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Freitag, 20. September 2019

Germanwings Absturz: CNN fragt, warum Pilotennamen verschwiegen werden

150 Menschen sind bei einem Absturz der Germanwings (Tochter der Lufthansa) in den französischen Alpen ums Leben gekommen. Aber mögliche weitere Details zum möglichen Absturz der Germanwings erfährt man nicht aus deutschen Medien, sondern aus internationalen – der New York Times und der weltweit verbreiteten Nachrichtenagentur AFP („Agence France-Presse“). Nach wir vor verschwiegen werden die Pilotennamen („germanwings pilot names“).

Fakt ist: Offensichtlich wurden nun gezielt Informationen nach Auswertung des Voicerecorders von französischen (oder amerikanischen) Ermittlern an die New York Times sowie AFP weitergegeben, während deutsche anwesenden Ermittler offensichtlich keine Informationen an die Medien weitergegeben haben.

Nach übereinstimmenden Berichten der New York Times und der AFP sei einer der Piloten nicht im Cockpick gewesen und habe angeblich verzweifelt versucht, die Türe zum Cockpick einzutreten. Dies würde nach ersten Auswertungen von Aufzeichnungen des Voicerecorders deutlich. Doch eine Türe zum Cockpit einzutreten ist nicht mehr ohne weitere Mittel möglich, da Cockpit-Türen weltweit seit den Terroranschlägen 9/11 gegen Terroranschläge gesichert worden sind.

Auf dem amerikanischen Nachrichtensender CNN wird zunehmend Kritik laut, warum man – entgegen sonstiger internationaler Gepflogenheiten bei Flugzeugabstürzen – immer noch die Namen der Piloten der Absturzmaschine der Germanwings unter dem Deckel halte. So habe man im Falle des Absturzes der Malaysia Airlines wesentlich schneller erfahren, wer das Kommando über das Flugzeug gehabt habe, als im Falle von Germanwings.

Auf CNN heißt es, man habe Informationen, wonach der eine Pilot in der Absturzmaschine der Germanwings erst Ende 20 gewesen sei und rund 10 Jahre Flugerfahrung habe – inklusive Ausbildung. Der andere Pilot wäre ebenfalls unter 30 gewesen und sei erst 2013 zu Germanwings gestoßen. Er habe angeblich nur über wenige Flugstunden verfügt.

Hinter den Kulissen werden gleichzeitig Gerüchte gestreut, wonach aus dem Umfeld einer deutschen Pilotengewerkschaft angeblich Druck auf den Vorstand der Germanwings ausgehe, keine Namen der Piloten bekannt zu geben. Dabei wären Namen und Hintergründe zu den Piloten für die Aufklärung des Absturzes der Germanwings unerlässlich – das wird nun immer deutlicher. Immerhin sind neben über 60 Deutschen auch Menschen aus Spanien, den USA, Großbritannien, Venezuela oder Japan ums Leben gekommen. Insgesamt seien Menschen aus 18 Nationen mit Germanwings in den Tod geflogen.

Germanwings schreibt: „Wir müssen leider bestätigen, dass Flug 4U9525 auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf über den französischen Alpen verunglückt ist. Es handelt sich um ein Flugzeug vom Typ A320. An Bord waren 144 Passagiere und 6 Crew-Mitglieder…“ Doch immer mehr fragen sich: War der acht minütige ungewöhnliche Sinkflug in die Berge wirklich ein „Unglück“?

Kommentar: Der sonst geltende Schutz der Privatsphäre darf nicht dazu führen, dass Aufklärung und öffentliche Rechenschaft von Germanwings unterbleibt. Die Piloten dürfen und müssen bei Abstürzen grundsätzlich als Personen von öffentlichem Interesse mit entsprechend geringeren Schutzrechten gewertet werden. Denn sie sind nun einmal der Schlüssel zur Aufklärung von über jedem zweiten Flugzeugabsturz weltweit. Ebenfalls seltsam: Während auf CNN die Namen und Hintergründe, auch Fotos zu vielen Germanwings-Opfern bekannt gegeben werden, schweigen die deutschen Medien mal wieder. Ist das wirklich im Interesse der Hinterbliebenen oder ist es nicht ein Mantel des Schweigens über ein Grauen, das mehr verdient, als Schweigen über die Opfer? Eine unrühmliche Rolle spielt mittlerweile auch der Deutsche Presserat, der offene aufklärende Berichterstattung immer schwieriger macht, indem viel zu schnell den Redaktionen Rügen ins Haus flattern.



Kommentare (1)


bob 31. März 2015 um 3:41

In ordentlichen Rechtsstaaten wird erst ermittelt, dann ein Prozess abgehalten und schlußendlich geurteilt.
Wie die Presse weltweit mit diesem Absturz umgegangen ist, trägt hierzu rein gar nichts bei.
Die Kritik am Presserat erschließt sich mir auch nicht, ich habe nur viele wirre Mutmaßungen lesen können. Es hat mit Aufklärung zu einem solchen Fall aber nichts zu tun, wenn die „Journaille“ (wie sie sich in diesem Fall wieder offenbart hat) wilde Spekulationen verbreitet und dies noch nicht einmal im Text deutlich macht, was eigentlich der Anspruch ordentlichen Journalismus ist (einst war).
Mein persönliches negativ High-Light war der Psychosomatik-Nonsens der, ohne irgendwelche Belege, durch die Presselandschaft getrieben wurde.
Jedem der die Hauptschule abgeschlossen hat und in der Lage ist sich zum Thema Psychosomatik bei Wikipedia zu informieren, sollte klar sein das es gar keinen Sinn macht, das hier körperliche Leiden bedingt durch die Psyche (da andere medizinische Erklärungen nicht gefunden wurden) irgendeinen Einfluß auf das Geschehen gehabt haben könnten.
Aber es klingt natürlich total toll, man kann es benennen und wir müssen und zum Glück nicht mehr mit Ermittlungen oder Aufklärung befassen.

Und das CNN, aufgrund des Kulturkreises aus dem es stammt, keinerlei Verständnis für die Unschuldsvermutung und den Schutz von Privatsphäre hat, sollte jedem klar werden, der sich mal eine halbe Stunde mit US Medien befasst.

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