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Germanwings Co-Pilot ein Massenmörder? / „Terroranschlag“ wäre der Absturz bei einem Araber

Kommentar – Es ist schon seltsam: Da sendet die ARD mal wieder einen Brennpunkt. Dieses Mal unter dem Titel „Germanwings – Was geschah im Cockpit?“ und zwar am Donnerstagabend den 26. März ab 20.15 Uhr. Beim Zuschauen der Sendung, die es auf über 5 Millionen Zuschauer brachte, fällt seltsam auf:

Das Mitleid scheint der ARD-Moderatorin besonders einem jungen Mann Namens A. L. zu gehören. Einem vermeintlichen depressiven Menschen, dem die französische Staatsanwaltschaft vorwirft, 149 Menschen mit in den Tod gerissen zu haben. Trifft zu, was der französische Staatsanwaltschaft vorwirft, müsste man von einem der schlimmsten Amok-Läufer in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands sprechen. Doch die Medien tun sich unendlich schwer damit umzugehen. Deutsch, blond, Pilot – ein möglicher Massenmörder, ein Terror-Läufer in einer Passagiermaschine? Das gabs doch nur von Arabern bislang. 149 Menschen aus 18 Nationen vertrauten dem Co-Piloten der Germanwings ihr Leben an.

Was wäre eigentlich gewesen, wenn der Co-Pilot der Germanwings ein Araber gewesen wäre und exakt das gleiche getan hätte. 149 Menschen möglicherweise vorsätzlich in einen Berg zu fliegen mit 800 Stundenkilometer? Hätte die ARD dann, wie fast alle deutschen Massenmedien, immer noch von einem angeblichen „Unglück“ geredet?

„Unglück“ oder „Massenmord“?

Wo ist denn bitte der Unterschied, wenn ein Araber ein Flugzeug entführt in New York und es vorsätzlich in das World Trade Center fliegt, oder wenn ein deutscher (Co)-Pilot nach Vermutung des Staatsanwalts vorsätzlich den Kollegen-Piloten aussperrt und nicht mehr hereinlässt in das Cockpit. Ein zufälliges Verschließen der Türe ist ausgeschlossen, da ein vor dem Cockpit stehender Pilot oder Co-Pilot eine Superpin eingeben muss. Wird sie nicht von innen aktiv verweigert, öffnet sich die Türe. Doch im Falle der Germanwings scheint es so gewesen zu sein, dass der Copilot nach bisheriger Erkenntnis wohl den Zugang mit der Sperrung der Superpin verhindert haben könnte.

Sowohl das Zusperren des Cockpits, als auch der nach bisheriger Erkenntnis vorsätzlich herbeigeführte Sinkflug, haben doch wohl nichts aber auch gar nichts mit Depressionen zu tun.

Wenn ein Araber in einer westlichen Stadt drei Menschen erschießen würde… würden alle von einem Terroranschlag sprechen

Jeder Araber, der in einer Fußgängerzone eines westlichen Landes 3 Menschen erschießt, dem werden weltweit in westlichen Ländern Hunderte Sondersendungen gewidmet mit dem Tenor „Breaking News Terroranschlag in xy“. Politiker würden umgehend schärfere Gesetze fordern – Anti-Terrorgesetze. Und im Falle des weißen Deutschen, des Co-Piloten von der Germanwings? Man hört nichts Großes von sogenannten „Terrorexperten“ oder von sogenannten „Sicherheitspolitikern“. Denn blond, deutsch, Pilot – das kann doch kein Terrorist sein.

Wäre der Copilot der Germanwings ein Araber gewesen – aber natürlich wäre noch zwei Stunden nach dem bekannt gewordenen Absturz der Name des Piloten medial verbreitet worden, offiziell umgehend bekannt gegeben worden. Dann wären auch Dutzende Freunde und Familienmitglieder in U-Haft genommen worden. Es würden unzählige Bilder von allen Behörden veröffentlicht. Dann würde auch die ZDF-Moderatorin Maybrit Illner im Titel ihrer Talkshow nicht nur von einer „Katastrophe“ am Donnerstagabend sprechen.

