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Massaker in Syrien von UN-Sicherheitsrat verurteilt / Russland enthält sich

Nach einem Massaker in dem Dorf Al-Hula bei Homs in Syrien hat der Sicherheitsrat der UNO dieses in einer Protestnote, aber keiner offiziellen Resolution, scharf verurteilt. Entgegen zahlreicher falscher Berichte in vielen deutschen Medien sah der UN-Sicherheitsrat jedoch keine ausreichenden Beweise, dass das Massaker, das 108 Menschenleben – darunter rund 30 Kinder – forderte, der syrischen Regierung zuzuordnen sei. Das Massaker verursachte auch hunderte Verletzte.

Die syrische Regierung sagte, sie sei für das Massaker in Hula nicht verantwortlich. Sie sieht Terrorgruppen in Aktion. Außerdem habe die syrische Regierung nicht aktiv einen Angriff in der Gegend um Hula forciert. Vielmehr seien aus der Rebellen-Hochburg Hama im Norden Syriens kommend, umfangreiche militärische Lastwagen, vollgeladen mit Maschinengewehren und Raketen, sowie Söldner-Tanks, also Panzern, in und um Hula eingetroffen.

Das militärische Gerät, inklusive der Panzer, stamme aber eben nicht von der Regierung sondern der Opposition, welche von ausländischen Mächten – die Rede ist seit Monaten zum Beispiel von Frankreich oder Katar – finanziert werde. Unter anderem aus dieser massiven offenen Ansammlung militärischen Kriegsgerätes heraus sei schließlich in Hula ein Konflikt entstanden, wobei die syrische Armee keinesfalls Hula unter Feuer genommen habe, sondern sich vielmehr verteidigen habe müssen.

Der Sprecher des syrischen Außenministers, Jihad Makdissi, sagte, die für das Massaker verantwortlichen Terrorgruppen würden eine Nähe zu Al Quaida aufweisen und in Syrien Chaos herbeiführen, um das Land komplett zu destabilisieren.
Zudem sagte die syrische Regierung, es sei auffällig, dass ausgerechnet kurz vor einer sowieso geplanten Sitzung des UN-Sicherheitsrates es jetzt zu solch einem Massaker gekommen sei.

Terrorgruppen massakrieren auch Menschen in Syrien

Die Terrorgruppen hätten das Massaker zielgenau im Rahmen der sowieso geplanten UN-Sicherheitsrats-Sitzung durchgeführt, um anschließend die Schuld der syrischen Regierung in die Schuhe schieben zu können und die NATO und UNO „zu Hilfe“ rufen zu können. Außerdem sei, so die syrische Regierung, es auch auffällig, dass das Massaker wenige Tage vor dem für Montag geplanten Syrien-Besuch des UNO-Sondergesandten Kofi Annan geschehen sei.

Wörtlich heißt es in der UN-Sicherheitsrats-Erklärung: „The Syrian government, however, blamed the massacre on a ‚terrorist‘ group affiliated with al-Qaida, contending that the ‚terrorist‘ escalation came ahead of an imminent meeting of the UN Security Council and the UN special envoy Kofi Annan to Syria.“

Andere Versionen sehen die syrische Opposition, welche aus einer bunten Anhäufung von demokratischen Aktivisten, aber auch Terrorgruppen und Söldnern sowie der selbsternannten „Freien Syrischen Armee“ besteht, für das Massaker verantwortlich.

Immer mehr fragen sich jedenfalls: Wie kann es sein, dass die angeblich friedliche syrische Opposition mit Panzern, Granaten, Maschinengewehren und Raketen ausgestattet durch die Lande zieht, und militärische und zivile Einrichtungen in Syrien zerstört und auch schon Hunderte Menschen umgebracht hat, wenn sie denn angeblich nur friedlich sei? Selbst die UNO hat bereits die syrische Opposition aufgefordert, ihre gewalttätigen kriegerischen Aktionen einzustellen, die ebenfalls viele Menschenleben gekostet habe.

