Skip to main content
Freitag, 23. Oktober 2020

Zwei junge Brüder sollen Terroranschläge von Boston begangen haben / Einer wurde von der Polizei erschossen, der andere flieht

Die Terroranschläge von Boston scheinen möglicherweise kurz vor der Aufklärung zu sein. Man verdächtige zwei Brüder, wobei der 26-Jährige von der Bostoner Polizei erschossen worden sei, der 19-Jährige sich aber auf der Flucht befinde. Allerdings ist die Nachrichtenlage etwas verworren. Wo konkret die Flucht stattfindet, ist derzeit nicht klar. Es heißt, der 19-Jährige sei mit einem Honda unterwegs. Derweil mehren sich die Stimmen, die die Polizei von Boston auffordern, besonnen und rechtsstaatlich zu agieren. Mit der Erschießung eines verdächtigen jungen Mannes scheint sie das bislang nicht unbedingt unter Beweis gestellt zu haben. Im Gegenteil: Die USA sind einmal mehr, wie schon im Jahr 2001 nach 9/11, emotional dermaßen gefangen, dass sie wieder einmal belegen, dass sie mit Krisensituationen nur sehr schwer umgehen können und überfordert erscheinen.

Einer der beiden des Terrors verdächtigen Brüder heiße Dzhokhar A. T., ist den US-Medien sowie Polizeiberichten zu entnehmen. Tragisch: Sowohl der von der Bostoner Polizei erschossene erst 26 Jahre alte Bruder sowie der auf der Flucht befindliche, seien beliebte Studenten an den Schulen „Cambridge Rindge“ und „Latin School“ in Massachusetts gewesen. Sie seien auch beliebte und gute Spieler in den dortigen Volleyball- und Ringer-Teams gewesen.

Der von der Polizei erschossene 26-Jährige hätte angeblich eine Bombe an seinem Körper gehabt, berichten US-Medien. Wie glaubhaft das ist, ist derzeit unklar. So ist es bekannt, dass US-Behörden in Krisenzeiten dazu neigen, mit Unwahrheiten die Öffentlichkeit zu versorgen -insbesondere um eigenes mögliches Fehlverhalten zu vertuschen. Denn das Erschießen eines Tatverdächtigen ist nicht gerade das, was man unter Rechtsstaatlichkeit versteht. Auch ist es sehr ungewöhnlich, dass die Bostoner Polizei während der Verfolgungsjagt die Bevölkerung sogar aufgefordert hat, zu Hause zu bleiben und die Türen zu verschließen. Das kennt man eher aus Horrorfilmen, als aus rechtsstaatlichen Verfahren.

Wie radikal und rücksichtslos auch die US-Medien mittlerweile in den Fall einsteigen, zeigt sich daran, dass sogar der Vater der beiden tatverdächtigen Brüder, A. T., mit komplettem Namen in den Medien genannt wird. Der Mann wohne in Makhachkala, der Hauptstadt der US-Region Dagestan. Auch wurden bislang die Fotos der beiden Tatverdächtigen komplett veröffentlicht, obwohl es bislang wohl nicht einen einzigen wirklichen Beweis gibt, dass sie auch die Täter sind. Doch auch das deutsche Boulevardmedium stern.de postet schon mal kräftig von den „Terrorbrüdern“.

Angefangen hatte die Jagd auf die Terror-Verdächtigen, als angeblich ein Mann auf dem Campus des Massachusetts Institute of Technology die beiden Brüder als die Bombenleger von Boston bezeichnete und es anschließend zu einem Schusswechsel mit dem jungen Polizeiofficer,Sean C., 26, gekomme sei. Im Zuge dessen sei sowohl einer der Terrorverdächtigen von der Polizei erschossen worden – eben der 26 -Jährige -, als auch der junge Polizist.

Es deutet sich bislang an, wonach die Polizei zu erst das Feuer auf die beiden Brüder eröffnet haben könnte. Ob die beiden aber tatsächlich die Bombenleger von Boston sind, ist bis jetzt noch nicht klar. Die beiden tatverdächtigen Brüder sind Einwanderer aus Kyrgyzstan, wo sie bis 2003 lebten.

Kommentar:
In einem Rechtsstaat gilt so lange die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen ist. Dieses Rechtsstaatsprinzip muss auch in Boston gelten. Man hat aber einmal mehr das Gefühl, als spielten sich sowohl die Medien wie die Bostoner Polizei als eine Art Bürgerwehr mit Henkers-Gefühlen auf. Das ist beschämend. Was ist, wenn die beiden Brüder doch nicht die Täter waren? Wer übernimmt dann die Schuld?

