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Dienstag, 16. Oktober 2018

Bundeswehr will Kampfdrohnen von Israel kaufen

Einem ARD-Bericht der Sendung „Panorama“ folgend prüfe die Deutsche Bundeswehr derzeit den Kauf von Kampfdrohnen. Während in dem Beitrag von Panorama (auf ndr.de abrufbar) berichtet wird, es gehe um die US-Drohne mit dem zynischen und auch menschenverachtenden Namen „Predator“ (Raubtier), kursieren im Internet aber auch Berichte, wonach es um die weltweit im Einsatz befindliche israelische Drohne Heron TP gehen könne, für die sich die Bundeswehr möglicherweise interessiere. Unter Drohnen vertsteht man hoch effiziente unbemannte Flugzeuge, die einerseits zu Spionagezwecken eingesetzt werden („Target Acquisition Reconnaissance; ISTAR“), andererseits aber auch, um Menschen umzubringen.

So haben die USA mit ihren Drohnen in Ländern wie Pakistan, Jemen, Irak, Afghanistan, Somalia, nach Schätzungen alleine in den vergangenen drei Jahren über 3.000 Menschen, darunter unzählige Zivilisten, mit Drohnen, auch Drones genannt, umgebracht. Oberster Einsatzleiter war jeweils US-Präsident Barack Obama (Demokraten), der längst nicht mehr der Friedensengel auf Erden ist, als der er sich zu Beginn seiner Präsidentschaft gerne inszeniert hat. Obama hat weitaus mehr Menschen mit Drohnen umbringen lassen als sein Vorgänger George Bush (Republikaner) – das berichtete bereits im Sommer 2011 das Wallstreet Journal.

Was die Deutsche Bundeswehr nun mit Drohnen anstellen möchte, ist noch nicht klar. Im Bundeswehr-Jargon heißt es auch nur, die Drohnen seien potentiell „waffenfähig“. Doch eines ist sicher: Eine westliche Armee, die schlagkräftig sein möchte, kann ohne Drohnen nicht mehr zeitgemäß arbeiten. In einem internen Bundeswehr-Papier heiße es, wird berichtet, dass die Deutsche Bundeswehr den Kauf von Kampfdrohnen vor allem deshalb als notwendig ansehe, da man dies als Erfahrung aus Afghanistan mitnehme. Allerdings sind die Killermaschinen hoch umstritten, da sie die Armeen dieser Welt in eine göttergleiche Position bringen: Ferngesteuert werden Menschenleben eliminiert.

Drohnen kann man vom Boden aus in der Regel nicht sehen, auch nicht hören. Drohnen können helfen Terror zu Bekämpfen, sie können aber auch selbst in Terroraktionen von Staaten enden: Denn die hinterhältige Ermordund von Zivilisten durch Staaten, sind letztlich auch Terrorakte gegen Menschen. Die USA beweisen seit einigen Jahren, dass Drohnenkriege eben auch Kriege gegen unschuldige Zivilisten sind. Das schlagkräftige Argument der Staaten für den Einsatz von Drohnen lautet: Es helfe ungemein im Kampf gegen den Terror. Doch: Die Suche nach Terroristen, wie Al Quaida-Mitgliedern, ist letztlich die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Doch oftmals wird der Heuhaufen angezündet, um möglicherweise eine Stecknadel zu finden. Ist das Rechtens fragen sich immer mehr?

Sollte die Deutsche Bundeswehr sich beispielsweise für die israelische Drohne Heron TP entscheiden, so lohnt sich ein Blick auf die rein technischen Daten, um besser zu verstehen, um was es letztlich geht: Die Drohne Heron TP wiegt 4.650 Kilogramm und gilt als hoch schlagkräftig. Die Seite defense-update.com schreibt, sie sei kreiert worden, „to fly at high altitude on missions spanning over several days“. Bislang wird sie überwiegend von der Israeli Air Force (IAF) eingesetzt. Die Drohne kann in der Luft betankt werden und verfügt nach offizieller Lesart über ein „strategic missile defense“. Allerdings wissen wir spätestens seit dem umfangreichen Drohnen-Einsatz der USA, aber auch seit den zunehmenden Kriegen, die das westliche Kriegsbündnis NATO führt, wie eine solche „defense“ aussieht: Angriff.

Betrieben wird die möglicherweise von der Deutschen Bundeswehr angestrebte Drohne mit einem „single 1,200HP Pratt & Whitney Canada PT6A Turbo-Prop engine“ (Quelle: defense-update.com). In die Luft wird sie zudem durch vier Propeller gebracht. In der Regel fliegen Drohnen zwischen 9 Kilometern Höhe und 12,1 Kilometern (40.000 Fuß). Das soll eine sichere und unentdeckte Reise ermöglichen – unentdeckt vor allem auch von anderen Verkehrsflugzeugen (commercial aircraft traffic), die meist etwas niedriger fliegen.

Die Drohne Heron TP kann bis zu 36 Stunden nonstop in der Luft bleiben. Allerdings gilt als großer Nachteil, dass Drohnen nicht sehr schnell fliegen – im Schnitt nur 200 Stundenkilometer. Das bedeutet: Eine Nähe zum interessierenden Aufklärungsziel ist bereits beim Start notwendig. Deshalb ist die NATO auch stets bemüht, mit Ländern wie Jemen oder Pakistan doch gut zusammenzuarbeiten, um möglicherweise auch dort Abflugbasen nutzen zu können. Der „Mission Radius“ der Heron Drohne beträgt beispielsweise nur rund 350 Kilometer.

Hersteller der Heron TP Drohne, für die sich die Deutschen Bundeswehr möglicherweise interessiert, ist Israel Aerospace Industries. Das Unternehmen verkaufte oder leaste Drohnen angeblich (Quelle: wikipedia) nicht nur an die Israeli Defence Force, sondern auch an die Indian Air Force, die Indian Navy, die Brazilian Federal Police, die Turkish Air Force, Azerbaijani Air Forces, Royal Australian Air Force, Royal Canadian Air Force, Ecuadorian Navy, French Air Force, die Deutsche Luftwaffe (angeblich nur Aufklärungs-Drohne), United States Navy, die Federal Police (Mexico) sowie (unbestätigt) an die Republic of Singapore Air Force. Umfangreiche militärische Kontakte gibt es von Seiten der Israel Aerospace Industries aber auch beispielsweise mit Italien. So wurden hier alleine im Jahr 2012 Geschäfte im Wert von rund 800 Mio. Euro abgewickelt. Israel Aerospace Industries wurde 1953 als Bedek Aviation Company in Israel gegründet.

Israel hat mit Drohnen zahlreiche Palästinenser, die Israel der Terroraktionen beschuldigt, umgebracht, dabei aber immer wieder auch unbeteiligten Zivilisten getötet.

Homepage des Drohnen-Herstellers: iai.co.il
Infobroschüre Heron Drohne: iai.co.il/sip_storage/FILES/5/38195.pdf



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