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Samstag, 24. Oktober 2020

Krim-Regierung untersagt ukrainischen Militärs Einsatz / Russland sendet Truppen

Der Konflikt zwischen Russland und dem Westen spitzt sich weiter zu. Doch während im Westen viele die Entsendungen von Militär durch das russische Parlament in die Krim als Akt gegen das Völkerrecht verurteilen (wie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel), sieht die Mehrheit in Russland und auf der Krim, das Recht auf ihrer Seite.

So soll Sergej Aksenov, der Leiter der Regierung der APK, also der „Autonomen Republik Krim“ (Russisch: Автономной Республики Крым, kurz АРК) folgendes gesagt haben, schreiben zumindest diverse russische Zeitungen: „Alle Soldaten der ukrainischen Marine, die hier auf dem Territorium von Sewastopol agieren, müssen wissen, dass alle Entscheidungen, Anordnungen und Weisungen der selbsternannten Behörden und Beamten der Ukraine hier nicht durchsetzbar sind“.

Weiter sagte der Regierungschef der Autonomen Republik Krim mit Blick auf die ukrainischen Soldaten auf der Krim: „Nehmen Sie keine Aufträge an Waffen an. Achten Sie darauf, dass hier meine Aufträge, als Oberbefehlshaber der Autonomen Republik Krim und Sewastopol, auch von Ihnen strikt eingehalten werden“.

Der russische Präsident Vladimir Putin wiederum lässt seine Sorge über die an die Macht geputschte neue ukrainische Regierung auf allen Kanälen kundtun. Besonders treibt Putin die Sicherheit der Russen auf der Krim um, welche mit einem Bevölkerungsanteil von über 60 % die Mehrheit in der autonomen Region darstellen.

Eines scheint derzeit klar zu sein: Der russische Präsident Vladimir Putin, der gleichzeitig Oberbefehlshaber der russischen Armee ist, agiert nicht ohne Rückendeckung. Vielmehr hat nun sogar der Föderationsrat Russlands – das oberste Gremium der russischen Bundesländer – den russischen Präsidenten mit umfangreichen Vollmachten für einen Militäreinsatz auf der Krim bevollmächtigt.

Der Ermächtigung war eine Bitte Putins vorausgegangen „bis zur Normalisierung der gesellschaftspolitischen Lage in Russland“ auf der Halbinsel Krim zum Schutze der Russen das Militär dort zu verstärken.

Zwischen Russland und der Ukraine gibt es einen 30 Jahre dauernden Vertrag, wonach Russland auf der Krim seinen Hauptstützpunkt für seine Flotte unterhalten darf. Die Krim gehörte einstmals zum Hoheitsgebiet Russlands. In einem heute kaum mehr nachvollziehbaren Akt hatte die Sowjetunion einst die Krim der Ukraine geschenkt. Heute ärgert das viele Russen, auch die russische Regierung, aber auch die Bewohner der Krim selber – die lieber wieder zurück zu Russland möchten.

Marine-Kommandeur der Ukraine läuft zur Krim über

Erst vor wenigen Stunden war zudem bekannt geworden, wonach der Kommandeur der Seestreitkräfte der Ukraine, Konteradmiral Denis Beresowski, den „Eid der Treue“ zu den Menschen der Krim geschworen hat. Kurz darauf hatte der Regierungschef der Krim, Sergej Aksenov, den geflohenen ehemaligen ukrainischen Chef der Marine, Konteradmiral Denis Beresowski zum neuen Kommandeur der Krim Navy gemacht.

Kurz nach Bekanntwerden dieses Seitenwechsel ernannte der temporäre ukrainische Verteidigungsminister Igor Tenyukh den „Rear-Admiral“ Sergei Haiduk zum neuen Leiter der ukrainischen Marine.

Russische Medien berichten zudem, wonach die Ukraine etwa ein Dutzend Kriegsschiffe in Bewegung versetzt habe. Dabei gibt es Gerüchte, die Schiffe seien in Sewastopol, andere besagen, sie wären unterwegs ins russische Odessa.

