Skip to main content
Freitag, 20. September 2019

Krieg – Sarah Wagenknecht: NATO-Luftangriffe in Syrien auf Bürger sind auch Terror

Das westliche Kriegsbündnis NATO, das zuletzt 2011 in einem irren Luftkrieg in Libyen nach Schätzungen von Menschenrechtlern gut 50.000 Menschen umgebracht hat, führt seit geraumer Zeit auch in Syrien Krieg. Gemeinsam mit Russland möchte man den Terror der Isis beenden. Doch die Mittel sind umstritten.

Jetzt bezeichnete die Fraktionschefin der Linken im Deutschen Bundestag, Sarah Wagenknecht, die Luftangriffe auch der NATO in Syrien als Terror. Dieser Terror sei, so die prominente Linken-Politikern, vergleichbar mit den Terroranschlägen in Paris vor wenigen Wochen. Die deutsche Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD unterstützt seit Tagen mit der Deutschen Bundeswehr die Luftangriffe der NATO auf syrischem Staatsgebiet.

Im Fokus der NATO stehen zwar Stellungen der IS-Banden, doch verstecken sich diese strategisch häufig in von Zivilisten bewohnten städtischen oder dörflichen Gebieten. Deshalb bedeuten Bombenangriffe der NATO auf solche Gebiete immer auch tote und schwer verletzte oder verstümmelte Zivilisten.

Bereits seit September 2015 fliegt die US-Luftwaffe, wichtigster Partner in der NATO, gegen IS-Stellungen in Syrien Bombenangriffe. Seit diesem Zeitpunkt seien, heißt es, gut 299 syrische Zivilisten ums Leben gekommen, darunter 81 Kinder. Die Anzahl der Verletzten ist dabei noch nicht einmal mitgerechnet. Die Zahlen sind allerdings lediglich Schätzungen und basieren auf Informationsquellen, auf welche die in Großbritannien ansässige private Stelle der „Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ zurückgreift.

„Das eine ist individueller, das andere staatlich verantworteter Terror“

Jedenfalls kommentierte nun die Linken-Politikern Sarah Wagenknecht in einem Interview mit der Deutschen Presseagentur (dpa) die NATO- Luftbomben auf syrische Bürger unter Hinweis auf die Amokläufe von Paris im November mit den Worten: „Das eine ist individueller, das andere staatlich verantworteter Terror“. Weiter erklärte sie: „Natürlich ist es kein geringeres Verbrechen, unschuldige Zivilisten in Syrien mit Bomben zu ermorden, als in Pariser Restaurants und Konzerthäusern um sich zu schießen… Das eine ist individueller, das andere staatlich verantworteter Terror.“

In Paris waren nach Attentaten von jungen Arabern während eines Konzerts am 13. November 2015 insgesamt 130 Menschen getötet worden. Gut 300 seien, heißt es, zum Teil schwer verletzt worden. Die jungen arabischen Amokläufer bezeichnete die französische Regierung als Terroristen.

Frankreich ist seit Jahrzehnten in Kriege in arabischen Ländern involviert. So schlachtete das Land nach Schätzungen alleine im Algerienkrieg in den 1950er Jahren gut 300.000 Araber in Algerien ab, als das Land seine Unabhängigkeit von Frankreich erklärte und die französische Kolonial-Terrorherrschaft für beendet erklärt hatte. Frankreich weigert sich bis heute das Massaker der französischen Militärs und der französischen Fremdenlegion an den Arabern in Algerien als Völkermord zu bezeichnen.

USA unterstützten Aufbau von Isis mit Hunderten Millionen US-Dollar und Kriegsgerät über die türkische Grenze

Auch der Krieg der USA und NATO gegen Is in Syrien gilt als umstritten. Waren es doch die USA, die offiziell mit Hunderten Millionen US-Dollar und schwerem Kriegsgerät, welches über die türkische Grenze nach Syrien geliefert worden war, den Aufbau von Is im Rahmen der sogenannten „Freien Syrischen Armee“ unterstützte. Heute gibt selbst der Westen zu:

Eine seriöse „Freie Syrische Armee“ gab es entsprechend nie. So erklärte denn auch Russland, man warte bis heute darauf, dass glaubwürdige und akzeptable Gesprächspartner des kriegerischen Flügels der syrischen oppositionellen Clans gegen Staats-Diktator Baschar al-Assad als Ansprechpartner genannt würden. Dies gelte auch für die sogenannte Syrische Opposition, die eher ein loses Sammelsurium von Clan-Chefs darstellt, die den syrischen Staatschef Baschar al-Assad von der Macht haben möchte.

Deutschland unterstützt derzeit die NATO-Luftbomben gegen Is-Stellungen vor allem durch Tornado-Aufklärungsflugzeuge und Auftanken von NATO-Kriegsflugzeugen in der Luft. Die meisten Bomben werden von Frankreich, den USA und Russland gegen Is-Stellungen abgeworfen. Frankreich ist vor der syrischen Küste mit einem Flugzeugträger vor Ort.

Deutscher Bundestag unterstützte mehrheitlich Kriegseintritt Deutschlands in Syrien

Der Deutsche Bundestag hat mit deutlicher Mehrheit einen Kriegseintritt der Deutschen Bundeswehr in Syrien unterstützt. Die Linken haben von Anfang an eine Beteiligung Deutschlands an Kriegen abgelehnt, so auch in Syrien. In ihrem Interview begründete sie diese Haltung mit den Worten: „Ohne den Irak-Krieg gäbe es den IS nicht. Ohne die Bombardierung Libyens und die Destabilisierung Syriens wäre er längst nicht so stark. Der Westen, vor allem die USA, haben dieses Monster mit ihren Kriegen großgemacht.“

Neben den rund 300 Toten durch von der Nato abgeworfene Bomben auf syrischem Staatsgebiet sind weitere rund 710 Syrer in den vergangenen Wochen gestorben. Sie kamen durch Bomben russischer Kriegsflugzeuge um. Dies rechnete die „Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ vor.

