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Bischof Desmond Tutu: Israel ist „Apartheid-Staat“, sagt Südafrikas Friedensnobelpreisträger

Immer häufiger wird Israel vorgeworfen, mit seiner völkerrechtswidrigen Siedlungspolitik, auch mit den willkürlichen Verhaftungen und Tötungen von Tausenden Palästinensern, ein „Apartheid-Staat“ zu sein. Jetzt äußerte sich dazu auch der Friedensnobelpreisträger aus Südafrika, Erzbischof Emeritus Desmond Tutu, in dieser Richtung.

Wir veröffentlichen hier eine Rede von Bischof Desmond Tutu, welcher er auf der Generalversammlung der Presbyterian Church USA gehalten hatte. Die Generalversammlung der Christen fand vom 14 bis 21 Juni 2014 in Detroit statt. Bischof Tutu ist emeritierter Erzbischof von Kapstadt. Seine Rede zu Israel und Palästina veröffentlichen wir hier:

„Wie sich die Presbyterianische Generalversammlung alle zwei Jahre trifft, greife ich im Gebet und der Solidarität das Wort und möchte ein für starkes Zeugnis für Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden ablegen. Ich bin mir bewusst, dass die Versammlung acht Ouvertüren hat und sich auch dem verwirrenden und schwierigen Konflikt in Israel und Palästina widmet. Aber ich bin vor allem dem Drängen der Versammlung nachgekommen, welche in einer Ouvertüre Israel als Apartheid-Staat bezeichnet, vor allem durch seine Innenpolitik… und die Besatzungspolitik palästinensischen Volkes.

Beide sind würdig der Annahme, dass sie die Wahrheit sprechen… und die Kirche hat Mitschuld an der Besetzung der Gebiete und der zweiten Aufrechterhaltung. Die Nachhaltigkeit von Israels Heimat und damit für das jüdische Volk war schon immer abhängig von seiner Fähigkeit, Gerechtigkeit für die Palästinenser zu liefern.

Ich weiß aus erster Hand, dass Israel eine Apartheid Realität innerhalb seiner Grenzen und durch seine Tätigkeit erstellt. Die Parallelen zu meinem eigenen geliebten Südafrika sind in der Tat schmerzhaft stark.

Realistische israelische Führer erkannten, dass Israel seine Besetzung entweder durch eine zwei-Staaten-Lösung beenden kann oder die Palästinenser leben bis in alle Ewigkeit in einem Apartheid-Staat. Letzteres ist nicht nachhaltig und eine Straftat vor Gericht. Wir haben in Südafrika gelernt, dass der einzige Weg, um die Apartheid friedlich zu beenden, jener ist, indem man durch wirtschaftlichen Druck die Mächtigen an einen Tisch bittet.

Die bei der Generalversammlung vorgeschlagenen Annäherungsversuche haben nicht zum Ziel, eine Delegitimierung des Staates Israel ins Gespräch zu bringen, sondern sie dienen dem Ziel, zu einer Beendigung seiner Unterdrückung gegen die vier Millionen palästinensischen Schwestern und Brüder beizutragen:

Es geht um die klare Bezeichnung eines ungerechten Systems, das sich weigert, sich einem Dialog zu stellen. Die Hartnäckigkeit von Führern Israels, die Besatzungspolitik aufrecht zu erhalten, kann nicht darüber wegtäuschen, dass die Besetzung von Gebieten, die ihnen nicht gehören, nur zu einer Tragödie für beide Völker führt. Zum Wohle beider ist der einzige Weg, welcher Gott verehren würde, dass es einen friedlichen Weg in der Sache gibt, der auf Gerechtigkeit und Versöhnung beruht. Meine Gebete sind heute mit den Mitgliedern der Generalversammlung und mit allen Völkern des Heiligen Landes in Israel und Palästina. Archbishop Emeritus Desmond Tutu 10 June 2014″. Tutus Worten waren auch Äußerungen des amerikanischen Außenministers John Kerry vorausgegangen, der Ende April 2014 sagte, wonach Israel drohe ein Apartheid-Staat zu werden, ein Land in dem Menschen zweiter Klassen lebten.

Bischof Desmond Tutu wurde im Jahr 1984 für sein Engagement gegen die Apartheid in Südafrika der Friedensnobelpreis verliehen – also zu einem Zeitpunkt, als die die Schwarzen unterdrückende Apartheid in Südafrika noch Alltag war.



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