Skip to main content
Samstag, 21. September 2019

Zwei junge Brüder sollen Terroranschläge von Boston begangen haben / Einer wurde von der Polizei erschossen, der andere flieht

Die Terroranschläge von Boston scheinen möglicherweise kurz vor der Aufklärung zu sein. Man verdächtige zwei Brüder, wobei der 26-Jährige von der Bostoner Polizei erschossen worden sei, der 19-Jährige sich aber auf der Flucht befinde. Allerdings ist die Nachrichtenlage etwas verworren. Wo konkret die Flucht stattfindet, ist derzeit nicht klar. Es heißt, der 19-Jährige sei mit einem Honda unterwegs. Derweil mehren sich die Stimmen, die die Polizei von Boston auffordern, besonnen und rechtsstaatlich zu agieren. Mit der Erschießung eines verdächtigen jungen Mannes scheint sie das bislang nicht unbedingt unter Beweis gestellt zu haben. Im Gegenteil: Die USA sind einmal mehr, wie schon im Jahr 2001 nach 9/11, emotional dermaßen gefangen, dass sie wieder einmal belegen, dass sie mit Krisensituationen nur sehr schwer umgehen können und überfordert erscheinen.

Einer der beiden des Terrors verdächtigen Brüder heiße Dzhokhar A. T., ist den US-Medien sowie Polizeiberichten zu entnehmen. Tragisch: Sowohl der von der Bostoner Polizei erschossene erst 26 Jahre alte Bruder sowie der auf der Flucht befindliche, seien beliebte Studenten an den Schulen „Cambridge Rindge“ und „Latin School“ in Massachusetts gewesen. Sie seien auch beliebte und gute Spieler in den dortigen Volleyball- und Ringer-Teams gewesen.

Der von der Polizei erschossene 26-Jährige hätte angeblich eine Bombe an seinem Körper gehabt, berichten US-Medien. Wie glaubhaft das ist, ist derzeit unklar. So ist es bekannt, dass US-Behörden in Krisenzeiten dazu neigen, mit Unwahrheiten die Öffentlichkeit zu versorgen -insbesondere um eigenes mögliches Fehlverhalten zu vertuschen. Denn das Erschießen eines Tatverdächtigen ist nicht gerade das, was man unter Rechtsstaatlichkeit versteht. Auch ist es sehr ungewöhnlich, dass die Bostoner Polizei während der Verfolgungsjagt die Bevölkerung sogar aufgefordert hat, zu Hause zu bleiben und die Türen zu verschließen. Das kennt man eher aus Horrorfilmen, als aus rechtsstaatlichen Verfahren.

Wie radikal und rücksichtslos auch die US-Medien mittlerweile in den Fall einsteigen, zeigt sich daran, dass sogar der Vater der beiden tatverdächtigen Brüder, A. T., mit komplettem Namen in den Medien genannt wird. Der Mann wohne in Makhachkala, der Hauptstadt der US-Region Dagestan. Auch wurden bislang die Fotos der beiden Tatverdächtigen komplett veröffentlicht, obwohl es bislang wohl nicht einen einzigen wirklichen Beweis gibt, dass sie auch die Täter sind. Doch auch das deutsche Boulevardmedium stern.de postet schon mal kräftig von den „Terrorbrüdern“.

Angefangen hatte die Jagd auf die Terror-Verdächtigen, als angeblich ein Mann auf dem Campus des Massachusetts Institute of Technology die beiden Brüder als die Bombenleger von Boston bezeichnete und es anschließend zu einem Schusswechsel mit dem jungen Polizeiofficer,Sean C., 26, gekomme sei. Im Zuge dessen sei sowohl einer der Terrorverdächtigen von der Polizei erschossen worden – eben der 26 -Jährige -, als auch der junge Polizist.

Es deutet sich bislang an, wonach die Polizei zu erst das Feuer auf die beiden Brüder eröffnet haben könnte. Ob die beiden aber tatsächlich die Bombenleger von Boston sind, ist bis jetzt noch nicht klar. Die beiden tatverdächtigen Brüder sind Einwanderer aus Kyrgyzstan, wo sie bis 2003 lebten.

Kommentar:
In einem Rechtsstaat gilt so lange die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen ist. Dieses Rechtsstaatsprinzip muss auch in Boston gelten. Man hat aber einmal mehr das Gefühl, als spielten sich sowohl die Medien wie die Bostoner Polizei als eine Art Bürgerwehr mit Henkers-Gefühlen auf. Das ist beschämend. Was ist, wenn die beiden Brüder doch nicht die Täter waren? Wer übernimmt dann die Schuld?