Kanzlerin Merkel erklärte Aufnahme von Flüchtlingen zum Eckpfeiler deutscher Außenpolitik

Die Fraktionschefin der Linken, Wagenknecht, sagte mit Blick auf die vielen Toten, dass dies bei weitem mehr Menschen seien, als im November bei den Pariser Anschlägen umgekommen seien.

Insgesamt kostete der vom Westen von Anfang an unterstützte Bürgerkrieg in Syrien nach Schätzungen über 100.000 Menschen das Leben. Der Krieg in Syrien ist einer der Hauptgründe für die Hunderttausenden Flüchtlinge, die derzeit in die Europäische Union (EU) strömen.

Als einziges Land erklärte Deutschland, man sei bereit gut 1 Millionen Flüchtlinge aufzunehmen. Das Thema hatte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) zu einem der wichtigsten Eckpfeiler deutscher Außenpolitik deklariert. Unterstützt wird sie vom Koalitionspartner SPD. Kritik gibt es hingegen vom Regierungspartner CSU.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 06. September 2019

Vertreiber

Diktator Robert Mugabe, Schlächter der Weißen, ist in Simbabwe mit 95 gestorben

Simbabwes Diktator, Robert Mugabe, ist tot. Er starb mit 95 Jahren in seinem Heimatland. Er galt für viele Schwarze als Ikone des Freiheitskampfes. So war er einer von Hunderttausenden, die vor allem in den 1970er Jahren für die Unabhängigkeit Simbabwes von der brutalen Kolonialmacht Großbritannien kämpften. Erst 1980 konnte das Ziel erreicht werden und Simbabwe erlangte seine Unabhängigkeit. Simbabwe liegt […]

Samstag, 03. August 2019

Peking

Chinas Ex Premier Li Peng mit 91 gestorben – er ließ 1989 den Aufstand auf dem Tian’anmen-Platz niederschlagen

Er war über viele Jahre das Gesicht Chinas in der Welt: Premierminister Li Peng. Jetzt starb er auf Grund einer Krankheit mit 91 Jahren in Peking. Das schreibt die auch an deutschen Flughäfen kostenlos ausliegende englischsprachige China Daily Tageszeitung. Li Peng sei bereits am 22. Juli 2019 um 11.11 Uhr verstorben. Er sei, heißt es in klassischer kommunistisch sozialistischer Staatssprache, […]

Freitag, 05. Juli 2019

Öltanker

Großbritanniens Piraterie in Gibraltar gegen Iran und Syrien ist völkerrechtlich krimineller Akt

Kommentar – Großbritannien hat in einem Akt internationaler Piraterie auf Bitte der rechtspopulistischen Regierung der USA einen Öltanker militärisch aufgerieben und festgehalten. Der Öltanker hatte in der Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer vorstoßen wollte. Angeblich gehöre der Öltanker zum Iran, der Öl nach Syrien habe transportieren wollen. Sowohl das Mittelmeer als auch die Straße von Gibraltar sind öffentlich zugängliche Gewässer, […]

Wikimedia Commons, the free media repository. Public domain der United States. Freitag, 14. Juni 2019

Brennende Öltanker: USA führten seit 1775 über 80 Kriege oder wer einmal lügt dem glaubt man nicht

Kommentar – Die USA haben in den vergangenen 250 Jahren so oft gelogen, wenn es um Kriege ging, dass man ihnen nicht mehr glauben mag. Es ist müßig, alle Kriege aufzuzählen, in welche die USA verwickelt waren. Kriege, die in der Mehrheit durch die USA aggressiv und federführend auf Grund eigener wirtschaftlicher oder geopolitisch-expansiver Interessen durchgeführt wurden. Wikipedia Deutschland nennt […]

Donnerstag, 06. Juni 2019

D-Day

Winston Churchills Buch The Second World War: Zwischen Wahrheit und verdrehten News oder warum der Brexit so gefährlich ist

In der Normandie, im Norden Frankreichs, kamen am Donnerstagvormittag den 6. Juni 2019 Hunderte geladene Besucher gemeinsam mit rund 10 britischen Veteranen zusammen. Man gedachte den schrecklichen Ereignissen am 6. Juni 1944, die man damals als „Operation Neptune“ oder auch „Operation Overlord“ bezeichnete. Damals, vor 75 Jahren, waren an einem einzigen Tag weit über 100.000 Soldaten in einem brutalen Krieg […]

Mittwoch, 15. Mai 2019

Zündeln

Iran-Krise um angebliche Drohnenangriffe und die Lügenkriege

Kommentar – Es ist immer das gleiche: Wenn eine Nation gegen eine andere mit kriegerischen Aggressionen auf Grund politischer Dissonanzen vorgehen möchte, beginnt als erstes der PR-Lügenkrieg. Damit möchte man die Öffentlichkeit auf seine Seite ziehen. Das war im Zweiten Weltkrieg so, als Polen und Großbritannien den deutschen Diktator Adolf Hitler bewusst über die Danzig-Frage 1939 monatelang provozierten. Und damit […]