Wie angespannt die Lage in der Krim-Region ist, zeigt sich daran, dass noch nicht einmal mehr die offizielle Webseite der Regierung der Krim ark.gov.ua erreichbar ist. Das ergab ein Test der Antikriegsseite kriegsberichterstattung.com. Zudem: Auch wenn in Deutschland der Name Klitschko positiv besetzt ist, so scheint das in Russland nicht unbedingt der Fall zu sein. So tauchen in unzähligen russischen Blogs nach Recherchen des Antikriegsportals kriegsberichterstattung.com unzählige kritische Kommentare zu Klitschko auf. Einer schreibt zum Beispiel: „Die Wahrheit über die Vergangenheit Klitschko betäubt Ukrainer! Er wollte nicht Präsident werden“. Ein anderer Blog veröffentlicht ein Foto des jungen Klitschko, wie er Militärdienst schiebt (anklicken: www.marketgid.info/).

Ebenfalls am Rande der Auseinandersetzungen zwischen Russland, der Krim, der neuen ukrainischen Regierung und dem Westen wurde nun bekannt, wonach bereits vor im Dezember 2013 die chinesische Regierung Interesse an umfangreichen Investitionen in der Krim gezeigt habe. Hierfür seien extra chinesische Abgesandte in die Region geflogen um nach Investitionsmöglichkeiten Ausschau zu halten, ist auf der Regierungs-Webseite der Krim mit Stand Anfang Februar 2014 zu lesen. Dabei gelte das chinesische Interesse zwar dem gesamten Land der Ukraine, aber mit besonderem Fokus auf die Krim.

Quelle: Aussagen Regierungschef Krim zu den ukrainischen Militärs: www.ntv.ru

Sonstige Hintergründe Krim: Urlaubsregion für arme Russen

Die Krim ist vor allem bei armen Russen ein sehr beliebtes Ziel für die Sommerferien. Wer allerdings auf der Krim Urlaub macht, sollte wissen: Von Mai bis August kann es auf der Krim sehr heiß sein – wie in der Sahara. Problem: Es gibt kaum Baumbestand. Außerdem ist die Krim auch kein schönes Naturgebiet. Im Wasser muss man sich vor sehr giftigen Quallen vorsehen.

„Ich bin einmal von einer Qualle im August im Wasser der Krim gebissen worden und hatte zwei Tage lang Fieber“, erklärt ein Russe der auf der Krim mit seiner Freundin Urlaub gemacht hatte gegenüber dem Antikriegsportal kriegsberichterstattung.com. Da es auf der Krim nur wenige Ärzte gibt, muss nach einem starken und giftigen Quallengift das Krankenhaus aufgesucht werden. Dort versucht man mit Gegengift den Patienten zu helfen. Es gibt aber auch Quallenbisse im Meer der Krim, die für den gebissenen Menschen schon tödlich geendet sind.

Weiteres Problem: Selbst die sommerlichen Nächte sind so heiß, dass viele kein Auge zubekommen – Klimaanlagen gibt es nur in den sehr teuren Hotels für ab circa 200 Dollar die Nacht. Doch das können sich Russen, deren durchschnittliches Jahresgehalt bei 40.000 Rubel liegt (auch bei Akademikern) – was derzeit circa 700 Euro ist– nicht leisten. Auf Grund des vor zwei Jahren, 2012, noch wesentlich besseren Wechselkurses und der niedrigeren Inflation in Russland, entsprachen 40.000 Russische Rubel damals noch rund 900 Euro.



Kommentare (2)


Daniel 3. März 2014 um 22:22

Wie kann man so eine scheiße über Krim schreiben. Das ist schon lange besser als Ibiza.

https://www.youtube.com/watch?v=Dcs49pH8-mE

Antworten

Globetrotter 3. März 2014 um 3:40

Viele denken wie ich, dass dieser Konflikt verursacht durch EU und ggf. auch USA sind.
Man muss nicht anti westlich oder Links eingestimmt sein um zu sehen das Putin lediglich legitime Interessen vertritt.
Hat der Westen mit dem Arabischen Frühling nicht schon genug Unheil angerichtet oder steckt da Absicht dahinter?

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