Der UN-Sicherheitsrat beschränkt sich in der aktuellen Syrien-Erklärung auf eine scharfe Verurteilt der Gewalt, ohne einen Verantwortlichen zu nennen. Diese neutrale Version ist dem Umstand geschuldet, dass die Täter des Massakers tatsächlich nicht bekannt sind, aber auch des Vetos Russlands.

Wörtlich teilte das Security Council der UNO mit: Man verurteile die Morde des Massakers „in the strongest possible terms as well as the killing of civilians by shooting at close range and by severe physical abuse.“

Sarah Crowe, Srecherin des UNO-Kinderhilfswerks, UNICEF, sagte, man sei absolut entsetzt, dass es eine solche brutale Anwendung von Kriegsgewalt auch gegen Kinder in Syrien gebe. Es handele sich um ein sehr schlimmes Verbrechen: „This outrageous crime against such young children who have no part in these battles points to a new urgency in finding solutions to the Syrian conflict. Such a massacre cannot go unpunished.“ Man müsse die Verantwortlichen finden und bestrafen.

Die UNO schätzt, dass mittlerweile der Krieg in Syrien rund 9000 Menschenleben gekostet hat, darunter überwiegend Zivilisten. Vor gut einem Jahr starteten die gewalttätigen und kriegerischen Maßnahmen der syrischen Opposition gegen das Regime um den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. Obwohl dieser vor Monaten demokratische Veränderungen eingeleitet hat, inklusive einer freien Parlamentswahl, verweigert die Opposition jegliche friedliche Schritte und fordert immer und immer wieder, die NATO solle in Syrien einmarschieren und ihr gewaltsam zum Sieg verhelfen.

Trotz der blutigen und grausamen Kämpfe und Syrien: Das westliche Kriegsbündnis NATO hatte bereits im Libyen-Krieg 2011 nach Schätzungen beteiligter Gruppierungen rund 50.000 Menschenleben in Libyen ausgelöscht – durch den Abwurf zehntausender Bomben und Raketen auch auf Zivilisten.

Westen hat mit seinem Libyen-Massaker im Jahr 2011 weltweit an Glaubwürdigkeit eingebüßt

Im Libyen-Krieg hatte das westliche Kriegsbündnis NATO, welches maßgeblich von Deutschland finanziert wird, die Weltöffentlichkeit angelogen und gesagt, sie würde lediglich eine Flugverbotszone in Libyen einrichten. Seit dem NATO-Massaker in Libyen verwehren China und Russland, besonders Präsident Vladimir Vladimirovich Putin, der NATO erneute kriegerische Maßnahmen beispielsweise in Syrien. Das Vertrauen in den Westen ist seit dem Libyen-Krieg weltweit deutlich gesunken.

Die erneute Kritik des UN-Sicherheitsrates an allen beteiligten Konflikt-Gruppierungen in Syrien umschließt auch die Forderung an die syrische Regierung schweres Kriegsgerät aus Regionen zurückzuziehen, in denen viele Menschen leben. Sie solle die Militärs zurück in die Kasernen beordern: „We also demand that the Syrian Government immediately cease the use of heavy weapons in population centres and immediately pull back its troops and its heavy weapons from in and around population centres and return them to their barracks.“

Da besonders deutsche Medien, wie schon im Libyen-Krieg, die Öffentlichkeit durch fehlende oder verzerrte Informationen teils geradezu unseriös in der Kriegsberichterstattung belügen und damit der Bevölkerung die Möglichkeit nimmt, sich selbst ein Bild vom Syrien-Konflikt zu machen, wird das pazifistische Onlinemagazin kriegsberichterstattung.com künftig regelmäßig besonders Statements der syrischen Regierung oder der UNO in Englisch eins zu eins widergeben.
Wie verzerrt mittlerweile die Kriegsberichterstattung selbst in den Öffentlich-Rechtlichen Sendern ARD und ZDF ist, zeigt sich auch daran, dass die Zuschauer fast nie offizielle Regierungssprecher aus Syrien beispielsweise in der ARD Tagesschau oder dem ZDF heute Journal zu sehen bekommen.

