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Dienstag, 20. Oktober 2020

Chodorkowskij: „Wie kann man einem solchen Verbrecher 50 Milliarden hinterherschmeißen“? / Yukos Den Haag Gerichtsurteil

Kommentar – Wenn es eines weiteren Belegs bedarf, wie widerlich korrupt der europäische und westliche Politik-Betrieb sein kann, leider auch seine höchsten Gerichtsbarkeiten, dann ist es der Den Haager angeblich „größte Wirtschaftsprozess, der jemals geführt wurde“ (so lautet die dämliche Behauptung auf sueddeutsche.de) rund um den russischen Ölkonzern Yukos.

Der Westen in Form seines nicht mehr ernst zu nehmenden „Höchsten Gerichts“ in Den Haag hat einmal mehr politisches „Recht“ gesprochen, nicht aber glaubhaftes juristisches Recht: Die armen russischen Steuerzahler, die in den vergangenen 25 Jahre von Oligarchen wie Chodorkowskij um unermessliches Volksvermögen gebracht worden sind, sollen jetzt auch noch Oligarchen wie Chodorkowskij Milliarden Dollar überweisen. Das nennt man geförderte doppelte Kriminalität auf höchster Ebene:

Dabei ist eines klar: Gerechtigkeit sieht anders aus. Ein in Deutschland lebender Russe, der an einer Universität arbeitet, fragt verzweifelt: „Wie kann ein solcher Verbrecher, wie Chodorkowskij, im Westen auch noch als Freiheitskämpfer gefeiert werden, dem man Milliarden russische Steuergelder glaubt zusprechen zu müssen?“:

Bis heute, so der russische Akademiker, sei „der gigantische Reichtum von Michail Chodorkowskij nur mit einer Erklärung umschreibbar: nämlich dass er sich illegal in den 1990er Jahren gewaltige Anteile an einem der einst reichsten russischen Ölunternehmen in die Tasche gesteckt“ habe. Doch jeder, der in Russland versuche, den seltsamen Reichtum der russischen Milliardäre zu ergründen blicke „in ein tiefes schwarzes Loch“:

Hunderte Milliarden Euro an Volksvermögen steckten sich Kriminelle in die Taschen – heute lassen sie sich als Freiheitskämpfer im Westen feiern

Da sei einfach nichts mehr zu sehen – so „gut organisiert lief damals der Transfer von Hunderten Milliarden Euro Volksvermögen in die Hände weniger Personen ab“. Der im Westen seltsamerweise als Freiheitskämpfer umjubelte Chodorkowskij sei „einer von ihnen“ gewesen“. Für ihn sei das einfach nur „Gangstertum“.

Er sei, so der in Deutschland lebende Russe, „sehr enttäuscht, dass auch in Ländern, wo ich dachte, dass es eine funktionierende unabhängige Justiz gibt, nun solch ungerechten Urteile gesprochen werden, die öffentlich nur ein Ziel haben: Russland zu zerstören“. Doch, sagt er weiter, „zerstört der Westen damit vor allem die Millionen russischen Steuerzahler, die sowieso nichts haben“. Auch zerstöre der Westen so „zunehmend seine eigene einstige Glaubwürdigkeit“.

50 Milliarden Dollar glauben nun die völkerrechtlich gar nicht zuständigen Richter in Den Haag einem dubiosen russischen Geschäftsmann wie Chodorkowskij und sonstigen ehemaligen Aktionären des russischen Ölkonzern Yukos zusprechen zu können. Zahlen soll es der russische Staat – eben die russischen Bürger.

Die Enteignung von Yukos war so richtig, wie es richtig wäre, sämtliche russischen Oligarchen zu enteignen und noch einmal von vorne anzufangen. „Bis die Wende 1990 kam, hatten meine Großeltern eine gute Rente im kommunistischen System. Auch eine Wohnung. Mit der Wende war plötzlich alles in Jahrzehnten fürs Alter Angesparte wertlos. Meine Großeltern hatten seit Jelzin nichts mehr. Dann kam jahrelang gar kein Geld und dann lächerliche rund 100 Euro im Monat an Staatsrente“, erklärt der in Deutschland lebende Russe.

