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Montag, 22. April 2019

„Steinmeier ist Kriegstreiber!“ Groß-Europa-Anhänger brüllt wegen Ukraine in Berlin herum

Die Kritik am deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) nimmt wegen der Ukraine-Krise weiter zu – auch aus der Parteibasis. Während einer Veranstaltung in Berlin, in welcher sich Steinmeier eigentlich für den EU-Parlamentarier der SPD, Martin Schulz, stark machen wollte, beschimpften Steinmeier unzählige deutsche Gegendemonstranten als Kriegstreiber. Ihr Vorwurf:

Steinmeier schwinge sich USA-hörig einseitig zum Sprachwort einer EU auf, die immer größenwahnsinniger mit immer schlimmerer Säbelrasselei Russland provoziere und den Frieden in Europa gefährde:

Dass die EU und NATO nach der Wende 1989 gegenüber Russland zusagten, dass sie auf Grund der Ermöglichung der deutschen Wiedervereinigung die NATO nicht an die Russland-Grenze ausdehne, davon will ein SPD-Steinmeier heute nichts mehr wissen.

Dabei ist es durchaus so: Es war Russland, welches die deutsche Einheit ermöglichte. Großbritannien und Frankreich waren dagegen. „Hätten sie sich durchgesetzt, würde Angie möglicherweise noch heute an der Werkbank eines Volkseigenen Betriebes in Ostdeutschland in ihrer blauen oder grauen Latzhose sitzen“, sagt einer der Gegner von SPD-Steinmeier in Berlin.

Derweil kündigte am Dienstag Angela Merkel (CDU) in der Leipziger Volkszeitung (LVZ) an, sie plädiere dafür, dass die NATO direkt an der russischen Grenze Luftverkehrsüberwachungen dauerhaft machen solle – zum Beispiel in Lettland oder Estland.

„Steinmeier treibt mit seinem westlichen Größenwahn die Sozialdemokraten endgültig in den Abgrund“, sagte ein SPD-Anhänger am Rande des Gebrülls von Steinmeier gegen die Demonstranten.

Ob Frank-Walter Steinmeier mit seinem radikalen Kurs gegen Russland und Vladimir Putin Recht hat oder nicht, dürfte spätestens zur Wahl des EU-Parlaments am 25. Mai deutlich werden.

„Ich wähle entweder die AFD, Alternative für Deutschland, oder die Linken“, erklärt eine 25-jährige Studentin aus Hannover gegenüber dem Antikriegsportal kriegsberichterstattung.com. Als Grund führt sie an: „Mir hängt der Westen mit seiner Kriegstreiberei aus dem Hals heraus. Erst Irak, dann Afghanistan, dann 50.000 durch die NATO Ermordete in Libyen – ich kann es einfach nicht mehr ertragen. Die NATO wird zu Recht von immer mehr Menschen als Nordatlantische Terrororganisation bezeichnet. Das ist kein Verteidigungsbündnis, sondern seit Jahren ein Kriegsbündnis.“

Frank-Walter Steinmeier brüllte jedenfalls seinen Gegnern in Berlin zu, wonach „Ihr euch überlegen solltet, wer hier die Kriegstreiber sind. Wer eine ganze Gesellschaft als Faschisten bezeichnet, der treibt den Krieg, der treibt den Konflikt. Ihr habt kein Recht.“ Außerdem sagte er, wonach man angeblich „der Sozialdemokratie nicht sagen“ müsse, “ warum wir für Frieden kämpfen“.

Dem mögen wir vom Antikriegsportal kriegsberichterstattung.com entgegnen: Lieber Herr Steinmeier, scheinbar muss man durchaus der SPD sagen, dass man nicht für Kriege sein kann. Wie anders ist es möglich, dass erstens eine Sozialdemokratie kaum mehr wahrnehmbar ist und zweitens die SPD doch sämtliche Massenkriege der NATO in den vergangenen 15 Jahren aktiv und an vorderster Front forciert und mitgetragen hat? Irak, Afghanistan, Libyen – drei Länder, drei Katastrophen, Hunderttausende Tote, Millionen Menschen leben im täglichen Terror.

Die SPD war genauso dabei und letztlich für diese Kriege wie die CDU. Und wenn Ihr in der deutschen Bundesregierung es immer noch nicht verstanden habt: Wir wollen ein Land wie die Ukraine nicht auch noch in der EU! Schon jetzt ist die EU unverantwortlich weit ausgebreitet worden – kaum einer kann das noch ernsthaft regieren, einen Raum mit 500 Millionen Bürgern, wie er es jetzt schon ausweist. Die Expansionslust der EU und NATO dient nur, Steinmeiner, eurem Größenwahn. In das gleiche Schema passt eure Wolllust, die Welt und Russland mit Sanktionen zu überziehen.