Zur original aktuellen UN-Sicherheitsrats-Erklärung zum Syrien-Konflikt geht es über diesen Link:

un.org/apps/news/story.asp?NewsID=42095&Cr=syria&Cr1=

Hintergrundinformationen Syrien:

Syrien besteht aus 14 Provinzen. Die Hauptstadt von Syrien ist Damascus (1.7 Mio. Einwohner). Weitere wichtige Metropolen und Regionen sind: Aleppo (4.6 Mio. Einwohner), Homs (1.7 Mio. Einwohner), Hama (1.5 Mio.), Idleb (1.4 Mio.), al-Hasakeh (1.4 Mio.), Dayr al-Zur (1.1 Mio.), Latakia (1 Mio.), Dar’a (1 Mio.), al-Raqqa (900,000) und Tartus (800,000).
Die meisten Regionen bestehen in Syrien aus Wüste. Der Sommer ist von Juni bis August sehr trocken und heiß. Die Winter von Dezember bis Februar sind mild und es regnet regelmäßig.

Bevölkerung:

In Syrien leben 22.5 Mio. Menschen. Die Wachstumsrate ist mit 2,4 Prozent eher niedrig. Syrien ist ein Vielvölkerstaat. 90 Prozent der Syrer sind Araber, neun Prozent sind Kurden, der Rest sind: Armenians, Circassians und Türken.

Religion:

Die meisten Menschen sind in Syrien „Sunni Muslims“ (74%). Es folgen die Alawiten, auch Alawis genannt (12%), die Christen (10%) sowie die Druze (3%). Außerdem gibt es weitere kleinere Gruppen an Muslimen, Juden oder Yazidis.

Sprache:

Die offizielle Sprache in Syrien ist arabisch. Viele sprechen aber auch kurdisch, armenisch, aramäisch oder circassian. Verbreitet sind auch die Sprachen der ehemaligen Kollonialherrscher, englisch und französisch.

Bildung:

In der Regel umfasst die gehobene Schulbildung sechs Jahre. Rund 98 Prozent haben zumindest Schul-Grundkenntnisse.

Lebenserwartung:

Männer werden in Syrien im Schnitt 69,8 Jahre alt, Frauen 72,7 Jahre.

Arbeit:

Rund 5,5 Mio. Menschen arbeiten überwiegend für die Regierung. 26 Prozent sind in der Landwirtschaft beschäftigt, 14 Prozent in der Industrie, 16 Prozent im Handel, 15 Prozent im Ingenieurswesen, 7 Prozent im Transportwesen und 3 Prozent im Finanzbereich.
Die Arbeitslosenrate lag offiziell im Jahr 2008 bei 9,8 Prozent (aktuellere Zahlen liegen nicht vor).

Regierung:

Syrien ist eine Republik unter einer Dominanz der militärisch dominierten arabisch-sozialistischen „Ba’ath“-Partei, welche seit dem März 1963 an der Macht ist.
Die regierende „Arab Socialist Renaissance“-Partei (Ba’ath) ist Mitglied in der „National Progressive Front“. Daneben gibt es noch die „Socialist Unionist Democratic Party“, sie „Syrian Arab Socialist Union or ASU“, die „Syrian Communist Party“, die „Syrian Social Nationalist Party“, die „Unionist Socialist Party“ und weitere Splittergruppierungen, wozu auch illegale kurdische Parteien gehören.

Kolonie:

Syrien wurde von den englischen und französischen Kolonialherren erst am 17. April 1946 befreit. Sie hatten, wie in vielen Kolonien, eine Terrorherrschaft ausgeübt.

Quelle:

copyright: kriegsberichterstattung.com / state.gov/r/pa/ei/bgn/3580.htm
Unter Quellenangabe ist eine Zitierung möglich und wünschenswert.



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