Das gab es schon lange nicht mehr: Der deutsche Verteidigungsminister De Maizière ist an der Ost-Berliner Humboldt-Universität zum Schweigen gebracht worden. Entnervt brach er nach 30 Minuten eine geplante Rede ab und verabschiedete sich aus dem Universitätsgebäude. Studenten lärmten im Audimax der Humboldt Universität Berlin so lange und protestierten gegen seine Anwesenheit, bis „der Kriegsminister endlich abgehauen ist“, erzählt Petra, eine der anwesenden Studentinnen. Dafür war überall zu hören und auf Plakaten zu lesen: „Nie wieder Deutschland, nie wieder Krieg“.

Dabei hatte sich es Thomas de Maizière so schön vorgestellt: „Er wollte große Reden schwingen, von internationaler Verantwortung und warum Deutschland jetzt eine Kriegsnation sein müsse, die ja nur Frieden stiften wolle: Im Irak, Afghanistan, Libyen, Mali, Iran, Syrien“, erzählt Petra. Doch dutzende Studenten und Studentinnen hätten nur eines gewollt: Dass der der Bundesminister verschwindet.

Offiziell lauteten die Vorträge des deutschen Bundesministers „Armee der Einheit“ sowie „Beitrag der Bundeswehr zum gesellschaftlichen Zusammenhalt“. Bereits in Leipzig hatte de Maizière ähnliches erlebt. Auch dort musste er einen Vortrag vor Studenten nach lautstarken Protesten abbrechen.

Warum De Maizière zum wiederholten Male scheiterte, ist klar, erklärt Petra: „Nie wieder Deutschland, nie wieder Krieg“. Darin seien sich die Studenten und Demonstrierenden einig gewesen. Keinen der Studenten habe aber, erzählt Petra, gewundert, dass von der einstigen Antikriegspartei, den GRÜNEN/BÜNDNIS 90, „nichts zu sehen gewesen ist“. Ihr Argument: „Die sind doch längst schon auf der Seite der Kriegstreiber“. Ein kurzes YouTube-Video zeigt die chaotischen Szenen rund um de Maizìere in der Humboldt-Uni Berlin:

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