag der Welt vor Augen führen wollte, stellt sich die Frage:

Warum feiert Paris dann nicht in gleichem Ausmaß das Ende seiner brutalen Kolonialzeit, unter der hunderte Millionen Menschen weltweit litten und bis heute leiden? Die französische Kolonialzeit brachte schließlich ebenfalls viele Millionen Tote mit sich.

Auch wenn gerne von einer Alleinschuld Deutschlands am Ersten Weltkrieg gesprochen wird, so ist das natürlich purer Unsinn.

Am Ersten Weltkrieg hat Deutschland nicht weniger Schuld, als Frankreich oder Großbritannien, oder Russland.

Es waren aber die Sieger, die, wie im Ersten Weltkrieg, wie im Zweiten Weltkrieg, die Geschichtslesung der Welt vertraglich diktiert haben:

Da die Achse des Bösen, also Deutschland und im Ersten Weltkrieg zusätzlich Österreich-Ungarn. Da die angebliche Achse der Guten, also Frankreich, die USA, Großbritannien und Russland.

Dass der deutsche Kaiser Wilhelm II., der mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen aus dem Haus Hohenzollern hieß, bis zuletzt 1914 versuchte, den Ersten Weltkrieg zu verhindern, wird ignoriert.

Dass Großbritannien schon 1907, also sieben Jahre vor Ausbruch von WWI, geheime Kriegspläne gegen das aufstrebende Deutschland schmiedete, wird in der Geschichtslesung einfach unter den Tisch fallen gelassen.

Frankreich und Großbritannien und Russland passte es nicht, dass Deutschland (und Japan) an Macht gewannen – vor allem an wirtschaftlicher Macht. Aber auch der zunehmend Ehrgeiz Deutschlands, als Nachzügler wenigstens noch etwas an Kolonialland zu erhalten, stieß bei den Kriegseliten in Frankreich und Großbritannien auf Ablehnung.

Chance der Feierlichkeiten von Paris vertan

Die Erinnerung an den Kriegseintritt der USA wäre nach 100 Jahren eine gute Möglichkeit gewesen, auch und vor allem die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich, und der Europäer insgesamt, zu zementieren.

Dann hätte man aber keine Militärparade in Paris mit Tausenden Soldaten und Kriegsflugzeugen abhalten dürfen und dazu noch obendrein die USA mit Militärs einladen müssen. Dann hätte man die Feierlichkeiten wirklich dem Frieden widmen müssen.

So aber sehen wir händchenhaltend Macron und Trump in Paris, wie sie sich gegenseitig zum Krieg gratulieren. Wir sehen sie mit 3720 französischen und 145 amerikanischen Soldaten auf der Avenue des Champs-Élysées flanieren.

Wenn Paris und Emmanuel Macron dem Frieden dienen hätten wollen, dann hätte man natürlich auch Militärs aus Deutschland einladen müssen und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Dann hätten auch Soldaten aller anderen NATO-Staaten in der Parade gebührend anwesend sein müssen. Denn die NATO soll ja den Frieden in Frankreich genauso sichern, wie in Deutschland und ganz Europa.

Wenn man in Paris mahnen wollte, damit es nie wieder Krieg zwischen Frankreich und Deutschland und Österreich gibt, dass es also keinen Krieg in Europa mehr gibt, dann hätte man auch die Kriegsopfer ins Zentrum der Parade von Paris stellen müssen:

Mit Ärzten, dem Roten Kreuz, und Menschen, die im Ersten Weltkrieg bereits gelebt und gelitten haben. Auch davon gibt es noch einige in Europa.

Zudem hätte man mit Kunstinstallationen auf die Auswirkungen des katastrophalen Ersten Weltkrieges hinweisen müssen.

Nein, die Show von Macron und Trump war letztlich widerlich. Sie war militärisch und in einem schlechten Ton nach hinten gewandt. Sie feierte nicht die Zukunft, sondern die Vergangenheit, die brutalen menschenverachtenden Kriegszeiten.

Natürlich ist es der traditionelle Nationalfeiertag in Frankreich, welcher da begangen wird. Die Frage ist nur: Muss das bis in alle Ewigkeiten in dieser primär militärischen Form abgehalten werden? Hätte Macron nicht die Chance gehabt, da jetzt endlich mal Geschichte Geschichte sein zu lassen?

In einer launigen Ansprache nach der Militärparade redete Macron von der „Liebe zur Heimat“. Er sprach davon, dass Frankreich Energie habe, um sich „um unsere Ideale zu vereinen“. Diese wären da Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Also die Losungen der Französischen Revolution, welche mit dem Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 begann.

Zudem beschwor Macron, dass „wir verlässliche Alliierte gefunden haben“, wozu die USA gehörten. Ein Bündnis, das niemals getrennt werde. Deutschland erwähnte er nicht.

Buchempfehlung zum Ersten Weltkrieg und auch zum Zweiten Weltkrieg

Um die Weltkriege zu verstehen, genügt es nicht, Fernsehdokumentationen anzuschauen. Wie empfehlen zusätzlich das  sehr  fundiert geschriebene 500-Seiten-Buch 1939 – Der Krieg, der viele Väter hatte. Der lange Anlauf zum Zweiten Weltkrieg.

Der Verlag des Buches, Lau Verlag & Handel, umschreibt die Motivation des Autors Gerd Schultze-Rhonhof zum Buch, der Jahrzehnte in der Bundeswehr diente,wie folgt:

„Was hat die Generation meines Vaters dazu bewogen, nur 20 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg Adolf Hitler in einen neuen Krieg zu folgen?’ Zunächst hat Gerd Schultze-Rhonhof nur eine Antwort auf diese Frage gesucht. Es ist der Beginn einer fünfzehnjährigen Spurensuche, die in der jetzt vorliegenden 9. Auflage ihr vorläufiges Ende gefunden hat.“

Zudem führt der Verlag aus:

„Der Autor wartet mit einer großen Zahl neuer Dokumente, Informationen und Erkenntnisse auf, um seiner Ausgangsfrage näher zu kommen. So gibt es neue Absätze/Kapitel über das Münchener Abkommen, Hitlers Lebensraumpolitik, Polens Rolle, Deutschlands Friedensangebote u. a. Dokumente belegen: Es war eine ganze Anzahl von Staaten, die den Zweiten Weltkrieg angezettelt haben. Und der Autor stellt fest: Die deutsche Geschichte zwischen 1919 und 1939 ist nur zu verstehen, wenn man das zeitgleiche Geschehen in den anderen Ländern kennt.“

Einzelnachweise

[1] „Paraden-Pracht für Trump„, von Birgit Holzer, in: Augsburger Allgemeine vom 15. Juli 2015. Abgerufen am 16. Juli 2017.

[2] „Erster Weltkrieg„, in Wikipedia.



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