Irgendwas läuft gewaltig schief in der Berichterstattung

Nein. Irgendwas läuft in der Germanwings Berichterstattung schief. Ein Pilot, dem man 144 Passagiere anvertraut und fünf weitere Crew-Mitglieder, der das Kommando über ein Flugzeug hat und den Tod dieser Menschen nach bisheriger Erkenntnis möglicherweise vorsätzlich herbeigeführt haben könnte, ist eine Person von Öffentlichem Interesse und zwar von außerordentlich großem Öffentlichen Interesse.

So eine Person darf nicht auch noch mit dem Argument des Schutzes auf die Privatsphäre anonymisiert werden. Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf volle Aufklärung: Wer war der Mann, wie hieß der Mann, was trieb den Mann an, warum konnte die German Wings die 144 Passagiere und 5 Crew-Mitglieder nicht schützen? Und auch das steht im Raum:

Hat die Germanwings grob fahrlässig gehandelt, als sie diesen Menschen ins Cockpit ließ? Die Opfer haben einen Anspruch auf restlose Aufklärung. Ihr Schutz steht höher, als der Schutz eines Co-Piloten, auf dem ein solcher Verdacht lastet.

Der Berliner Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Presserecht und Arbeitsrecht, Jörg Thomas, sagte gegenüber dem Antikriegsportal kriegsberichterstattung.com: „Da auch der französische Staatsanwalt den Namen des Piloten der Germanwings genannt hat und auch weltweit faktisch alle Medien den Namen des Piloten nennen und auch bekannt ist, dass er mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% die 150 Passagiere der Germanwings vorsätzlich mit 800 Stundenkilometer an die Bergwand geflogen hat, ist die volle Namensnennung selbstverständlich rechtens. Das beurteilt übrigens auch der Europäische Gerichtshof in ähnlichen Fällen so. Ich sehe also überhaupt keinen Grund, warum der Name nicht voll genannt werden darf.“

Update: Im ZDF heute journal sagte Donnerstagabend gegen 22 Uhr Thomas Winkelmann, der CEO von Germanwings:

„Wir haben vorgestern von einem Unfall gehört. Und heute hören wir, dass es sich um einen absichtlichen Absturz handeln könnte. Wir sind alle unter Schock. Ich kannte den Copiloten nicht, ich kannte den Piloten. Der Copilot hatte etwa 650 Flugstunden im Airbus. Der Pilot hatte über 6000 Flugstunden. Der Copilot ist ein im besten Sinne unauffälliger Copilot gewesen. Daher ist diese Tat so völlig unerklärlich. Wenn ein Mensch mit einer solchen Energie einen kriminellen Akt begehen will – ob das dann zu verhindern ist, wenn ein Flugbegleiter oder eine Flugbegleiterin im Cockpit ist – das muss geprüft werden.“



Kommentare (3)


Frager 27. März 2015 um 0:24

„Kinder, Frauen, Jugendliche – unschuldige Menschen aus 18 Nationen.“

Sind Männer keine unschuldigen Menschen oder einfach nur nichts mehr wert? Das nimmt in den Medien Überhand, bitte den Satz mal in Ordnung bringen.

Antworten

Redaktion 27. März 2015 um 8:25

@Frager: Danke für den Hinweis. Haben wir korrigiert. Beste Grüße die Redaktion

Antworten

Andreas 27. März 2015 um 12:45

Beihilfe zum Massenoord?

Den Konstrukteuren der Blockiereinrichtung zum Cockpit sollte Beihilfe zum Massenmord vorgeworfen werden. Es war fest damit zu rechnen, dass Terroristen oder Geisteskramke als Piloten getarnt diese Tür von Innen blockeren. Es gab mehrere solcher Selbstmordfälle!

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