Unabhängig von der Frage, wer nun schlimmer ist – die Truppen von Syriens Präsident Baschar Hafiz al-Assad (arabisch ‏ بشار حافظ الأسد) oder die Söldner und Terroristen der Freien Syrischen Armee: Es gibt in Syrien ganz offensichtlich keinen Frieden mit der jetzigen Regierungskonstellation. Deshalb ist es an der Zeit, dass Syriens Assad selbst eine kluge Entscheidung fällt und zwar ähnlich wie im Jemen: Er sollte Platz machen für eine neue Regierung. Der Klügere gibt nach. Diese simple Sichtweise trifft auf die Katastrophe in Syrien mehr zu denn je.

Mit dem Rücktritt von Assad soll keinesfalls ihm alleine Schuld zugeschoben werden. Es ist bekannt, dass die Terroristen in der Freien Syrischen Armee vorsätzlich Massaker begangen haben, um diese hinterher der Assad-Regierung in die Schuhe schieben zu können. Dennoch ist nach über zwei Jahren des gegenseitigen Blutvergießens die Zeit gekommen in dem klarer denn je fest steht: Eine Befriedung Syriens ist ohne einen Machtwechsel nicht möglich.

Dabei gilt aber auch: Der Machtwechsel muss von innen erfolgen. Der Westen muss aufhören mit militärischer und monetärer Aufrüstung von Terroristen – der Freien Syrischen Armee – Syrien weiter zu destabilisieren. So lange der Westen das tut, ist ein Rückzug von Assad faktisch kaum möglich, da er zu Recht versucht sein Volk – das nicht nur aus den Sunniten der Freien Syrischen Armee besteht, sondern auch aus Alawiten und Christen (beide Glaubensrichtungen werden von der FSA verfolgt; Stichwort: Christenverfolgung in Syrien) – zu schützen.

Wie könnte ein Machtwechsel von statten gehen? Man müsste Assad dauerhaft – und zwar lebenslang – Straffreiheit zusichern und ihm international ein Rückzugsrecht einräumen. Das muss auch für seine komplette Familie gelten sowie andere Regierungsmitglieder. Höchstwahrscheinlich wird dieses Schutzschild einige hundert syrische Personen umfassen müssen. Schritt zwei muss die UNO ins Land lassen, welche freie und geheime Wahlen zu überwachen hat.

Nur wenn das alles geschieht, ist ein friedliches, freies Syrien möglich. Wer aber nach Hass und Rache sucht, für den wird es niemals ein glückliches Syrien geben können. Ohne einen Cut gibt es kein Vorwärts.

Dass der Westen im Syrien-Krieg wieder einmal blutrot mitmischt, zeigt sich auch daran, dass ein Gesandter des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad aktuell bei einem Attentat in der Nähe der syrischen Grenze ermordet worden ist. Das Auto des Generals wurde von Terroristen mit Maschinengewehren angegriffen. Davor sind sie aber informiert worden, wer im Auto sitzt. Experten gehen davon aus, dass westliche Staaten mittels Drohnen das mitgeteilt haben.

Weiter lesen:
Syrien: Blutiger Terror der Freien Syrischen Armee zwingt Tausende zur Flucht
Syrische Nachrichtenagentur: http://sana.sy (Artikel können über diverse Web-Browser ins Deutsche übersetzt werden).

455