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Donnerstag, 23. Januar 2020

Syrische Regierung widerspricht Giftgas-Einsatz mit 355 Toten

Die syrische Regierung hat Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen, bekannt auch als Médecins sans Frontières international, widersprochen, wonach man 355 Todesfälle dokumentiert habe, welche den Einsatz von Giftgas im syrischen Bürgerkrieg als Ursache aufweisen würden. Die internationale Ärzte-Organisation hatte am Samstag mitgeteilt, sie hätte 355 Todesfälle dokumentiert, in denen sie als Todesursache angeblich „Vergiftung“ von menschlichen Nerven festgestellt habe. Zudem sei sie derzeit dabei, angeblich 3.600 Menschen seit dem 21. August in syrischen Krankenhäusern zu behandeln, welche Symptome aufweisen würden, welche angeblich auf den Einsatz von Giftgas hindeuten würden.

Bislang steht noch nicht fest, ob es sich um ein Kriegs-PR-Stück von Gegnern des syrischen Präsidenten Baschar Hafiz al-Assad (arabisch ‏ بشار حافظ الأسد ‎, DMG Baššār Ḥāfiẓ al-Asad) handelt, oder ob in Syrien tatsächlich zum ersten Mal umfangreich Giftgas eingesetzt wurde. Auffallend ist, dass unbekannte Mächte derzeit die wichtige syrische Nachrichtenseite der syrischen Regierung, sana.sy, zum Erliegen gebracht haben. Damit wird der syrischen Regierung die Möglichkeit genommen, ihre Sicht der Dinge massenmedial zu verbreiten.

Traditionell ist rund um den syrischen Bürgerkrieg kaum mehr Medien zu trauen. Israelische Tageszeitungen schrecken häufig und durchaus umfangreich selbst vor der Verbreitung von Unwahrheiten nicht zurück, solange sie dem Ziel der israelischen Regierung dienen, arabischen Feinde zu diskreditieren. Das gilt auch für das Thema angeblicher Giftgaseinsatz in Syrien. Auch anglikanische Medien bemühen sich nicht selten ein kaum differenziertes Bild rund um den syrischen Bürgerkrieg zu liefern.

Genauso wenig wie den meisten Massenmedien – auch den westlichen – ist den „oppositionellen Quellen“ aus Syrien zu glauben. Denn die syrische Opposition besteht aus einem nicht mehr durchschaubaren Zusammenspiel von Terrorbanden, Al Qaida, der Freien Syrischen Armee sowie einigen angeblich gemäßigten islamischen Gruppierungen. Doch gibt es bereits zahlreiche Dokumente von Kriegsverbrechen der syrischen Opposition – das reicht von Videos, die standrechtliche Massenerschießungen von angeblichen Assad-Anhängern zeigen, bis hin zum Massenmord in einem bei Damaskus liegenden Flüchtlingscamp an Palästinensern durch die Freie Syrische Armee und mit ihr verbundener Terrorgruppen.

Doch auch von den syrischen Regierungstruppen gibt es abscheuliche Kriegsbilder und Berichte von Massentötungen an Kämpfern der Freien Syrischen Armee oder der mit ihr verbundenen Terrorbanden.

Bis zur Klärung, ob tatsächlich im syrischen Bürgerkrieg Chemiewaffen eingesetzt wurden, wird noch einige Zeit vergehen. Klar ist aber schon jetzt: Der einzige Nutznießer vom möglichen Einsatz von Chemiewaffen wäre die mittlerweile umfangreich terroristisch agierende sogenannten „syrische Opposition“ – die eben nicht nur aus Demokraten besteht, sondern Hand in Hand mit Al Qaida & Co agiert. Dass Deutschland sich aus diesem schmutzigen Krieg heraushält, ist richtig – so schrecklich die Bilder vom syrischen Bürgerkrieg sind. Dass es Ansätze der USA gibt, in diesen widerlichen Krieg einzugreifen, ist verständlich. Doch ist Vorsicht angebracht: Mit dem Irak, Afghanistan, Ägypten, Libyen oder Pakistan ist der Westen bereits in fünf hoch explosive Regionen knietief involviert – und hat dafür mit tausenden seiner eigenen Soldaten bezahlt sowie hunderte Milliarden Euro in diese Krisenregionen gepumpt. Dabei ist die Befriedigung in diesen Ländern weiter denn je in Sicht.



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