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Sonntag, 17. März 2019

Zwei junge Brüder sollen Terroranschläge von Boston begangen haben / Einer wurde von der Polizei erschossen, der andere flieht

Die Terroranschläge von Boston scheinen möglicherweise kurz vor der Aufklärung zu sein. Man verdächtige zwei Brüder, wobei der 26-Jährige von der Bostoner Polizei erschossen worden sei, der 19-Jährige sich aber auf der Flucht befinde. Allerdings ist die Nachrichtenlage etwas verworren. Wo konkret die Flucht stattfindet, ist derzeit nicht klar. Es heißt, der 19-Jährige sei mit einem Honda unterwegs. Derweil mehren sich die Stimmen, die die Polizei von Boston auffordern, besonnen und rechtsstaatlich zu agieren. Mit der Erschießung eines verdächtigen jungen Mannes scheint sie das bislang nicht unbedingt unter Beweis gestellt zu haben. Im Gegenteil: Die USA sind einmal mehr, wie schon im Jahr 2001 nach 9/11, emotional dermaßen gefangen, dass sie wieder einmal belegen, dass sie mit Krisensituationen nur sehr schwer umgehen können und überfordert erscheinen.

Einer der beiden des Terrors verdächtigen Brüder heiße Dzhokhar A. T., ist den US-Medien sowie Polizeiberichten zu entnehmen. Tragisch: Sowohl der von der Bostoner Polizei erschossene erst 26 Jahre alte Bruder sowie der auf der Flucht befindliche, seien beliebte Studenten an den Schulen „Cambridge Rindge“ und „Latin School“ in Massachusetts gewesen. Sie seien auch beliebte und gute Spieler in den dortigen Volleyball- und Ringer-Teams gewesen.

Der von der Polizei erschossene 26-Jährige hätte angeblich eine Bombe an seinem Körper gehabt, berichten US-Medien. Wie glaubhaft das ist, ist derzeit unklar. So ist es bekannt, dass US-Behörden in Krisenzeiten dazu neigen, mit Unwahrheiten die Öffentlichkeit zu versorgen -insbesondere um eigenes mögliches Fehlverhalten zu vertuschen. Denn das Erschießen eines Tatverdächtigen ist nicht gerade das, was man unter Rechtsstaatlichkeit versteht. Auch ist es sehr ungewöhnlich, dass die Bostoner Polizei während der Verfolgungsjagt die Bevölkerung sogar aufgefordert hat, zu Hause zu bleiben und die Türen zu verschließen. Das kennt man eher aus Horrorfilmen, als aus rechtsstaatlichen Verfahren.

Wie radikal und rücksichtslos auch die US-Medien mittlerweile in den Fall einsteigen, zeigt sich daran, dass sogar der Vater der beiden tatverdächtigen Brüder, A. T., mit komplettem Namen in den Medien genannt wird. Der Mann wohne in Makhachkala, der Hauptstadt der US-Region Dagestan. Auch wurden bislang die Fotos der beiden Tatverdächtigen komplett veröffentlicht, obwohl es bislang wohl nicht einen einzigen wirklichen Beweis gibt, dass sie auch die Täter sind. Doch auch das deutsche Boulevardmedium stern.de postet schon mal kräftig von den „Terrorbrüdern“.

Angefangen hatte die Jagd auf die Terror-Verdächtigen, als angeblich ein Mann auf dem Campus des Massachusetts Institute of Technology die beiden Brüder als die Bombenleger von Boston bezeichnete und es anschließend zu einem Schusswechsel mit dem jungen Polizeiofficer,Sean C., 26, gekomme sei. Im Zuge dessen sei sowohl einer der Terrorverdächtigen von der Polizei erschossen worden – eben der 26 -Jährige -, als auch der junge Polizist.

Es deutet sich bislang an, wonach die Polizei zu erst das Feuer auf die beiden Brüder eröffnet haben könnte. Ob die beiden aber tatsächlich die Bombenleger von Boston sind, ist bis jetzt noch nicht klar. Die beiden tatverdächtigen Brüder sind Einwanderer aus Kyrgyzstan, wo sie bis 2003 lebten.

Kommentar:
In einem Rechtsstaat gilt so lange die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen ist. Dieses Rechtsstaatsprinzip muss auch in Boston gelten. Man hat aber einmal mehr das Gefühl, als spielten sich sowohl die Medien wie die Bostoner Polizei als eine Art Bürgerwehr mit Henkers-Gefühlen auf. Das ist beschämend. Was ist, wenn die beiden Brüder doch nicht die Täter waren? Wer übernimmt dann die Schuld?

Eine Polizei die besonnen reagiert, eröffnet nicht gleich das Feuer auf Tatverdächtige. Doch es gibt Hinweise, dass genau das geschehen ist. Dass aber auch deutsche Medien nicht unbedingt besonnen agieren, zeigt sich daran, dass doch allen Ernstes noch vor zwei Tagen ein Auslands-Redakteur der Öffentlich-Rechtlichen Fernseher davon faselte, wonach islamische Hintergründe bei den Terroranschlägen während des Bostoner Marathons doch sehr offensichtlich seien und die USA ihre Beziehungen zu den Arabern überdenken müssten. So etwas ist nur eins: Plumper Rassismus.



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