Eine Polizei die besonnen reagiert, eröffnet nicht gleich das Feuer auf Tatverdächtige. Doch es gibt Hinweise, dass genau das geschehen ist. Dass aber auch deutsche Medien nicht unbedingt besonnen agieren, zeigt sich daran, dass doch allen Ernstes noch vor zwei Tagen ein Auslands-Redakteur der Öffentlich-Rechtlichen Fernseher davon faselte, wonach islamische Hintergründe bei den Terroranschlägen während des Bostoner Marathons doch sehr offensichtlich seien und die USA ihre Beziehungen zu den Arabern überdenken müssten. So etwas ist nur eins: Plumper Rassismus.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Sonntag, 18. Oktober 2020

Covid 19

Wir sind an der Seite der Corona Shutdown Gegner – Freiheit größer als das Virus

Kommentar – Die Schweizer sind nicht gerade für Rambazamba bekannt. Viele leben in ihrem lokalen Wohlstand. Die Altersvorsorge klappt mit dem Dreisäulenprinzip besser als in Deutschland und vielen anderen EU-Staaten. Das Arbeitslosengeld ist in der Schweiz erheblich höher – maximal 400 Franken brutto pro Tag und bis zu maximal 21,7 Arbeitstage-Geldern pro Monat. Doch ein drohender zweiter Lockdown wegen Corona […]

Dienstag, 13. Oktober 2020

"Menschliche Tiere"-Aktion

Autobahn A3: Umweltaktivisten-Terror um „Wald statt Asphalt“ verursacht fast tödlichen Unfall

Kommentar – Unter dem angeblichen Einsatz für die Umwelt besetzen sogenannte Umweltaktivisten in Europa Parlamente, Banken, blockieren illegal Straßen und jetzt haben linksradikale selbsternannte „Umweltaktivisten“ in Deutschland auch noch fast ein Menschenleben auf dem Gewissen. Zumindest schaut es derzeit nach Medienberichten danach aus. So hatten Anarchisten, die glauben, für sie gelte offensichtlich das Recht nicht, sich irrerweise von einer Autobahnbrücke […]

Donnerstag, 24. September 2020

Diktaturen

Bahrain lässt Jugendliche nach acht Jahren Haft frei

Auch wenn viele einen Friedensvertrag zwischen Israel und Bahrain feiern, eingetütet durch U.S.-Präsident Donald Trump, so bleibt doch festzuhalten: Bahrain ist ein diktatorisches Regime. Das zeigt sich einmal mehr an einer Meldung von Amnesty International Deutschland (AI). So teilte Amnesty mit: Am 23 Mai 2020 sei Ebrahim Ahmed Radi al-Moqudad (15 Jahre bei der Festnahme im Jahr 2012; heute also […]

Samstag, 01. August 2020

Anti-Korruptions Demonstrationen

Amnesty International fordert Palästinensische Aktivisten müssen von Behörden in Ramallah freigelassen werden.

Am 19. Juli 2020 nahmen die im Westjordanland stationierten palästinensischen Streitkräfte in der Stadt Ramallah 19 Aktivisten fest, die friedlich gegen die Korruption im Land protestierten. Dies teilte nun Amnesty International Deutschland mit und schreibt: „Während drei von ihnen wieder freigelassen wurden, wurden 16 angeklagt, zehn von ihnen befinden sich weiterhin in Haft“. Alle zehn Palästinenser sind aus Protest gegen […]

Montag, 30. März 2020

Vom Wahnsinn & Co

Gewinner Coronakrise: Ganz klar China, der Westen durchgeht Katharsis

Kommentar – Die Corona-Krise im Westen wird wahrscheinlich Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz kosten und Zehntausende, wenn nicht Hunderttausende Unternehmen, darunter viele Einzelunternehmen, Mittelständler oder Konzerne in den Konkurs treiben. Doch es gibt auch Gewinner der Krise: Käufer billiger Aktien und billiger Bitcoins beispielsweise oder Besitzer von Immobilien, welche die Nerven behalten. Ein großer Gewinner dürfte ebenso China sein, möglicherweise zudem […]

Samstag, 14. März 2020

Argentinien nimmt deutsche Urlauber in Zwangs Quarantäne wegen Corona Virus | Einreiseverbot für Deutsche in Bolivien

So hatte sich ein Berliner seinen 14-tätigen Urlaub in Argentinien nicht vorgestellt: Als er vor zwei Tagen von Argentinien nach Deutschland zurückfliegen wollte, hatte er erfahren, dass seine Airline kurzfristig den Flug gestrichen hatte. Doch nicht nur das. In einer Mail an Freunde schreibt er am Freitag den 13. März: So sei sein Rückflug von Argentinien nach Deutschland kurzfristig gestrichen […]

Du kannst das Setzen nicht funktionaler Cookies hiermit unterbinden. Hier klicken um dich auszutragen.
Translate »