Auch lesen:

Peter Gauweiler: Was machen deutsche Soldaten in Ukraine? / Staatstrauer um 46 Tote in Odessa / CIA kämpft mit

Zudem:

Gabriele Krone-Schmalz zu Russland, USA, Medien: „Zu primitiv, USA verloren Werteführerschaft“ / bei ZAPP NDR, Anne Will

 

Steinmeier am Brüllen unter: http://youtu.be/AX5m5swD-QU



Kommentare (8)


Gast 21. Mai 2014 um 11:14

Sehr verwirrt heute?
In Ihrem Kommentar passt ja nicht ein Satz zum anderen und nichts davon hat auch nur entfernt mit dem Artikel zu tun…

Antworten

Mally 23. Mai 2014 um 16:15

NATO- Kriegstreiber, hin oder her, schon mal einer darüber nachgedacht, wie sich ein ganzes Volk fühlen muss, annektiert, handlungsunfähig, zerrissen zwischen zwei Seiten, mit einer bis in die Haarspitzen korrupten Regierung, unter dem Stiefel von Putin, seit Jahrzehnten belächelt und dabei auf dem Maidan für die Gerechtigkeit und Demokratie sterbend. Nein wahrscheinlich nicht…Wir Ukrainer gefährden also mit unseren Bemühungen euren bequemen Frieden in Saus und Braus. Das tut uns leid.

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Denis Wagenpfeil 22. Mai 2014 um 12:44

Steinmeier war wenigstens in der Ukraine und auf dem Maidan – ich war übrigens Ostern auch da, mit Enkelkinder. Von grünen Männchen mit Kalischnikov und Faschisten nichts zu sehen. Das gefählichste war ein Student in Plüschbärenkostüm.
Was ist eigentlich mit den Altstalinisten die für Russland demonstrieren und Stalinbilder hochhalten?
Die Linke verklärt leider zu oft die Schrecken in ihrer Geschichte

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Keule64 21. Mai 2014 um 11:25

@ Ariadne: was wollen Sie uns mit Ihren wirren Thesen sagen?

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Ariadne 21. Mai 2014 um 6:35

Aha, Frankreich und Großbritannien wollten also ein Konzentrationslager nicht auflösen? Und die BRD wollte uns weiter Ihren Sondermüll über die Grenze in den Osten karren? Tut mir leid, dass sie soviel Psychopathen in Ihrer Regierung haben.
Ihr Problem, die Westdeutschen wollten nur den Teil der DDR zurück. Aber nicht zum Fütterer der umliegenden Europäischen Länder werden. Und mit zu viel kapital und schmutzigem Geld in Deutschland investieren, auch in Immobilien und sich hinterher bescheren das Deutschland wieder hoch kommt, obwohl Ihr die Profiteure seid. Die Briten mit ihren Fäkalsexgirlys denken wir sind blöd. ich würde mal gerne wissen, wie viel Heroinjunkies es 1989 in der BRD gab und wie viel am Methadonprogram waren. Die ganzen Jahre über auch in der BRD gegen Sucht. und die Briten sind die anerkanntestes tätowierten Säufer auf den griechischen Inseln. Über die Leute die dann in der Produktion stehen machen sie sich noch lustig. Die Leute in der BRD tätowierten sich auch bei Opel oder sonst wo nicht. Das kam alles in Mode.
Im Gegenteil. Da wo die Betriebe all die Jahre offen hatten, haben sie immer besser verdient als andere. Und sie wollten aber keine Verwaltung, keine Bildung, keine Lehrer. Ein Maß fanden sie nie. Wieso hatte die Bundesknappschaft damals extra sich auch um Krankenhäuser im Ruhrgebiet gekümmert? Um alle zu versorgen!
Wo Fernsehen alles in der Freizeit ersetzt, da wird nicht gelesen. und dann müssen auch die Bibliotheken weg. Dann brauchen sie keine Ärzte. Da sie alle sehr viel trinken, was durch die Wiedervereinigung aso richtig verdoppelt und bleibt wurde. VIEL GLÜCK!POR KOPFverbrauch steigern. Kampftrinken. Markt schaffen. Hau den Luckas. Die Antialkoholikerprogramme kommen nicht aus der DDR.

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A. Bastelberger 21. Mai 2014 um 4:09

So ein Blödsinn, ausgerechnet den besten Aussenminister den wir seit langem haben als Kriegstreiber darzustellen. Tatsache ist, dass Steinmeier von den Russen akzeptiert wird, die Sanktionspolitik völlig kontraproduktiv ist und es notwendig ist, mit den Russen zu reden und zu reden und zu reden. Kontakte, Verständnis und die Bereitschaft zum Kompromiss zählen; und nicht populistischer Unsinn und Sanktionen, die nur im schlimmsten Fall zum Krieg führen.

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Jean 21. Mai 2014 um 0:05

Trotzt meiner bisherigen Sympathie für Steinmaier muss mich glaube zu den Demonstranten anschließen.

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Hawe Ozi 20. Mai 2014 um 23:49

Steinmeyer ist ein Freund von Schröder, Schröder ist ein Freund von Putin. Wer ist ein Kriegstreiber?

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