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Montag, 12. November 2018

Krim: Der Westen sollte dem großen Land Russland mit Respekt entgegentreten

Der Westen hat trotz Krim-Krise oder gerade wegen der Krim-Krise allen Grund sich Russland mit Respekt zu nähern. Mit Respekt vor dem Stolz der Russen vor ihrer eigenen historischen Leistung und den historischen Gegebenheiten in der Region. Dazu gehört auch, dass die Krim gut 200 Jahre zu Russland gehörte, bis heute aber eigentlich ein Niemandsland geblieben ist. Vor allem einer hat hier Null Legitimation: Der Westen, die EU, die USA.

Dabei sollte niemals vergessen werden: Kein Land, weder Frankreich, noch die USA, noch Britannien, hat so viele Menschen im Zweiten Weltkrieg verloren, wie Russland. Es war Russland, das ganz zentral dazu beigetragen hat, dass Europa von der Schreckensherrschaft des nationalsozialistischen Deutschlands befreit wurde – und mit Millionen eigener Menschenleben dafür bezahlt hat (allerdings haben auch viele Millionen europäische Zivilisten, auch Millionen deutsche Zivilisten, den Krieg mit dem Leben bezahlt). Es war auch Russland, das zentral dazu beigetragen hat, dass Deutschland wiedervereinigt werden konnte – die DDR mit der BRD. Frankreich und Britannien waren gegen eine deutsche Einheit – ja sie wollten nach dem Zweiten Weltkrieg aus Deutschland einen Agrarstaat machen. Die Krim (ukrainisch Крим/Krym; russisch Крым/Krym; krimtatarisch Qırım) gehörte Jahrhunderte lang zu Russland. Deshalb hat Russland – auch wenn es schwer fällt – durchaus Ansprüche an die Region, die der Westen akzeptieren sollte.

Fakt ist: Die Krim hat seit Jahrhunderten für Russland als Halbinsel im nördlichen Schwarzen Meer eine erhebliche strategische Bedeutung – so wie die USA weltweit ebenfalls in allen Regionen militärisch und oft auch völkerrechtlich fragwürdig Politik betreiben. Nur: Da empört sich niemand.

Auch wenn die wegen kriminellen Machenschaften verurteilte heutige Oppositionsführerin der Ukraine, Julia Timoschenko, mit einer seltenen Verlogenheit so tut, als wäre das karge Gebiet der Krim ureigenstes und traditionelles Territorium im Schoße der Ukraine: Dem ist nicht so. Die Krim hat mit der Ukraine so wenig zu tun, wie nur igend ein anderer Flecken auf der Welt.

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia schreibt: „Die Krim stand nacheinander unter kimmerischer, taurischer, skythischer, griechischer, römischer, gotischer, byzantinischer, hunnischer, chasarischer, kyptschakischer, mongolisch-tatarischer, venezianischer, genuesischer, osmanischer und schließlich russischer Herrschaft. So gehörte die Halbinsel im Schwarzen Meer ‚jedem und niemandem‘.“

Die Krim gehörte bis auf wenige Jahrzehnte seit 1774 zu Russland, davor war es Bestandteil des Osmanischen Reiches. Es gehört zu den großen historisch-strategischen Fehlern einer Weltmacht wie Russland, dass ausgerechnet ein russischer Führer, Nikita Chruschtschow, der sowjetische Parteichef, im Jahr 1954 freiwillig weite Teile der russischen Hoheit über die Krim an die damalige Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik abgegeben hatte. Allerdings gehörte die Ukraine auch damals noch zum großen kommunistisch-sozialistischen Sowjet-Block unter russischer Führung.

Der Grund für die teilweise Abgabe der Krim an das Staatsgebiet der Ukraine lag schlicht darin, dass sich Chruschtschow einfach nicht vorstellen konnte, dass die Sowjetunion „je auseinanderbrechen und so zwischen Russland und der Ukraine eine völkerrechtliche Staatsgrenze verlaufen könnte“ (Zitat Wikipedia).

So wurde mit der Auflösung der Sowjetunion am 24. August 1991 die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik als eigenständiger Staat gegründet. Doch schon damals war die Unabhängigkeit der Ukraine von Russland durchaus nicht mit einer überwältigenden Mehrheit beschlossen worden – sondern lediglich mit einer knappen Mehrheit. So hatten lediglich 54% der Ukrainer für einen von Russland unabhängigen Staat gestimmt. 46% der Ukrainer wollten aber bei Russland bleiben. Das dürfte auch die in Ostdeutschland aufgewachsene heutige Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) wissen, die heute so tut, als könne sie den Machtanspruch der Russen an die Krim überhaupt nicht nachvollziehen.

