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Ausreisevisum Katar: Fußballer Zahir Belounis Opfer des Terror-Regimes in Katar (Qatar)

Wo beginnt Terror? In Bombenanschlägen oder in der willkürlichen Erschießung von Menschen? Für den französische Profi-Fußballer Zahir Belounis beginnt Terror in Katar. Dort regiert ein Regime, das sich neuerdings gerne westlich-soft gibt, doch immer wieder äußerst unappetitlich in die Schlagzeilen gerät.

Dabei ist klar: Das was der französische Profi-Fußballer Zahir Belounis in Katar erlebte, war für ihn Staatsterror pur. Über diesen Fall berichtete am Sonntag der deutsche nationale TV-Sender ARD in seinem wöchentlichen Europamagazin. Im Zentrum des Terrors, den Katar gegen den Fußballer Zahir Belounis durchführte, steht das seltsame Recht in Katar, von jedem Ausländer – also beispielsweise auch von Europäern – bei Einreise den Pass einzuziehen und die Ausreise von einem extra zu genehmigenden „Ausreisevisum“ abhängig zu machen:

Das Problem: Wer in Katar kein Ausreisevisum erhält, bekommt seinen Pass nicht zurück. Er sitzt in Katar gegebenenfalls fest. Genau unter diesem Horror litt Fußballer Zahir Belounis. Das Regime in Katar hielt ihn über zwei Jahre entgegen jeglicher internationaler Norm und entgegen des internationalen Rechts fest. Erst als weltweit immer mehr Medien über dieses Verhalten Katars berichteten, lenkten die milliardenschweren Ölscheichs schließlich ein.

Nun gehört Katar zu den weltweit reichsten Regime-Staaten der Welt. Das System ist islamisch orientiert, die Herrscherfamilie besteht letztlich seit Jahrzehnten aus mal gemäßigteren mal weniger gemäßigten Diktatoren, die sich aber heute gerne als Könige feiern lassen.

Vetterleswirtschaft in Katar führt zu Repressalien übelster Sorte gegen Bürger

Wie in solchen System üblich, werden hohe Posten in Firmen oder in Fußballvereinen, auch in den dort beliebten Pferdesport-Vereinen, natürlich von regimenahen Personen besetzt. Oftmals handelt es sich um direkte oder indirekte Verwandte der Herrscherfamilie. Das gilt auf der arabischen Halbinsel nicht nur für Katar, sondern auch für die Nachbarstaaten Dubai oder Abu Dhabi, erst Recht für Saudi-Arabien.

In Deutschland würde man eine solche Personalpolitik als Vetterleswirtschaft bezeichnen. Doch Vetterleswirtschaft führt oftmals zu Korruption, im schlimmsten Fall zu willkürlich ausgeübten Repressalien gegen Bürger. Wenn von der Wirtschaft, über die Politik, dem Militär bis zum Fußballverein alle möglichen Führungsposten mit der gleichen Familie oder anderweitigen Familienbanden besetzt sind, gibt es keine unabhängige Kontrolle mehr.

Es war wohl diese mangelnde Kontrolle, die dem französischen Fußballer Zahir Belounis in Katar zum Verhängnis wurde. Er erlebte die Fratze des Regimes in Katar wie kaum ein anderer westlicher Bürger. Nicht nur verweigerte Katar über ein Jahr die Ausreise des Profifußballers. Gleichzeitig fror das Regime sein Konto ein, überwachte seine Post. „Ich war mit meiner Familie gefangen“, klagt er heute.

CNN fragte Katar, ob es Terror unterstützte

Der US-Sender CNN fragte kürzlich in einem Interview recht offen, ob Katar Terror unterstützte. Katar verneinte dies zwar, aber Zweifel bleiben. Katar hat viele Gesichert. Die glänzenden Bürotürme Katars spiegeln die Lebens-Realität nicht wider. Moderne ist hier die Schminke auf einem Ancien Régime, einem alten absolutistischen Regime. Hier gilt immer noch das antike und mittelalterliche Motto des Herrschers und der Herrscherfamilie: „L‘ état, c’est moi“, Der Staat, das bin ich“.

Der Terror gegen den französischen Profi-Fußballer Zahir Belounis begann im Jahr 2007. Zu Beginn ließ er sich von den wunderbaren Bürotürmen und dem Glanz und Glamour des Ölstaates Katar blenden. Stolz in Katar als Profifußballer engagiert gewesen zu sein, dachte er an eine persönlich glänzende Zukunft. Doch statt Glanz endete sein Traum vom Fußballer in Katar im Terror in Katar.

Nach einem vermeintlichen Streit mit den falschen Leuten in Katar zeigten sich die Scheichs von ihrer übelsten Sorte. Die einstmals versprochenen 5.000 Euro monatlicher Fußball-Gage wurden gestrichen, sein Konto gesperrt.

Die ARD im Europamagazin berichtete: Als sein Club aufsteigt, lässt man ihn fallen, obwohl sein Vertrag bis 2015 gelaufen wäre. Dann verklagt er den Arbeitgeber auf Spielereinsatz und Auszahlung der restlichen ausstehenden Sportler-Gage. Dass die Justiz in Katar ihren Namen nicht verdient, das erlebte er dann recht schnell.

Ohne Arbeitgeberzustimmung darf man Katar nicht mehr verlassen

Denn ohne eine Arbeitgeber-Zustimmung dürfen Ausländer Katar nicht mehr verlassen, das Ausreisevisum wird nicht ausgestellt.

Jetzt lebt Fußballer Zahir Belounis in Spanien und arbeitet als Kellner. Ein Fußballer-Freund hat ihn dorthin geholt. Doch das Leben als Kellner ist eine harte Zäsur in seinem Leben: „Ich war Fußballprofi. Und dann hat sich mein Leben von einem auf den anderen Tag verändert“, klagt er heute.

Besonders schlimm: Weder der französische Botschafter in Katar, noch die sozialistische Regierung in Paris sahen sich im Stande, das Regime von Katar zum Einlenken zu bewegen. Erst als der weltweite Druck zunahm, ließ man den Franzosen schließlich wieder aus Katar ausreisen – im November 2013.

Besonders bitter für Zahir Belounis heute: Selbst die Fußballweltverband FIFA setzte sich nicht für ihn ein. Verwunderlich ist das nicht, hatte sie doch unter dubiosen Umständen dafür gesorgt, dass in dem Wüstenstaat Katar die Fußball-WM ausgetragen werden darf:

Kürzlich sprach Zahir Belounis vor dem Menschenrechtsauausschuss des Europäischen Parlaments der Europäischen Union (EU). Streckenweise Tränen unterdrückend berichtet er von seinem Horrorerlebnis mit Katar. Die Parlamentarier hörten berührt zu. Doch passiert sei bislang nicht viel, folgert Stefan Schaaf, der Autor des Beitrages über Zahir Belounis am Sonntag im Europamagazin der ARD.

Zahir Belounis Fazit: „Du bist alleine. Keiner hilft Dir. Das habe ich gelernt“. Heute ist Belounis froh, dass ihm sein Freund Clement Mokkedel, der in Spanien ein Restaurant betreibt, hilft und unterstützt. Denn sein Freund Mokkedel war früher selber Fußballer – wie Zahir Belounis.



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