So wie der alten Frau sei es Russland Millionen Russen nach der Wende gegangen: „Nur eben rund 200 Russen, die dreist und kriminell genug waren, überall sich plötzlich als angebliche Käufer oder Besitzer in irgendwelchen Papieren eintragen zu lassen, nicht. Die katapultierte die russische Wende in den Geld-Olymp“.

Von Filetstücken von Rosneft und Yukos

Deshalb sei es Unsinn, sagt der in Deutschland lebende Russe, „wenn heute westliche Medien behaupten, der russische Ölkonzern Rosneft sei illegaler Besitzer vom größten Filetstück von Yukos“. Yukos, sagt der Russe, „hätte es in dieser Form nie geben dürfen. Die Enteignung von dubiosen Leuten wie Chodorkowskij war richtig“.

Außerdem ergänzt er: „Wenn man bedenkt, dass in Deutschland Leute ab einer Millionen Steuerhinterziehung mit über zwei Jahren Gefängnis rechnen müssen – Stichwort: Uli Hoeneß – sind die zehn Jahre, die ein Mann vom Schlage Chodorkowskij im Knast verbrachte, eher noch zu wenig“, meint der in Deutschland lebende Russe. Seine Begründung: Bei Chodorkowskij sei es, was ja auch russische Gerichte aufgearbeitet hätten, „um Milliarden-Schiebereien“ gegangen. „Unschuldig war der Mann garantiert nicht“.

Viel mehr möchten wir zu dem tollen westlichen „Schiedsgericht in Den Haag“ gar nicht sagen. Nur das: Schafft dieses Mist-Pseudo-Gericht ab. Es glaubt sowieso niemand auf der Welt, dass diese Roben-Träger unabhängig sind. Man könnte sogar sagen: Diese Gestalten sind noch schlimmer als korrupte Richter in Ägypten oder anderen Bananenrepubliken. Dort wissen wir wenigstens, dass wir es mit Gangster-Richtern zu tun haben. In Den Haag ahnen wir es nur.

Chodorkowskij hofft auf weitere Prozesse: Gegen Gazprom und Rosneft

Die Krone für das westliche korrupte Kaspertheater setzt dann noch ein Zitat auf, welches die süddeutsche.de groß in die Überschrift Pakte: „Milliarden-Schadenersatz für Aktionäre des Ölkonzerns: Ex-Yukos-Chef Chodorkowskij begrüßt Urteil“.

Derweil lässt sich der Ex-Direktor und Hauptnutznießer der Yukos-„Urteils“, Michail Chodorkowski, schon einmal mit den Worten zitieren, schreibt der russische Blog rosbalt.ru, wonach er glaube, dass die beiden staatlichen russischen Energieunternehmen „Rosneft“ und „Gazprom“ „nun auch im Ausland rechtliche Probleme“ bekämen. Das hätte er in einem Interview mit RBC erklärt.
Immerhin: Die russische Regierung sagte bislang, sie prüfe das vom Schiedsgericht in Den Haag gesprochene Urteil.



Kommentare (2)


Sebastian 8. August 2014 um 15:51

der sogen. internationale Gerichtshof verurteilt nie die US Mörder und Folterknechte und die jüdischen kindermörder kommen auch wieder ungeschoren davon. längst ist der sog. Gerichtshof zum instrument der westl. Regierungen geworden

Antworten

geronimo 27. November 2015 um 13:12

Die Enteignung durch den russischen Staat war eindeutig unrechtmäßig. Das Gerichtsurteil unterstreicht dies. Zur Erinnerung:Bei den Versteigerungen Anfang der 90er war KEIN russ. Investor in der Lage einen realistischen Preis für die Anteile zu zahlen. Jukos wurde auch mit 3 Mrd. Dollar Schulden von Menatep (Mehrheitseigner M. Chodorkovski)übernommen!Bitte nicht einseitig argumentieren.

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