Zum Gebiet der Krim schreibt Wikipedia: „Anfangs konnte Kiew die Herrschaft über die Krim nur mühsam durchsetzen. Lediglich mit erheblichem politischem Druck konnte ein Referendum über die Unabhängigkeit der Krim verhindert werden. Als Kompromiss wurde 1992 der Krim der Status einer Autonomen Republik innerhalb des ukrainischen Staates zugestanden.“

So bleibt festzuhalten: So wie die Russen damals unter Schmerzen die Ukraine nach dem nur knapp gegen Russland durchgesetzten Referendum aus dem riesigen russischen Reich gingen ließ, sollten heute umgekehrt die Putschisten in Kiew akzeptieren was das Refernderum auf der Krim in wenigen Tagen bringen mag:

Stimmt die Mehrheit für einen Verbleib in der Ukraine, sollte Russland dieses akzeptieren. Stimmt aber die Mehrheit für einen Wechsel zurück in das Russische Reich, sollte die Ukraine sich von dem Gebiet zurückziehen. Die Ukraine hat genug eigene kaum lösbare Probleme. So ist die Ukraine das Armenhaus an der europäisch-asiatischen Grenze. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verdienst liegt gerade einmal bei 200 Euro monatlich. Zum Vergleich: In Russland liegt der durchschnittliche Pro-Kopf-Verdienst bei 40.000 Rubel, also bei 700 Euro monatlich.

Es gilt zudem: Der Kampf um die Krim ist ausschließlich ein widerliches westliches Großmachtgetue der EU und der USA. Es geht nicht um die Krim, es geht um reine Machtpolitik. Doch in der Krim hat der Westen nichts zu suchen, ja nicht einmal in der Ukraine. Der Westen sollte akzeptieren, dass Russland eine stolze Nation ist, die auch ein Anrecht darauf hat, sich geopolitisch abzusichern – so wie es die USA und die über Jahrhunderte verbrecherisch agierenden Kolonialstaaten Frankreich und Britannien in Jahrhunderten ebenfalls taten und bis heute tun.

Oder warum gibt es bis heute weltweit Nationen, in denen sich Frankreich, die USA oder Britannien wie alte Kolonialherren benehmen, die USA übrigens auch in Deutschland: indem hier illegal und verbrecherisch die amerikanische Stasibehörde NSA Millionen deutscher Computer hackt und Telefone bespitzelt und sich dafür noch nicht einmal bei der deutschen Bundeskanzlerin Merkel entschuldigt. Die USA sind ein Garant für Freiheit – auch für die Freiheit in Deutschland. Doch gleichzeitig sind sie eine zunehmende Gefahr für die Freiheit – indem sie bürgerlich-freiheitlich erkämpfte Werte immer mehr untergräbt, negiert und nicht demokratisch legitimiert einfach abschafft.

Nein, der Westen hat kein Recht über Russland wegen der Krim moralisch oder politisch Gericht zu halten. Die Krim war Jahrhunderte russisches Staatsgebiet und es könnte – sollte das Referendum auf der Krim dieses Ergebnis in wenigen Tagen dieses wollen – auch künftig wieder sein. Das Referendum auf der Krim als Verstoß gegen das Völkerrecht zu bezeichnen – wie es einige Spitzenpolitiker in der EU oder den USA tun – ist albern. Dann hätte 1991 das Referendum, im dem sich die Ukraine von Russland lossagte, auch gegen das Völkerrecht verstoßen. Auch anklicken lesen: „Russland angelogen: Gabriele Krone-Schmalz und Klaus von Dohnanyi attackieren Westen in Anne Will Talk“



Kommentare (2)


Nezabor Avljamo 18. April 2014 um 19:42

Die ARD-Berichterstattung ist zur Ukraine in etwa so ausgewogen wie zu Venezuela (und vermutlich überall, wo Westoligarchen-Interessen tangiert sind). Die Frage, WIE das große Heer der ARD ect. Journaille auf Linie gebracht wurde, ist nicht leicht zu beantworten. Krone-Schmalz dürfte nicht davon betroffen sein, aus Kompetenz und Ethos heraus (Klaus v. D., bei Anne Will an ihrer Seite, dürfte dagegen eher dt. Industrieinteressen vor die Hunde gehen sehen).
Hier kann man lesen, wie die deutschen Mainstream-Medien gleichgeschaltet wurden (Ukraine/Venezuela): Die dt. Grünen haben sich da nicht mit Ruhm bekleckert (seit ihren Bomben auf Belgrad war das ja auch kaum zu erwarten):
http://jasminrevolution.wordpress.com/2014/03/18/grune-kiew-lugen-die-verlorene-ehre-des-heinrich-boll/

http://jasminrevolution.wordpress.com/2014/03/21/kiew-lugen-brockeln-auch-die-grun-braune-querfront/

http://jasminrevolution.wordpress.com/2014/03/18/krim-krise-wie-glaubwurdig-ist-der-westen/

Antworten

Ursula Ruehenbeck 14. März 2014 um 19:46

Erfreulicherweise hat Frau Krone-Schmalz als eine der wenigen darauf hingewiesen, wie wichtig Rußland für unsere Zukunft ist. Die EU hat bereits beim Assoziierungsabkommen versäumt, Rußland mit einzubinden. Wir sollten uns verstärkt einer Verständigung (Wandel durch Annäherung) mit Rußland widmen!

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