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Terroranschläge Boston: Blutige Festnahme zweiter Tatverdächtiger in Boot

Der 19-Jährige Tatverdächtige der Bostoner Terroranschläge ist in einem Bostoner Wohnort – und zwar in Watertown – in den USA festgenommen worden. Er lag blutüberströmt – durch Schusswunden der Bostoner Polizei – in einem Boot. Obwohl die Bostoner Polizei wie zu Kriegszeiten eine Ausgehsperre für alle Bürger verhängt hatte, war ein Anwohner dennoch vor sein Haus gegangen, wo er anschließend den Teenager gefunden habe. Derzeit kämpfen Ärzte in einem Krankenhaus um das Leben des 19-Jährigen.

Die Festnahme geschah circa 20.45 amerikanischer Zeit – also circa gegen 3 Uhr früh mitteleuropäischer Zeit. Derzeit gilt immer noch, dass es sich um einen Tatverdächtigen handelt. Schlimm ist, dass zahlreiche Medien weltweit, selbst so angesehene Zeitungen wie die Neue Zürcher Zeitung, in ihrem Onlineauftritt bereits vom „Täter“ schrieb, obgleich es Usus in der europäischen Berichterstattung rund um Strafverfahren ist, dass so lange jemand ein Verdächtiger ist, bis ein Gericht das Gegenteil geurteilt hat. Auch das deutsche Boulevardportal stern.de hatte bereits von den „Terrorbrüdern“ geschrieben.

Der gleiche Skandal ist, dass die Massenmedien – ebenfalls entgegen den Gepflogenheiten – bereits den vollen Namen des Tatverdächtigen nennen und ihn damit in einem unermesslichen Ausmaß bereits vorverurteilen. Auch hier schreckte beispielsweise die Neue Zürcher Zeitung ebenfalls in ihrem Online-Beitrag nicht zurück, den kompletten Namen des 19-Jährigen zu veröffentlichten, und nicht erst einmal die Abkürzung – nämlich Dschochar Z.

Dieses ist umso unakzeptabler, als dass es bis jetzt immer noch keine überzeugende Beweise dafür gibt, dass die beiden jungen osteuropäischen Brüder, die seit rund zehn Jahren in den USA leben, tatsächlich auch die Täter der Terroranschläge, beziehungsweise Bombenanschläge auf dem Boston Marathon waren.

Der Festnahme des 19-Jährigen war nach dem Hinweis des Nachbarn ein Hubschrauberflug mit einer Rotlichtkamera vorausgegangen. Hier hatte die Besatzung bestätigt, wonach sich in einem kleinen Boot auf einem See eine Person versteckt hielt. Anschließend habe man mit Hilfe eines Roboters den Schwerverletzten festnehmen können, teilte das FBI mit.

Insgesamt 9000 Sicherheitsbeamte waren in dem Großeinsatz – den einige auch für übertrieben angesehen haben – im Einsatz. Neben einer – ebenfalls überzogenen – Ausgangssperre, galt sogar ein Flugverbot über Boston. Solch drastischen polizeistaatlichen Maßnahmen gibt es weltweit wirklich nur in den USA. Das Land zeigt einmal mehr seine Unfähigkeit mit Krisen umzugehen.

Dazu passt auch, dass die Medien schon vor einer eingehenden Untersuchung und Beweisaufnahme, doch allen Ernstes bereits die Bundesanwältin von Massachusetts befragt hatten, ob der 19-Jährige nun per Todesstrafe standrechtlich hingerichtet werde. Derzeit deutet sich an, dass die USA in dem Prozess gegen den 19-Jährigen wieder einmal selbst eine Terror-Nation werden: So deutet sich an, man werde für das Verfahren eine Sonderklausel anwenden in dem beispielsweise das Recht auf Aussageverweigerung verboten werde.

Dabei fragen sich viele: Heißt das einmal mehr, dass die USA wieder die Folternation gegenüber Gefangenen werden? Erst vor wenigen Tagen hatte eine US-Kommission in einem fast 600 Seiten Bericht umfassenden Report die USA genau für solche Praktiken nach 9/11 öffentlich scharf kritisiert.



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