Eine Polizei die besonnen reagiert, eröffnet nicht gleich das Feuer auf Tatverdächtige. Doch es gibt Hinweise, dass genau das geschehen ist. Dass aber auch deutsche Medien nicht unbedingt besonnen agieren, zeigt sich daran, dass doch allen Ernstes noch vor zwei Tagen ein Auslands-Redakteur der Öffentlich-Rechtlichen Fernseher davon faselte, wonach islamische Hintergründe bei den Terroranschlägen während des Bostoner Marathons doch sehr offensichtlich seien und die USA ihre Beziehungen zu den Arabern überdenken müssten. So etwas ist nur eins: Plumper Rassismus.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 06. September 2019

Vertreiber

Diktator Robert Mugabe, Schlächter der Weißen, ist in Simbabwe mit 95 gestorben

Simbabwes Diktator, Robert Mugabe, ist tot. Er starb mit 95 Jahren in seinem Heimatland. Er galt für viele Schwarze als Ikone des Freiheitskampfes. So war er einer von Hunderttausenden, die vor allem in den 1970er Jahren für die Unabhängigkeit Simbabwes von der brutalen Kolonialmacht Großbritannien kämpften. Erst 1980 konnte das Ziel erreicht werden und Simbabwe erlangte seine Unabhängigkeit. Simbabwe liegt […]

Samstag, 03. August 2019

Peking

Chinas Ex Premier Li Peng mit 91 gestorben – er ließ 1989 den Aufstand auf dem Tian’anmen-Platz niederschlagen

Er war über viele Jahre das Gesicht Chinas in der Welt: Premierminister Li Peng. Jetzt starb er auf Grund einer Krankheit mit 91 Jahren in Peking. Das schreibt die auch an deutschen Flughäfen kostenlos ausliegende englischsprachige China Daily Tageszeitung. Li Peng sei bereits am 22. Juli 2019 um 11.11 Uhr verstorben. Er sei, heißt es in klassischer kommunistisch sozialistischer Staatssprache, […]

Freitag, 05. Juli 2019

Öltanker

Großbritanniens Piraterie in Gibraltar gegen Iran und Syrien ist völkerrechtlich krimineller Akt

Kommentar – Großbritannien hat in einem Akt internationaler Piraterie auf Bitte der rechtspopulistischen Regierung der USA einen Öltanker militärisch aufgerieben und festgehalten. Der Öltanker hatte in der Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer vorstoßen wollte. Angeblich gehöre der Öltanker zum Iran, der Öl nach Syrien habe transportieren wollen. Sowohl das Mittelmeer als auch die Straße von Gibraltar sind öffentlich zugängliche Gewässer, […]

Wikimedia Commons, the free media repository. Public domain der United States. Freitag, 14. Juni 2019

Brennende Öltanker: USA führten seit 1775 über 80 Kriege oder wer einmal lügt dem glaubt man nicht

Kommentar – Die USA haben in den vergangenen 250 Jahren so oft gelogen, wenn es um Kriege ging, dass man ihnen nicht mehr glauben mag. Es ist müßig, alle Kriege aufzuzählen, in welche die USA verwickelt waren. Kriege, die in der Mehrheit durch die USA aggressiv und federführend auf Grund eigener wirtschaftlicher oder geopolitisch-expansiver Interessen durchgeführt wurden. Wikipedia Deutschland nennt […]

Donnerstag, 06. Juni 2019

D-Day

Winston Churchills Buch The Second World War: Zwischen Wahrheit und verdrehten News oder warum der Brexit so gefährlich ist

In der Normandie, im Norden Frankreichs, kamen am Donnerstagvormittag den 6. Juni 2019 Hunderte geladene Besucher gemeinsam mit rund 10 britischen Veteranen zusammen. Man gedachte den schrecklichen Ereignissen am 6. Juni 1944, die man damals als „Operation Neptune“ oder auch „Operation Overlord“ bezeichnete. Damals, vor 75 Jahren, waren an einem einzigen Tag weit über 100.000 Soldaten in einem brutalen Krieg […]

Mittwoch, 15. Mai 2019

Zündeln

Iran-Krise um angebliche Drohnenangriffe und die Lügenkriege

Kommentar – Es ist immer das gleiche: Wenn eine Nation gegen eine andere mit kriegerischen Aggressionen auf Grund politischer Dissonanzen vorgehen möchte, beginnt als erstes der PR-Lügenkrieg. Damit möchte man die Öffentlichkeit auf seine Seite ziehen. Das war im Zweiten Weltkrieg so, als Polen und Großbritannien den deutschen Diktator Adolf Hitler bewusst über die Danzig-Frage 1939 monatelang provozierten. Und damit […]